Trinkwasserschutz

Regionale Lebensmittel für sauberes Trinkwasser

11.06.2021 | Was hat mein Müsli mit der Trinkwasserversorgung der SWM zu tun? Jede Menge, denn wer Bio-Milch oder andere Ökoprodukte von UNSER LAND kauft, unterstützt regionale Ökobauern und den Trinkwasserschutz in den Wassergewinnungsgebieten.

Eine regionale, faire und überwiegend biologische Landwirtschaft: Unter anderem dafür setzt sich UNSER LAND  ein, ein Netzwerk aus zehn Solidargemeinschaften in und um München. Seit Mitte 2007 kooperiert UNSER LAND mit den Stadtwerken München, um die hohe Qualität der Trinkwasserversorgung in München zu sichern. Ein Gespräch mit Adriane Schua, Vorsitzende des Dachvereins UNSER LAND.

Können Sie uns erklären, was ökologische Landwirtschaft ausmacht?

Kurz gesagt, eine natur- und klimaschonendere Art der Landwirtschaft. Beispielsweise halten Biobauern so viele Tiere, wie sie mit ihrem selbst angebauten Futter versorgen können. Pro Milchkuh benötigt ein Landwirt einen halben Hektar Fläche. UNSER LAND Landwirte haben im Durchschnitt übrigens circa 30 Milchkühe.

Wie trägt UNSER LAND dazu bei, die traditionelle bäuerliche Landwirtschaft in der Region zu erhalten und zukunftsfähig zu machen?

Wir von UNSER LAND vermitteln, warum die regionale Landwirtschaft so wichtig ist. Münchner fahren gerne in den Landkreis Miesbach, weil die Natur hier so schön ist. Das funktioniert aber nur, weil die Landwirte diese Landschaft pflegen. Mit unserer Arbeit versuchen wir zu erklären, wie das Bild der Natur mit den regionalen Bioprodukten im Supermarkt zusammenhängt.

Wie hängen ökologische Landwirtschaft und Trinkwasserschutz zusammen?

Das Münchner Trinkwasser wird aus Grundwasser gewonnen. Die Qualität des Grundwassers hängt auch von der Qualität des Bodens ab, der eine wichtige Filterfunktion erfüllt. Hier kommt die ökologische Landwirtschaft ins Spiel: Sie verzichtet beispielsweise auf chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Damit schont sie Böden und Gewässer – und schützt unser Trinkwasser. 

Adriane Schua ist Vorsitzende von UNSER LAND, einem Netzwerk von zehn Solidargemeinschaften rings um München und Augsburg

 

Um Bauern im Wasserschutzgebiet die ökologische Landwirtschaft zu ermöglichen, haben die SWM 1992 die Initiative „Ökobauern“ ins Leben gerufen. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den SWM?

Als unsere damalige Molkerei auf Bio umstellte, kamen wir mit den SWM zusammen. Die SWM Initiative „Ökobauern“ wollte mit einem besonderen Produkt auf die Trinkwassergewinnung im Mangfalltal aufmerksam machen. So entstand die Idee zu UNSER LAND Bio-Milch. Heute liefern über 100 Milchbauern aus dem Landkreis Miesbach die Milch für unser „gemeinsames“ Lebensmittel. 

UNSER LAND möchte das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang mit der Natur und regionale Lebensmittel stärken. Gibt es hier eine positive Entwicklung?

Auf alle Fälle. Immer mehr Menschen setzen sich für den Klimaschutz ein. Und das beginnt schon im Kleinen beim täglichen Einkauf. Die Nachfrage nach den regionalen UNSER LAND Produkten steigt stetig an. Auch die Nachfrage nach unseren Sonnenäckern steigt: Dort können Menschen eigenes Gemüse anpflanzen. Das führt oft zu einem anderen Einkaufsverhalten, gerade bei Kindern. Denn man merkt, wie viel Arbeit es ist, bis man eine Karotte in der Hand hat.

Woran erkenne ich, dass Lebensmittel zu fairen Preisen für Landwirt*in und Natur verkauft werden?

Es hilft immer, Preise zu vergleichen. Ein höherer Preis sagt aber noch nicht aus, ob der Landwirt fair bezahlt wurde. Hier müssen Verbraucher selbst aktiv werden und sich informieren. Wir kalkulieren unsere Preise übrigens immer mit dem Erzeuger und kommen dann eben auf den vielleicht etwas höheren, aber fairen Preis. Wir wollen schließlich, dass unsere Landwirte von ihrer Arbeit leben können.

Ihr Wunsch an Verbraucher*innen?

Jeder kleine Schritt ist wichtig. Regionale Produkte zu kaufen, ist ein einfacher Weg, zum Klimaschutz beizutragen.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Bio-Milch und Trinkwasserschutz: So hängt beides zusammen

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