Energiewende

Ausbau der erneuerbaren Energien

Energie bestimmt unser Leben. Wir nutzen sie in Smartphones und Computern, in U-Bahnen und E-Fahrzeugen. Energie heizt oder kühlt Wohnungen und Büros, auf Knopfdruck startet sie Maschinen oder gibt uns Licht. Weil uns Energie in nahezu allen Lebenslagen begleitet, müssen wir sie ressourcenschonend erzeugen und sparsam einsetzen. Für eine lebenswerte Zukunft gibt es keine Alternative: Der CO₂-Ausstoß muss drastisch sinken. Und zwar nicht nur in München, sondern in Deutschland, Europa und der Welt. Klimaschutz ist eine globale Aufgabe.

SWM gestalten Münchens Klimazukunft

Gerade als kommunales Energieunternehmen stehen die SWM in der Verantwortung, die Energiewende maßgeblich mitzugestalten. Bereits vor dem Atomausstieg der Bundesrepublik haben wir bei der Stromerzeugung die Wende beschlossen und 2008 unsere Ausbauoffensive Erneuerbare Energien gestartet.
 

  • Bis 2025 wollen wir so viel Ökostrom in eigenen Anlagen produzieren, wie ganz München benötigt. 
  • Wir wollen den Münchner Bedarf an Fernwärme CO2-neutral decken, überwiegend aus Geothermie.
  • Wir bauen die umweltschonende Fernkälte aus, um individuelle Klimaanlagen zu ersetzen. 

Ausbauoffensive Erneuerbare Energien

Seit 2008 setzen wir auf die Erneuerbaren. Ziel unserer Ausbauoffensive ist es, den Bedarf Münchens mit Ökostrom aus unseren Anlagen decken zu können. Und der Fortschritt kann sich sehen lassen: Im Jahr 2019 haben wir bereits 4,33 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom produziert. Davon 2,46 Milliarden Kilowattstunden in Deutschland. 

Aktuell erzeugen wir schon mehr Ökostrom, als alle Münchner Privathaushalte sowie Tram und U-Bahn verbrauchen. 

Beim Ausbau der Ökostromerzeugung haben Projekte in der Region München Vorrang. Hier betreiben wir mehr als 30 Photovoltaik-Anlagen, 14 Wasserkraftanlagen, zwei Biogasanlagen, fünf Geothermieanlagen (eine weitere geht 2021 in Betrieb) und eine Windkraftanlage. Eine zweite steht in Fröttmaning kurz vor Fertigstellung. Viele weitere regionale Projekte sind in Planung. Zum Beispiel wollen wir in der Region München weitere Photovoltaik-Freiflächenanlagen betreiben.

Weil die Metropole München und ihre Region dicht besiedelt, Sonne und Wind hier nur begrenzt nutzbar sind und die Abstandsregelung in Bayern den Ausbau von Windenergie quasi unmöglich macht, können wir regional nicht so viel Ökostrom erzeugen, wie benötigt. Deshalb produzieren wir gemeinsam mit Partnern auch an anderen Standorten in Europa Ökostrom. 
 

100 Prozent Ökostrom für München

Wer Ökostrom bezieht, fragt sich: Kann ich wirklich 100 Prozent Ökostrom aus meiner Steckdose bekommen? Die Antwort lautet meist Nein. Denn Strom wird europaweit erzeugt und in das so genannte europäische Verbundnetz eingespeist. Physikalisch vermischt er sich aus allen Kern-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie Ökostromanlagen und wird so dem Kunden an der Steckdose zur Verfügung gestellt. Das europäische Strom-Verbundnetz ist mit einem riesigen See zu vergleichen. Alle, die Strom erzeugen, speisen in diesen „Strom-See“ ein; alle, die Strom verbrauchen, entnehmen etwas. 

Saubere kWh für den Stromsee

Jede regenerativ erzeugte Kilowattstunde macht den europäischen See sauberer. Unser Ziel ist es, ab 2025 so viel Ökostrom in den See einzuspeisen, wie München entnimmt. Die Beteiligungen an klimafreundlichen Energiegewinnungsanlagen außerhalb Münchens sind daher genauso sinnvoll wie die in München. Denn ihr Umwelteffekt kommt allen und damit auch den Münchner*innen zugute.

