Elektromobilität

E-Mobilitäts-Mythen im Wahrheitscheck

16.02.2021 | Die CO₂-Bilanz von Elektroautos ist nicht gut genug. Die Reichweite der E-Autos nicht ausreichend. Der flächendeckende Ausbau der Elektromobilität überlastet die deutschen Stromnetze. So oder so ähnlich klingen die Argumente von E-Auto-Skeptiker*innen. Dass es sich in den meisten Fällen um Mythen handelt, wird unter den Teppich gekehrt. Als E-Mobilitäts-Experte nehmen die Stadtwerke München die sechs größten Vorurteile unter die Lupe und zeigen, welche Aussagen zur Elektromobilität tatsächlich der Wahrheit entsprechen.

1. Mythos: „Die Reichweite von Elektroautos ist viel zu gering.“

Das stimmt so nicht, denn:

  • Ein E-Auto kommt mit einer Ladung im Schnitt 400 Kilometer weit.
  • Rund 42 Kilometer legen deutsche Autofahrer*innen durchschnittlich pro Tag zurück.
  • 90 Prozent der Autofahrten in Deutschland könnten e-mobil erfolgen.

Tatsache ist: E-Autos haben bisher noch keine reisetaugliche Reichweite erreicht, die Sie mit einer Batterieladung von München nach Monaco bringt. Im Schnitt schaffen E-Pkw mit einem vollständigen Ladevorgang rund 400 Kilometer (Stand: 2020). Zwar gibt es bereits Elektroautos mit Reichweiten über 500 Kilometer, doch die sind meist nicht für alle erschwinglich.

Realistisch betrachtet stellen derartige Langstrecken für deutsche Durchschnittsautofahrer*innen aber sowieso eine Ausnahme dar. Einer Mobilitätsstudie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur  zufolge legen sie am Tag rund 42 Kilometer und in der Woche etwa 280 Kilometer zurück. Nur 4 Prozent der Deutschen fahren täglich mehr als 160 Kilometer. Das heißt: Die meisten Autofahrer*innen kommen mit einem Ladevorgang pro Woche locker aus – besonders Städter*innen. Und auch für Pendler*innen, die täglich eine Strecke von 100 Kilometer zurücklegen, ist die Reichweite aktueller E-Autos bereits alltagstauglich. Nur für Urlaubsreisen sind ein Mietwagen oder eine ausgeklügelte Reiseplanung erforderlich.

Gut zu wissen: Bis 2022 soll die durchschnittliche Batteriereichweite  von Elektroautos auf 491 Kilometer ansteigen.

 

2. Mythos: „E-Autos haben keine gute CO₂-Bilanz.“

Das stimmt so nicht, denn:

  • E-Autos sind in der Gesamtbilanz umweltfreundlicher als Verbrenner.
  • Fahren Sie mit Ökostrom, sind die CO2-Emissionen aus der Herstellung Ihres Stromers nach wenigen Jahren beglichen.

Die Frage, ob E-Autos umweltfreundlicher sind als Kfz mit konventionellen Antrieben, wird weiterhin kontrovers diskutiert. E-Autos stoßen – im Gegensatz zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren – keine direkten Emissionen aus. Um die Umweltbelastung mit Benzin- oder Dieselfahrzeugen vergleichen zu können, müssen die CO2- Emissionen, die bei der Stromproduktion entstehen, zum anfallenden CO2-Ausstoß der Benzin- oder Dieselfahrzeuge in Relation gesetzt werden.

Fest steht: Stromer tragen durch die aufwändige Produktion der Batterie und ihre Entsorgung von Anfang an einen „CO2-Rucksack“ mit sich herum, die Treibhausgasemissionen während der Nutzung sind jedoch deutlich geringer. Je effizienter die Fahrzeugtechnologie und je grüner der „getankte“ Strom, desto schneller wird der Treibhausgas-Rucksack kleiner. Ab einem gewissen Punkt sind Elektroautos somit klimafreundlicher unterwegs als vergleichbare Benziner und Diesel (vgl. zum Beispiel eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg ). So hat ein Elektroauto schon nach gut vier Jahren einen Klimavorteil gegenüber dem Benziner. 

Und: Je größer der regenerative Anteil im Strommix, desto schneller und größer ist der Klimavorteil von Elektroautos gegenüber konventionellen Fahrzeugen. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien verbessern E-Fahrzeuge also kontinuierlich ihre Emissionswerte – ganz im Gegensatz zu Verbrennern, die über ihren gesamten Lebenszyklus CO2 ausstoßen.

 

3. Mythos: „Es gibt zu wenig Ladestationen für E-Autos.“

Das stimmt so nicht, denn:

  • Deutschland baut seine Ladeinfrastruktur weiter stark aus.
  • Sie können Ihr E-Fahrzeug deutschlandweit an über 21.000 öffentlichen Ladepunkten aufladen.
  • In München gibt es bereits rund 1.200 öffentliche Ladepunkte.
  • Eine bequeme Alternative zum öffentlichen Laden: die Wallbox für zuhause.

Fakt ist: Strom tanken können Sie fast überall. Idealerweise laden Sie Ihr E-Auto nachts über Ihre heimische Wallbox auf. So können Sie morgens in Ihr voll aufgeladenes Fahrzeug steigen und in den Tag starten. Mit der M-Ladelösung der Stadtwerke München kein Problem! Das dynamische Lastmanagement regelt die Ladeleistung so, dass auch in Häusern mit geringer Hausanschlussleistung ohne Überlastung geladen werden kann.

