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Smart City München Sonnenaufgang

Hallo Zukunft, wie schön, dass du da bist

20.01.2020
In München passiert heute schon vieles, was die Stadt der Zukunft ausmacht. Mit dem Ziel, weiterhin eine hohe Lebensqualität für Bewohnerinnen und Bewohner zu garantieren. Viele Konzepte erleichtern bereits heute unseren Alltag. Und die SWM haben einen großen Anteil daran. Ein Überblick über die Höhepunkte unserer „Smart City“.
Eine Smart City, was ist das eigentlich? Eine intelligente, clevere Stadt? Ja, aber nicht nur. München verbindet mit „smart“ die Vision, eine vernetzte, nachhaltige, vor allem lebenswerte Stadt zu sein. Mit digitalen Technologien, die die Lebensqualität steigern und helfen, weniger Ressourcen zu verbrauchen. Denn München wächst rasant, Wasser und Energie sind kostbar, Wohnraum und Platz auch. Es braucht also gute Ideen, um das Leben in der Stadt nachhaltig und intelligent – eben smart – zu gestalten.

Viele Münchner*innen nutzen schon jetzt Bikesharing-Angebote, Coworking Spaces und Gemeinschaftsgärten. Sie teilen, tauschen, leihen und integrieren digitale Innovationen ganz selbstverständlich in ihren Alltag. Die SWM gestalten den Wandel Münchens zur Smart City mit, geht es dabei doch auch um Infrastruktur, nachhaltige Energieversorgung, Mobilität, Informations- und Kommunikationstechnologie – unsere Kernkompetenzen.
 

Leistungsstarkes Glasfasernetz

Digitale Innovationen brauchen hochleistungsfähige Datenautobahnen. Deshalb treiben wir mit unserer Telekommunikationstochter M-net den Ausbau des Glasfasernetzes voran. Aktuell sind schon 500.000 Haushalte und Betriebe am Netz der Zukunft. Bis 2021 werden rund 70 Prozent der Haushalte und 81.000 Gewerbebetriebe Zugang zum Hochgeschwindigkeits-Internet haben, langfristig soll die ganze Stadt vernetzt werden. Für das „Internet der Dinge“ – die Vernetzung von Gegenständen untereinander über das Internet – ist ein reichweitenstarkes Funknetz die Voraussetzung, und wir bauen es auf. Mit dem sogenannten LoRa-Netz (LoRa steht für Long Range, also große Reichweite) können Daten sicher und unabhängig übertragen werden. So lassen sich zum Beispiel Füllstände direkt melden, Umweltdaten erfassen und verbreiten sowie Anlagendaten für eine vorausschauende Wartung nutzen – noch bevor es zum Stillstand kommt.

Energie und Mobilität

Energie wird uns auch künftig in nahezu allen Situationen unseres Lebens begleiten. