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Seismik-Fahrzeug in Freiham

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Seismikmessungen südöstlich von München

Für eine nachhaltige Nutzung der Tiefengeothermie

Anfang 2020 wurde südöstlich von München ein seismisches Erkundungsprogramm durchgeführt. Ziel des Projekts ist, das Potenzial zur Erschließung umweltschonender Erdwärme (Geothermie) aus tiefliegenden Schichten in der Region zu ermitteln und durch Modellsimulationen eine nachhaltige und effiziente Bewirtschaftung dieser Ressource zu ermöglichen.

Geothermie für die Energiewende

Das Gelingen der Energiewende hängt maßgeblich davon ab, Heizenergie klimaschonend ohne fossile Brennstoffe zu erzeugen. Seit 2012 realisieren die Stadtwerke München (SWM) daher ihre Fernwärme-Vision: Mittelfristig wollen wir den Münchner Bedarf an Fernwärme CO2-neutral decken, überwiegend aus Geothermie.

Im Großraum München sind die geologischen Voraussetzungen für die Nutzung der Erdwärme so gut wie in nahezu keiner anderen Region Deutschlands. Dieses Potenzial wollen wir auch in Zusammenarbeit mit benachbarten Gemeinden nutzen.

Natürliche Energie aus der Tiefe

Im tieferen Untergrund weiter Teile Südbayerns verläuft eine Kalksteinschicht, die reichlich heißes Wasser führt. Dieses Thermalwasser nutzen die SWM bereits erfolgreich als Energieträger zur Erzeugung von Nutzwärme und Strom, beispielsweise in den Geothermieanlagen in Kirchstockach, Dürrnhaar und Sauerlach. Diese Anlagen wollen wir künftig mit dem Münchner Fernwärmenetz verbinden, wovon auch andere Gemeinden südlich von München profitieren könnten, z. B. wenn sich Anschlussmöglichkeiten eröffnen.

Seismische Messkampagne südöstlich von München

Nahe Hohenbrunn traf sich das Projektteam zum Finale der Seismikmessungen: (v.l.) Mario Vormbaum (Firma Geophysik und Geotechnik Leipzig GGL), Gary Wright (DMT), Dr. Dietfried Bruss (Projektleiter der SWM Seismikkampagne), Silke Bißmann und Olaf Meyer (beide DMT).

Um das tiefengeothermische Potenzial im erweiterten Umfeld der drei Anlagen optimal nutzen zu können, haben wir Anfang 2020 den Untergrund der Region durch seismische Messungen untersuchen lassen.

Knapp drei Wochen lang waren die weißen Vibro-Fahrzeuge in unserem Auftrag südöstlich von München unterwegs – jetzt sind die Messarbeiten erfolgreich abgeschlossen.

Das Team aus unserer Projektleitung und der mit den Seismikmessungen beauftragten Firma DMT zogen eine positive Bilanz dieses Teils der Erdwärme-Erkundung. Dr. Dietfried Bruss, Projektleiter der SWM Seismikkampagne: „Die Messarbeiten kamen trotz teilweise widrigen Wetterbedingungen – auch uns erwischte das Sturmtief „Sabine“ – flott voran. Jetzt sehen wir gespannt der Auswertung der Daten entgegen.“

Was passierte bei den Messungen?

SWM Seismik-Messungen 2019/2020

Die Vibro-Fahrzeuge waren seit Anfang Februar in vier Messgruppen, innerorts einzeln, außerorts in Zweiergruppen unterwegs. Alle 30 Meter senkten die Spezialfahrzeuge eine Rüttelplatte auf den Boden und sendeten für 60 Sekunden Schallwellen in die Tiefe. Die Schallwellen reflektierten im Untergrund an Grenzbereichen verschiedener Gesteinsschichten und wurden von hochempfindlichen Erdmikrophonen, sogenannten Geophonen, an der Erdoberfläche aufgenommen. Damit erfassten die Messungen rund 177 Quadratkilometer in den Gemeinden südöstlich von München.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Geophoneinheiten werden bis Ende Februar eingesammelt und damit die Feldarbeiten abgeschlossen.

Die gespeicherten Messdaten werden in den kommenden Monaten ausgewertet. Sie sollen bis voraussichtlich Ende des Jahres ein aufschlussreiches 3D-Bild des Untergrunds, besonders der thermalwasserführenden Gesteinsformation Malm, liefern.

Die SWM haben für die Messarbeiten das Unternehmen DMT GmbH & Co. KG beauftragt, einen renommierten und international erfahrenen Partner. DMT führt seit Jahrzehnten seismische Erkundungen in ganz Europa zuverlässig und entsprechend der geltenden Vorschriften durch. Unter anderem wurde die vielbeachtete, urbane Seismikkampagne München-Süd 2015/16 von DMT (im Auftrag der SWM) durchgeführt.

Im Unterauftrag von DMT werden alle betroffenen Grundstückseigentümer*innen und Pächter*innen durch das Partnerunternehmen IPS Informations & Planungsservice GmbH rechtzeitig über die bevorstehenden Erkundungen informiert und um Zustimmung zu den Arbeiten auf den jeweiligen Flächen gebeten. Dazu und auch bei Fragen während der Messarbeiten im Gelände stehen Ihnen die sachkundigen Mitarbeiter*innen der Firma IPS gerne zur Verfügung:

Telefon: 01590 1605133
E-Mail: münchen@ips-celle.de

Bei weiteren Fragen zur Messkampagne wenden Sie sich gerne an unsere SWM Experten unter seismik@swm.de.