Digitalisierung und IT-Lösungen bei den SWM
Digitale Lösungen braucht es nicht nur für die Smart City München, sondern auch in unserem eigenen Unternehmen. Wir arbeiten laufend daran, das Innovationspotenzial durch die Digitalisierung für die SWM zu nutzen, beispielsweise mit IT-Lösungen wie virtueller Realität, Prozessautomatisierung und Low Code.
BIM: digitale Planungsmethode für Bauprojekte
Building Information Modeling (BIM) ist eine Methode zur kollaborativen Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken auf Basis digitaler Modelle.
In Bauprojekten wird mit BIM eine digitale Planungsmethode genutzt, bei der Bauwerke zunächst als umfassende virtuelle Modelle erstellt und später als digitaler Zwilling im Betrieb weitergeführt werden. Dadurch lassen sich insbesondere bei komplexen Projekten Entscheidungen vorab prüfen, Konflikte frühzeitig erkennen sowie Kosten, Termine und Qualität deutlich besser steuern. Eine einheitliche BIM-Strategie, basierend auf aktuellen Standards, Forschung und Praxiserfahrungen, soll diese Vorteile systematisch in der Organisation verankern.
Innenraumvermessung und virtuelle Realität
Mit einem 360°-Innenraumscanner, grob vergleichbar mit Google-Street-View, haben die SWM ihre technische Anlagen erfasst. Damit können diese visuell begangen und am Bildschirm vermessen werden. Unser Immobilienbereich arbeitet daran, virtuelle Modelle von SWM eigenen Gebäuden zu erstellen. In Zukunft sind auch Modellierungen von Gasdruckregelanlagen, Schachtbauwerken oder weiteren Infrastrukturanlagen denkbar.
3DTwin@SWM: Mobile Mapping
Mobile Mapping (3D-Datenerfassung) mit dem NavVis VLX3 ermöglicht die schnelle, präzise und großflächige Erfassung der SWM Infrastruktur in Form von hochauflösenden 3D‑Punktwolken und Bilddaten. So werden Netze, Anlagen und Umgebungen effizient digitalisiert und als Grundlage für Planung, Dokumentation und Betrieb nutzbar gemacht.
Die Vorteile liegen in der Möglichkeit, virtuelle Begehungen durchzuführen und damit zeitaufwendige Vor-Ort-Termine deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig können Maße und Flächen schnell und effizient ermittelt werden. Durch den sofortigen Zugriff auf einen ganzheitlichen und qualitativ hochwertigen Vermessungsdatensatz wird eine fundierte Arbeitsgrundlage geschaffen. Zudem lässt sich der Bedarf an einzelnen Beauftragungen klassischer Vermessungsarbeiten spürbar verringern.
Digitale Meldungen per QR-Code
Mit M/Quick haben wir eine eigene digitale Lösung entwickelt, mit der Störungen und Informationen direkt am Objekt erfasst bzw. aufgerufen werden können. Ein kurzer Scan genügt: Jeder Code ist eindeutig einem Objekt zugeordnet, wodurch Meldungen automatisch mit den richtigen Standort- und Kontextinformationen an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden. Das reduziert Rückfragen und beschleunigt die Bearbeitung deutlich.
Die QR-Codes sind im gesamten Quartier der SWM Zentrale an Brandschutztüren, Aufzügen, Teeküchen, Sanitärräumen und Kopierräumen angebracht und werden auch an Büros, Besprechungsräumen und weiteren Orten ausgerollt.
M/Quick hat sich im Einsatz bei SWM und MVG bewährt und kann auch von anderen Infrastrukturbetreibern und Unternehmen genutzt werden, um Prozesse effizienter und transparenter zu gestalten.
Intuitiv programmieren mit Low Code
In Zeiten immer schneller voranschreitender Digitalisierung bei gleichzeitigem Fachkräftemangel beschreiten die SWM neue Wege bei der Entwicklung von Anwendungen. Bei herkömmlichen Ansätzen dominiert die textbasierte Programmierung – das sogenannte „Coden“. Dafür ist spezielles Know-How sowie langjährige Erfahrung Voraussetzung. Durch Low Code gehen wir einen intuitiveren Weg. Dabei wird die Programmierung durch grafische Elemente ergänzt oder sogar ersetzt. Man kann sich also Programme einfach „zusammenklicken“.
