Monitoring und prädiktive Instandhaltung
Wissen, was passiert, bevor es passiert? Gerade bei kritischer Versorgungsinfrastruktur wie Fernwärmenetzen und Wasserleitungen ist es wichtig, Störungen frühzeitig zu erkennen und Ausfällen vorzubeugen. Auf dem Weg zur Smart City werden immer mehr Objekte und Endgeräte der realen Welt mit Sensoren ausgestattet. Diese senden kontinuierlich Daten und ermöglichen damit Einblicke über den Ist-Zustand eines Objekts. Sie können aber auch dazu genutzt werden, tiefer gehende Analysen zu erstellen oder Prognosen über einen potenziellen Zustand in der Zukunft abzuleiten. Für diese vorausschauende Zustandsüberwachung braucht es eine sensible Messtechnik, intelligente Datenverarbeitung und eine klare Anwendungslogik.
Messwertübertragung aus Netz-Trafostationen
Die Netz-Trafostationen erfassen kontinuierlich wichtige technische Kennzahlen wie Strom- und Spannungswerte, Temperaturdaten oder Kurzschluss-Anzeigen. Diese Messwerte werden in regelmäßigen Intervallen an die SWM Zentrale übermittelt. Eine stabile Datenanbindung stellt sicher, dass die Messwerte zuverlässig und nahezu in Echtzeit verfügbar sind.
Dadurch kann der Zustand des Verteilnetzes präzise überwacht und bei Bedarf schnell auf Veränderungen reagiert werden – eine wichtige Voraussetzung für einen sicheren und effizienten Netzbetrieb, insbesondere angesichts steigender Anforderungen wie beispielsweise durch die E‑Mobilität.
Wasser-Verlustmanagement
Wasser ist kostbar – daher beugen wir vor, um kein Wasser zu verlieren. Wir verfolgen verschiedene innovative Ansätze, um Wasserlecks noch besser zu orten und zu beheben. Mit der Nachtminimum-Methode in kleineren Bilanzzonen werden per Mobilfunk übermittelte Sensordaten von spezifischen Messpunkten einer Bilanzzone zu Echtzeitanalysen genutzt.
Online-Diagnoseverfahren für Fernwärme-Netze
In Fernwärme-Netzen können spontane Lecks (sog. Leckagen) auftreten. Werden die betroffenen Gebiete nicht rechtzeitig abgetrennt, kann es zu einem Stillstand des Netzes kommen. Mit modernen Diagnoseverfahren können Durchfluss- und Druckwellenmessungen ausgewertet und auf Muster überprüft werden. Damit kann berechnet werden, in welchem Teil des Netzes die Leckage am wahrscheinlichsten verortet ist.
Ein erster Prototyp ist im Einsatz, der die eingehenden Prozessdaten rund um die Uhr analysiert. Er kann Füllvorgänge, die auf das Netz wie Leckagen wirken, erfolgreich auswerten.
Freileitungs-Monitoring durch Messkugeln
Wir nutzen ein System zur permanenten Überwachung von Freileitungen. Die in den Leiterseilen eingehängten Messkugeln überliefern mittels LTE (Mobilfunkstandard Long Term Evolution, auch 4G) laufend Informationen zur Temperatur des Leiterseils, zum Durchhang sowie zur Strombelastung an ein cloudbasiertes Auswertesystem. Angereichert durch strukturelle Merkmale und Wetterdaten können insbesondere Prognosen zur maximal verfügbaren Stromtragfähigkeit des Leitersystems getroffen werden.
Zustandsmonitoring für die Zeltdach-Konstruktion im Olympiapark
Um die Sicherheit der Mitarbeiter*innen, Sportler*innen und Besucher*innen im Olympiapark zu gewährleisten, müssen die Olympiapark-Anlagen und insbesondere das ikonische Zeltdach in einem technisch sicheren Zustand sein. Wir führen regelmäßig Begehungen des Dachs durch, um es auf Beschädigungen zu überprüfen.
Wir prüfen verschiedene Möglichkeiten, die Zustandsbeurteilung des Zeltdachs zu vereinfachen und zu automatisieren. In einem ersten Praxistest macht eine ferngesteuerte Kamera vom Olympiaturm aus Bildaufnahmen des Dachs. Diese können im Anschluss (teil-)automatisiert am Computer ausgewertet werden. So müssen wir zukünftig weniger Begehungen durch Kletterpersonal durchführen.
Ein Anwendungsfall: Das smarte Schwimmbad
Vorausschauende Zustandsüberwachung wird meist im Kontext von Maschinen und Anlagen verwendet. Doch auch für die Sicherheit von Menschen kann Monitoring genutzt werden – zum Beispiel beim Schwimmen.
Vorausschauende Zustandsüberwachung wird meist im Kontext von Maschinen und Anlagen verwendet. Doch auch für die Sicherheit von Menschen kann Monitoring genutzt werden – zum Beispiel beim Schwimmen.
Im Südbad läuft das Pilotprojekt „Smartes Schwimmbad“. Künstliche Intelligenz hilft dabei, mögliche Gefahrensituationen im Wasser auch computergestützt zu erkennen. Auf das Becken gerichtete Videokameras erfassen die Bewegungen im Wasser. Aus den Bilddaten werden Bewegungsmuster abgeleitet, unmittelbar danach werden sie gelöscht. Die Fachkräfte im Bad bekommen Smartwatches, die in Echtzeit und mit genauer Positionsangabe warnen, falls das Bewegungsmuster im Wasser auf eine ungewöhnliche Situation und mögliche Gefahr hindeutet.