So setzt sich Ihr Strompreis zusammen

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So setzt sich Ihr Strompreis zusammen

EEG-Umlage, Steuern und Netzentgelte
25.06.2020
Wird der Strom immer teurer? Wie setzt sich eigentlich der Strompreis zusammen? Und was ist die EEG-Umlage? Diese Fragen stellen sich viele unserer Stromkunden. Wir haben die wichtigsten Antworten für Sie zusammengestellt.
Die Bundesregierung hat ein milliardenschweres Konjunkturprogramm beschlossen, um die Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln. Eine der Maßnahmen ist es, die EEG-Umlage zu deckeln und damit einen starken Anstieg der Strompreise zu verhindern. Das ist eine gute Nachricht für alle Privatkunden, denn die EEG-Umlage ist seit ihrer Einführung 2003 stark gestiegen und hat einen großen Einfluss auf den Strompreis.
Was die EEG-Umlage genau ist, klären wir gleich. Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, wie der Strompreis zusammengesetzt ist. Neben den EEG-Umlage gibt es nämlich noch weitere Abgaben und Umlagen, die den Großteil des Strompreises ausmachen – zusammen gut 77 Prozent. 


Das sind die Bestandteile des Strompreises:
  • 52 Prozent sind Steuern, staatliche Umlagen und Abgaben wie die EEG-Umlage.
  • 25 Prozent sind Netzentgelte, die die örtlichen Netzbetreiber dafür erhalten, dass sie die Stromnetze betreiben, instand halten, erneuern und erweitern. Sie sind für alle Stromanbieter in einem Netzgebiet gleich und gesetzlich reguliert.
  • 23 Prozent erhalten die Stromanbieter (also z. B. die Stadtwerke München) dafür, dass sie den Strom erzeugen oder beschaffen, für den Vertrieb und den Kundenservice. 
Grafik: Zusammensetzung Strompreis

 

Wollen Sie es noch genauer wissen? Wir haben alle staatlichen Umlagen und Steuern für Sie im Detail zusammengestellt:

Durchblick bei den staatlichen Umlagen und Steuern

 
Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bei den SWM
Die Verteilung der Strombestandteile ist bei allen Stromanbietern gleich, bei Großkonzernen genauso wie bei kommunalen Unternehmen wie den SWM. 

Bei uns können Sie sich aber darauf verlassen, dass wir Ihnen ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Und dass wir unsere Kosten für Strom fair an unsere Kunden weitergeben – das gilt bei sinkenden Preisen ebenso wie bei sich erhöhenden. Wir zählen nicht umsonst im Vergleich der Grundversorger der zehn größten deutschen Städte bei den Gesamtkosten für Strom, Erdgas und Trinkwasser zu den günstigsten Anbietern.

Wegen der gestiegenen Beschaffungskosten und ebenfalls gestiegener staatlicher Umlagen haben viele Energie-Unternehmen seit Anfang des Jahres ihre Preise erhöht. Auch wir haben das geprüft, uns aber entschieden, für unsere Privatkunden 2020 die Preise stabil zu halten. Denn für uns war klar, dass wir unsere loyalen Kunden in Corona-Zeiten nicht zusätzlich belasten werden – damit wir alle zusammen gut durch die Krise kommen.

Wir geben die Mehrwertsteuersenkung weiter
    
Ein weiterer Bestandteil des Konjunkturpakets ist die Senkung der Mehrwertsteuer vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 Prozent bzw. von 7 auf 5 Prozent. Diese Steuersenkung werden die SWM voll an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben.

Die Höhe der monatlichen Strom-Abschlagszahlungen bleibt unverändert. Die Verrechnung erfolgt dann in der Jahresrechnung. Dort wird die niedrigere Mehrwertsteuer entsprechend ausgewiesen. 

Und was ist jetzt die EEG-Umlage?

EEG steht für Erneuerbare-Energie-Gesetz. Die in diesem Gesetz festgelegte Umlage dient dazu, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu finanzieren. Nach dem Gesetz sind die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, den Strom, den Anlagen für erneuerbare Energien produzieren, bevorzugt ins Stromnetz einzuspeisen und dafür einen über 20 Jahre festgelegten Preis zu bezahlen. 
Dieser Preis ist teilweise allerdings erheblich höher als der Marktpreis, zu dem der Netzbetreiber den Strom an die Kunden weiterverkaufen kann. Um ein Verlustgeschäft zu vermeiden, wird diese Differenz mit der EEG-Umlage ausgeglichen. Über einen Anteil an ihren Stromkosten bezahlen alle Stromkunden diese Umlage. Einige Industriezweige, die sehr viel Strom benötigen, sind allerdings von der Umlage ausgenommen – deren Anteil müssen die anderen Stromkunden zusätzlich übernehmen. 
 


Konjunkturpaket: EEG-Umlage wird gesenkt
Mit dem gerade beschlossenen Konjunkturpaket hat die Bundesregierung auch eine Entlastung der Stromkunden beschlossen Sie will die EEG-Umlage für das Jahr 2021 auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und für 2022 auf 6 Cent pro kWh senken. Sie reagierte damit darauf, dass für das kommende Jahr ein starker Anstieg der EEG-Umlage auf über 8 Cent pro kWh vorausgesagt worden war. Derzeit liegt die Umlage bei 6,76 Cent pro kWh. Der Bund übernimmt also die Kosten durch den eigentlich erwarteten Anstieg der Umlage. 


Warum wäre die Umlage eigentlich stark gestiegen? Das liegt einerseits daran, dass es zuletzt viele wind- und sonnenreiche Monate gegeben hat. Es wurde also viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Andererseits liegt es paradoxerweise daran, dass der Strompreis im Großhandel gefallen ist. Während der Corona-Krise ist der Stromverbrauch der Industrie stark zurückgegangen. Die gesunkene Nachfrage hat einen Preissturz an der Strombörse verursacht und in Folge sinkenden Einnahmen aus den Strommengen, die durch das EEG gefördert werden. Die Differenz, die die EEG-Umlage ausgleichen soll, hat sich so vergrößert, die Umlage wäre gestiegen. 

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