In der IT der SWM werden zwei unterschiedliche Ansätze verfolgt: Beim sogenannten Citizen Development werden Anwender*innen in die Lage versetzt, selbst Entwicklungen durchzuführen. Die zentrale IT wird entlastet, indem wir spezialisierte Workflows realisieren, die bei Ausfall jedoch keine geschäftskritischen Folgen haben.
Auch innerhalb der IT kann Low Code eingesetzt werden, um als Alternative zu klassischen Programmiersprachen schneller Ergebnisse zu erzielen. Damit können sowohl kurzfristiger neue Angebote umgesetzt auch auch interne Anwendungen realisiert werden.
Prozessanalysen mit Process Mining
Process Mining ist eine Grundlagentechnologie für Prozessanalysen. Jeder digitale Geschäftsprozess hinterlässt digitale Spuren in den verwendeten IT-Systemen. Mit der Process-Mining-Technologie können diese Spuren aus Datenbanken wie ERP-Systemen (anonymisiert/pseudonymisiert) ausgewertet und transparent dargestellt werden, beispielsweise in Form von Prozess-Graphen, Schlüsselkennzahlen und Diagrammen. Filtermöglichkeiten und Drill Down auf Einzelbelegebene ermöglichen es, den Ursachen von Schwachstellen im Prozess auf die Spur zu kommen.
Schnelle Prozessautomatisierung mit Robotic Process Automation (RPA)
Mit der RPA-Software automatisiert unser Expertenteam in relativ kurzer Zeit Prozesse, ohne die für die Abwicklung der Prozesse verwendete Software zu verändern. Der mit der Software gebaute Workflow („der Bot“) imitiert die Mausklicks und die Tastatureingaben der Nutzer*innen und kann damit auch Prozesse abwickeln, für die mehrere verschiedene Anwendungen (z. B. SAP, Excel, Outlook etc.) benötigt werden.
Wesentliche Ziele der RPA: Entlastung von qualifiziertem Personal von eintönigen Tipparbeiten, Senkung der Fehlerquote und Beschleunigung der Durchlaufzeit, denn der Bot kann an 7 Tagen 24 Stunden arbeiten.
Modell München als zentrales Planungswerkzeug
Das Modell München ist ein räumlich aufgelöster, gebäudescharfer Datensatz von München und der Region. Neben den Gebäudeeigenschaften (unter anderem Baujahr, Fläche, Denkmalschutz, Heizungsart, Wärmebedarf, etc.) enthält das Modell München auch regional aufgelöste Versorgungspotenziale wie Fernwärme, Luft-Wärmepumpen, oberflächennahe Geothermie etc. Dabei werden die Vorgaben aus Datenschutz, Unbundling und kritischer Infrastruktur beachtet.
Das Modell wurde als zentrales Planungswerkzeug innerhalb der SWM entwickelt. Inzwischen wird es auch von der Landeshauptstadt München für die kommunale Wärmeplanung eingesetzt. Dabei ist es möglich, Zukunftsprojektionen zur Transformation des Heizungssystems und des Sanierungsstands gebäudescharf zu berechnen. Durch die Veränderung einzelner Parameter können so auch die Effekte politischer Maßnahmen (etwa Gesetzesänderungen, Förderungen und Verbote) hinsichtlich Kosten und CO2-Minderung quantifiziert werden.
Karten ©Mapbox ©OpenStreetMap
M365 Copilot Chat als KI-Assistent
Um künstliche Intelligenz (KI) den SWM Mitarbeiter*innen für betriebliche Zwecke zugänglich zu machen, nutzen wir den M365 Copilot Chat als KI-Assistenten. Das KI-Tool basiert auf aktuellen Webdaten und unterstützt bei der Ideenfindung, Recherche, Text- und Bildgenerierung.