Und wenn Sie doch einmal öffentlich laden wollen? Die Zahl der öffentlichen Stromtankstellen wächst exponentiell schnell. Mittlerweile gibt es deutschlandweit fast 21.000 öffentliche Ladepunkte . Und es werden von Tag zu Tag mehr.

Regional betrachtet kommt München mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur sehr gut voran: Dort ist die Zahl der öffentlichen Ladepunkte innerhalb eines Jahres um mehr als 50 Prozent auf inzwischen rund 1.200 gestiegen. Laut Energieverband BDEW liegt München damit auf Platz 2 im deutschlandweiten Ladepunkte-Städteranking .

Um Ausbau und Betrieb der öffentlichen Ladeinfrastruktur kümmern sich im Auftrag der Landeshauptstadt München die Stadtwerke München . An allen Ladepunkten fließt übrigens 100 Prozent M-Ökostrom.

Sie wollen wissen, wo sich ein Ladepunkt in Ihrer Nähe befindet? Hier geht's zur Standortsuche.

 

4. Mythos: „Stromer lassen sich ganz einfach und sicher an der Haushaltssteckdose laden.“

Das stimmt so nicht, denn:

  • Das E-Auto über die Haushaltssteckdose zu laden, ist nicht sicher genug: Kabelbrände können entstehen.
  • Eine Wallbox ist hingegen ideal auf die hohe Dauerbelastung eines E-Fahrzeugs ausgelegt.
  • Geringere Ladezeit: Ihr E-Auto wird über die Ladestation schneller "aufgetankt" als über die Steckdose.

Normale Steckdosen sind nicht für eine so hohe Dauerbelastung ausgerichtet, die das Laden eines E-Fahrzeuges mit sich bringt. Im Extremfall droht eine Überhitzung bis hin zum Kabelbrand. Mit einer Wallbox laden Sie Ihr E-Auto nicht nur sicher, sondern auch schneller ganz bequem zuhause auf.

Mit der M-Ladelösung der Stadtwerke München sind Sie auf der sicheren Seite: Die Wallbox ist auf die Anforderungen eines Elektroautos ausgelegt und erlaubt auch ein Dynamisches Lastmanagement .

Mehr zur M-Ladelösung

 

E-Fahrzeug sicher laden: Wieso benötige ich eine Wallbox?

5. Mythos: „Elektroautos sind verhältnismäßig teuer.“

Das stimmt so nicht, denn:

  • Staatliche Förderungen senken die Anschaffungskosten für E-Auto und Ladestation.
  • Sie profitieren von Steuervorteilen.
  • Mit Strom zu laden ist billiger als Benzin zu tanken.

Zwar liegt der Anschaffungspreis von E-Autos tatsächlich noch etwas über dem eines vergleichbaren Verbrenners (Diesel oder Benziner). Grund für den höheren Kaufpreis ist die E-Auto-Batterie, die in der Herstellung immer noch hohe Kosten verursacht und fast 40 Prozent des Gesamtpreises  ausmacht. Allerdings sollten Autofahrer*innen nicht nur den reinen Kaufpreis betrachten: Niedrigere Verbrauchskosten sowie geringerer Wartungs- und Reparaturbedarf gleichen die Mehrkosten auf lange Sicht wieder aus.

Zudem gibt es verschiedene Förderprämien, Steuervorteile sowie die Verlängerung und Erhöhung des Umweltbonus   (bis zu 9.000 Euro) für neue und junge gebrauchte Elektroautos und Plug-in-Hybride. Damit erhalten Sie elektrische Klein- und Kompaktwagen bereits zu einem günstigeren Einstiegspreis als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Gut zu wissen: Durch die sinkenden Preise für Lithium-Ionen-Batterien  wird Elektromobilität in Zukunft immer günstiger.

 

 

 

6. Mythos: „Zu viele E-Autos überlasten das Stromnetz.“

Das stimmt so nicht, denn:

  • Das deutsche Stromnetze ist schon jetzt für mehr als 45 Millionen E-Fahrzeuge gerüstet.
  • Intelligente Verteilnetze könnten Lastspitzen zudem künftig ausgleichen.

Das deutsche Stromnetz ist durchaus für eine große Zahl von Elektroautos gerüstet. Laut Bundesumweltministerium  hätte eine vollständig elektrifizierte deutsche Pkw-Flotte von 45 Millionen Fahrzeugen einen Strombedarf von rund 90 Terawattstunden (TWh). Das entspricht weniger als einem Sechstel der aktuellen Bruttostromerzeugung in Deutschland.

Stromausfälle und Netzzusammenbrüche durch das parallele Aufladen vieler E-Autos sind ebenso wenig zu erwarten. Zwar muss das Stromnetz aufgrund der zunehmenden Belastungen mit punktuellen Lastspitzen perspektivisch angepasst werden – zum Beispiel durch den Ausbau intelligenter Verteilnetze  (sog. „Smart Grids“), die flexibel auf die eingespeiste und nachgefragte Strommenge reagieren und die Ladevorgänge steuern können. Diese Anpassungen sind aufgrund der Energiewende aber sowieso notwendig, da die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien schwankt (zum Beispiel je nachdem wie stark der Wind weht und wie oft die Sonne scheint). Je größer der Anteil der Erneuerbaren am Strommix, desto flexibler muss das Stromnetz sein.

Belastung durch E-Autos? Im Gegenteil:

In Zukunft könnten Elektrofahrzeuge mit Rückspeisefähigkeit sogar dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren – besonders, wenn die Einspeisung aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen gerade schwankt. Ist zu viel Strom im Netz, würde ein Teil davon in nicht genutzten E-Autos zwischengespeichert werden. Sobald wieder Bedarf besteht, wird er aus der Elektroautobatterie zurück ins Stromnetz gespeist.

 

 

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