EEG-Umlage, Steuern und Netzentgelte

So setzt sich Ihr Strompreis zusammen

10.01.2022 | Wird der Strom immer teurer? Wie setzt sich eigentlich der Strompreis zusammen? Und was ist die EEG-Umlage? Diese Fragen stellen sich viele unserer Stromkund*innen. Wir haben die wichtigsten Antworten für Sie zusammengestellt.

Die Preise für Strom sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Grund sind die explosionsartig gestiegenen Einkaufspreise, die die Versorger am Energiemarkt bezahlen. Doch die Strombeschaffung macht nur einen Teil des Strompreises aus. Der größte Teil – 76 Prozent –  entfällt auf Steuern, Abgaben und Umlagen.

Das sind die 3* Bestandteile des Strompreises:

Die Verteilung der Strombestandteile ist bei allen Stromanbietern gleich, bei Großkonzernen genauso wie bei kommunalen Unternehmen wie den SWM. 

  • 40 Prozent sind Steuern, staatliche Umlagen und Abgaben wie die EEG-Umlage (dazu unten mehr).
  • 38 Prozent erhalten die Stromanbieter (also z. B. die Stadtwerke München) dafür, dass sie den Strom erzeugen oder beschaffen, für den Vertrieb und den Kundenservice. 
  • 22 Prozent sind Netzentgelte, die die örtlichen Netzbetreiber dafür erhalten, dass sie die Stromnetze betreiben, instand halten, erneuern und erweitern. Sie sind für alle Stromanbieter in einem Netzgebiet gleich und gesetzlich reguliert.

Wegen der weltweit gestiegenen sehr stark gestiegenen Energiepreise und ebenfalls gestiegener staatlicher Umlagen haben viele Energie-Unternehmen seit 2020 ihre Preise erhöht. Wir haben die Preise Münchner Haushalts- und Gewerbekunden fast drei Jahre lang stabil gehalten, mussten aber zum 1. Januar 2022 ebenfalls Preissteigerungen bei der Strombeschaffung an die Kund*innen weitergeben. 

* Quelle der Prozentwerte für einen Haushalt in Deutschland mit 3.500 kWh Jahresverbrauch: www.bdew.de, BDEW-Strompreisanalyse Januar 2022

Was ist die EEG-Umlage?

EEG steht für Erneuerbare-Energie-Gesetz. Die in diesem Gesetz festgelegte Umlage dient dazu, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu finanzieren. Nach dem Gesetz sind die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, den Strom, den Anlagen für erneuerbare Energien produzieren, bevorzugt ins Stromnetz einzuspeisen und dafür einen über 20 Jahre festgelegten Preis zu bezahlen. 

Dieser Preis ist teilweise allerdings erheblich höher als der Marktpreis, zu dem der Netzbetreiber den Strom an die Kund*innen weiterverkaufen kann. Um ein Verlustgeschäft zu vermeiden, wird diese Differenz mit der EEG-Umlage ausgeglichen. Über einen Anteil an ihren Stromkosten bezahlen alle Stromkund*innen diese Umlage. Einige Industriezweige, die sehr viel Strom benötigen, sind allerdings von der Umlage ausgenommen – deren Anteil müssen die anderen Stromkund*innen zusätzlich übernehmen. 

2022 ist die Umlage stark gesunken. Mit nur noch 3,723 Cent pro Kilowattstunde ist sie jetzt auf dem niedrigsten Stand seit rund zehn Jahren. Die niedrigere EEG-Umlage kompensiert teilweise die stark gestiegenen Beschaffungspreise auf dem Energiemarkt, was die Stromkund*innen entlastet.

Wie geht es mit der EEG-Umlage weiter?

Im Koalititonsvertrag der Ampel-Regierung ist geplant, die EEG-Umlage zum 1. Januar 2023 komplett abzuschaffen. Zur weiteren Finanzierung der Energiewende sollen dann die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung von Heizöl, Gas, Benzin und Diesel dienen, die von jetzt an jährlich steigen.

Auszeichnungen