SWM Ökostrom-Anlagen

Interaktiver Energieatlas: Ökostrom-Anlagen in München und Region
 

Ökowärme aus Geothermie: CO₂-frei heizen

40 Prozent der gesamten Energie, die in Deutschland verbraucht wird, fließt in die Wärmeversorgung. In Privathaushalten machen Heizung und Warmwasserbereitung sogar rund 90 Prozent des gesamten Verbrauchs aus. Um die Energiewende auch im Wärmemarkt zu erreichen, haben wir im Jahr 2012 eine Fernwärme-Vision entwickelt: Wir wollen den Münchner Bedarf an Fernwärme CO2-neutral decken, überwiegend mit Ökowärme aus Geothermie. Parallel dazu wird das Fernwärmenetz für die Ökowärme fit gemacht.

München hat mit über 800 Kilometern eines der größten Fernwärmenetze in Europa. Derzeit erzeugen wir Fernwärme zum größten Teil im umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplungsprozess.

Indem wir die fossilen Brennstoffe durch erneuerbare Wärme vor allem aus Geothermie ersetzen, können wir die ohnehin schon sehr gute Klima- und Ressourcenbilanz der Fernwärme noch einmal erheblich verbessern.

Ausbau der Geothermie geht voran

In Riem und Sauerlach nutzen wir die Geothermie bereits erfolgreich. Die Geothermieanlage Freiham ist seit 2016 in Betrieb. Im Süden von München wollen wir, auch in Kooperation mit benachbarten Gemeinden, weitere Geothermiepotenziale erschließen. Die SWM Geothermie-Anlagen in Kirchstockach und Dürrnhaar werden zu Heizkraftwerken ausgebaut und gemeinsam mit dem Geothermie-Heizkraftwerk in Sauerlach mit dem Münchner Fernwärmenetz verbunden. So können auch die Gemeinden im südlichen Landkreis von der Fernwärme-Vision der SWM profitieren. 

Am HKW Süd in Thalkirchen entsteht die stärkste Geothermieanlage Münchens – und die bislang größte Geothermieanlage Deutschlands. Mit einer Leistung von über 50 Megawatt soll sie ab dem Jahr 2021 Ökowärme für mehr als 80.000 Münchnerinnen und Münchner liefern.

SWM Geothermie-Anlagen
 

Fernkälte: Das Klimatisierungssystem der Zukunft

Der Kältebedarf steigt kontinuierlich. Die Klimatisierung in Einzelhandel und Gastronomie genauso wie in Büros und in Wohnungen gehört zunehmend zur Grundausstattung von Gebäuden. Ein weiterer Baustein unseres Klimaengagements ist daher die Fernkälte: Kälte wird zentral erzeugt und als kaltes Wasser über eine Rohrleitung an die Kunden*innen geliefert. Dort nimmt es Abwärme aus der Gebäudeklimatisierung auf. Anschließend wird es über eine zweite, parallel verlaufende Leitung der zentralen Kälteerzeugung zugeführt, wieder abgekühlt und den Kund*innen erneut zur Verfügung gestellt. Das ist umweltfreundlich, kostensparend und energieeffizient: Im Vergleich zu herkömmlichen, dezentralen Klimaanlagen spart Fernkälte etwa die Hälfte des Primärenergieaufwands.

Kaltes Grundwasser – eine natürliche Energiequelle

Und es geht noch klimaschonender: Denn für die Fernkälte nutzen wir auch die Kälte aus dem Grundwasser und den unterirdisch verlaufenden Stadtbächen. Gegenüber individuell erzeugter Kälte können auf diese Weise sogar gut 70 Prozent des Strombedarfs eingespart werden. Da es sich bei der Fernkälte um ein geschlossenes System handelt, gibt es keinen Eingriff in die Wasserökologie.

Fernkälte für Geschäftskunden
 

Saubere Mobilität für München

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind wichtiger Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Deshalb beziehen wir auch die Verkehrswende mit ein. Das Bus- und Bahnangebot der MVG wird ausgebaut und um neue Mobilitätsformen für den individuellen Bedarf ergänzt. Das macht den ÖPNV noch attraktiver – und das eigene Auto verzichtbar. U- und Trambahnen fahren bereits mit Ökostrom. Zudem soll die MVG Busflotte auf Elektroantrieb umgestellt werden. 

Auch beim Individualverkehr sind wir Schrittmacher der Elektromobilität: Ende 2020 geht unsere 580. öffentliche Ökostrom-Ladestation in Betrieb. Zudem bauen wir die Zahl der Schnellladestationen in München aus. Auch in unserem eigenen Fuhrpark setzen wir auf den E-Antrieb.

Elektromobilität

Vernetzter Verkehr

Elektrobus-Strategie der MVG

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