Smart Meter: Intelligente Messsysteme

Nach und nach zieht die intelligente Messtechnik in die deutschen Haushalte ein. Die Stadtwerke München treiben die neue Technik voran. Vorteile: niedrigere Energiekosten, mehr Effizienz und Komfort.

Digitale Energiewende

Das können intelligente Stromzähler

2016 ist das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende in Kraft getreten. Dessen Ziel ist es, Stromnetze, Energieerzeugung und Energieverbrauch digital miteinander zu verknüpfen. Die Umsetzung des Gesetzes führt auch dazu, dass die klassischen, analogen Stromzähler durch elektronische, digitale Messeinrichtungen ausgetauscht werden.

Digitale Zähler und entsprechende Schnittstellen, sogenannte Smart Meter Gateways, bilden das technische Fundament, um die Stromerzeugung und -verteilung sowie den Stromverbrauch flexibel zu steuern. Die Pflicht zum Stromablesen entfällt, Verbräuche und Kosten können transparent und praktisch in Echtzeit eingesehen werden. Darüber hinaus ist es möglich, weitere Sensorik und Aktorik (z. B. Rauchmelder) anzubinden und so ein ganzheitliches digitales Gebäudemanagement aufzubauen.

So funktioniert ein Smart Meter

Ist an den Zähler eine Datenschnittstelle mit integriertem Sicherheitsmodul, ein so genanntes Gateway, angebunden, überträgt diese Kommunikationseinrichtung seine Zählwerte an den zuständigen Messstellenbetreiber und weitere berechtigte Marktpartner. Die Einheit aus Zähler und Gateway nennt man intelligentes Messsystem oder Smart Meter.

Diese sogenannten intelligenten Messsysteme sorgen für mehr Transparenz im Stromverbrauch und ermöglichen dem Kunden, neue Energiesparpotenziale im Haushalt zu erkennen und sein Verbrauchsverhalten noch bewusster zu steuern. Während der Zählerstand bei Privatkund*innen bisher nur einmal im Jahr abgelesen wurde, messen und melden die intelligenten Messsysteme den Zählerstand nun alle 15 Minuten, was die Kund*innen einfach einsehen können.

Vorteile durch intelligente Messysteme

Mit intelligente Messsystemen können Energiekosten gesenkt sowie Effizienz und Komfort gesteigert werden.

  • Transparenz & Stromsparen:

Sie können Ihren Stromverbrauch genauer und transparenter nachverfolgen als bisher und so Ihr Verbrauchsverhalten und Ihre Stromrechnung leichter nachvollziehen. Damit fällt auch das Stromsparen leichter.

  • Genauere und bequemere Abrechnung: 

Die Verbrauchsdaten werden automatisch an den Messstellenbetreiber übermittelt. Der Ablesedienst muss nicht mehr zu Ihnen kommen, was Aufwand, Zeit und damit Geld spart. Es gibt keine Abschlags- und Nachzahlungen mehr, weil Sie zeitnah die Strommenge bezahlen, die Sie verbraucht haben.

  • Ein Gerät für Strom, Erdgas, Trinkwasser und Wärme:

Die Smart-Meter-Gateways können auch Ihren Erdgas-, Trinkwasser- oder Wärmeverbrauch verarbeiten. Falls Ihr Messstellenbetreiber dies anbietet, können Sie alle Verbräuche messen und auf einen Blick analysieren, z. B. über eine App. Das spart Geld und ist bequem.

  • Energiewende sicherstellen: 

Mit intelligenten Messsystemen kann mehr Strom aus erneuerbaren Energien in die Stromnetze aufgenommen werden. Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne unterliegen Schwankungen, dennoch muss der Strom immer gleichmäßig fließen. Auch die Mobilität soll zunehmend auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Die intelligenten Messsysteme ermöglichen, die Erzeugung und den Verbrauch so aufeinander abzustimmen, dass viele Elektroautos gleichzeitig im bestehenden Netz laden können.

Der Weg zu einer smarten Infrastruktur

Einführung von Smart Metern in Deutschland

Seit 2017 erfolgt die Markteinführung der intelligenten Messtechnik. Bislang wurden ca. zehn Prozent der Stromzähler auf moderne Messeinrichtungen (mMe) umgestellt.

Für die Kund*innen ändert sich durch den Zählertausch zunächst nichts. Erst ab einem Jahresverbrauch über 6.000 Kilowattstunden wird im Laufe der nächsten 10 bis 16 Jahre ein Gateway an den Zähler angeschlossen. Damit besitzt man dann ein intelligentes Messsystem und kann von sämtlichen Vorteilen der intelligenten Messung profitieren.

Smart Metering in der Testphase

Die SWM haben unter anderem ein eigenes Testlabor aufgebaut, in dem die technischen Komponenten wie Zähler und Gateway sowie die Datenübertragung einzeln als auch im Zusammenspiel getestet werden.

Darüber hinaus wird es mehrere Pilotprojekte geben. In den Gebäudekomplexen großer Wohnungsbaugesellschaften werden wir die Digitalisierung der Stromzähler mit unterschiedlichen Kommunikationsanbindungen testen.

Fragen & Antworten zu Smart Meter

Allgemeines

Was ist ein intelligentes Messsystem (iMSys)?

Ein intelligentes Messsystem (iMSys) besteht aus zwei Komponenten, welche den Sicherheitsvorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entsprechen.

  • Messen: Moderne Messeinrichtung (mME)
  • Datenübermittlung: Smart Meter Gateway

Was ist eine moderne Messeinrichtung (mME)?

Eine moderne Messeinrichtung ist ein digitaler Stromzähler, welcher den Stromverbrauch elektronisch erfasst. Durch Anbindung an ein Smart Meter Gateway kann die Messeinrichtung zu einem intelligenten Messsystem erweitert werden.

Was ist ein Smart Meter Gateway?

Smart Meter Gateway bezeichnet die Kommunikationseinheit zur Datenübertragung eines intelligenten Messsystems. Durch Anbindung eines Smart Meter Gateways wird eine moderne Messeinrichtung zu einem intelligenten Messsystem.

Welche Funktion haben intelligente Messsysteme?

Intelligente Messsysteme bilden die technische Basis für diverse Anwendungen in den Bereichen Netzbetrieb, Strommarkt, Energieeffizienz sowie Visualisierung und ermöglichen u.a.:

  • Verbrauchstransparenz
  • „Spartenbündelung“, das heißt gleichzeitige Ablesung und Messwertübertragung der Sparten Strom, Gas, Wasser und Fernwärme
  • variable und zeitabhängige Energietarife
  • Vermeidung von Vor-Ort-Ablesekosten
  • Bereitstellung netzdienlicher Informationen dezentraler Erzeuger und flexibler Lasten
  • Steuerung dezentraler Erzeuger und flexibler Lasten

Warum werden in Deutschland intelligente Messsysteme und moderne Messeinrichtungen verbaut?

Die Umstellung von konventionellen Energieträgern auf wetter- und saisonal abhängige dezentrale Erzeugungsanlagen fordert in Zukunft ein höheres Maß an Kommunikation zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme helfen die Datenverfügbarkeit und Steuerbarkeit zu realisieren. Somit ist der Wechsel der Zählertechnologie ein weiterer Schritt zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende. Gesetzliche Grundlage bildet das Messstellenbetriebsgesetz.

Wer wird mit einem intelligenten Messsystem oder einer modernen Messeinrichtung ausgestattet?

Moderne Messeinrichtungen erhalten bis 2032:

  • alle Verbrauchsanlagen
  • alle Erzeugungszähler

Ein intelligentes Messsystem erhalten:

  • Verpflichtend ab 2017: Verbraucher größer 10.000 kWh pro Jahr
  • Verpflichtend ab 2017: dezentrale Erzeugungsanlagen nach dem EEG und dem KWKG mit einer installierten Leistung größer 7 kW
  • Verpflichtend ab 2020: Verbraucher größer 6.000 kWh pro Jahr
  • Optional ab 2020: Verbraucher kleiner 6.000 kWh pro Jahr und dezentrale Erzeugungsanlagen nach dem EEG und dem KWKG mit einer installierten Leistung kleiner 7 kW

Wie profitieren Verbraucher unmittelbar vom Einsatz intelligente Messsysteme?

Ein wesentlicher Vorteil ist die hohe Transparenz des Energieverbrauchs aufgrund der Visualisierung der Verbrauchwerte. Durch diese ergeben sich Einsparpotenziale von Strom und Geld. Mit der Kommunikationsanbindung des Zählers sind keine Verbrauchsablesungen vor Ort mehr notwendig.

Datenschutz & Datensicherheit

Welche Daten werden erhoben?

Intelligente Messsysteme und moderne Messeinrichtungen erheben im Standard alle 15 Minuten den Stromverbrauch. Auf Wunsch können zusätzliche Messwerte erhoben werden. Zum Auslesen der erhobenen Messwerte durch eine moderne Messeinrichtung ist weiterhin eine manuelle Ablesung vor Ort notwendig. Bei intelligenten Messsystemen werden die erhobenen Messwerte über das Gateway übertragen.

Wie werden Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet?

Als kommunales Unternehmen ist es den SWM ein besonderes Anliegen, die Daten der Bürger*innen zu schützen. Die gesetzliche Grundlage mit hohen Anforderungen bildet hierbei das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) prüft kontinuierlich Informationen von Herstellern und Anwendern über bekanntgewordene Sicherheitslücken.

Die kontinuierliche Fortentwicklung des Schutzprofils für intelligente Messsysteme gewährleistet auch in Zukunft ein hohes Sicherheitsniveau. Bereits im Einsatz befindliche intelligente Messsysteme werden fortlaufend aktualisiert.

Datenkommunikation

Wer welche Daten von wem, wie oft und zu welchem Zweck erhält, erfahren Sie im Formblatt Datenkommunikation.

Zur Datenkommunikation

 

 

Kosten

Wer trägt die Kosten für die digitale Zählertechnik, den Einbau und die Wartung?

Die Kosten für Zähler, Einbau, Betrieb und Wartung sind für die gesetzlichen Standardleistungen mit den Messentgelten abgedeckt.

Falls der Zählerschrank für den Einbau der neuen Technik umgebaut werden muss, trägt der Anschlussnehmer, also der Haus- oder Wohnungseigentümer, die Kosten.

Wer trägt die Kosten bei einem notwendigen Umbau des Zählerschranks?

Falls der Zählerschrank für den Einbau der neuen Technik umgebaut werden muss, trägt die Kosten die/der Anschlussnehmer*in, also die/der Haus- oder Wohnungseigentümer*in.

Wie hoch sind die jährlichen Kosten für Kund*innen?

Das Entgelt für moderne Messeinrichtungen beträgt aktuell 20 Euro brutto pro Jahr. Für die Kund*innen von intelligenten Messsystemen gelten abhängig vom jährlichen Stromverbrauch bzw. der Leistungsgröße der dezentralen Erzeugungsanlage unterschiedliche Messentgelte. Bei den Messentgelten für intelligente Messsysteme sind die Kosten für die moderne Messeinrichtung bereits enthalten.

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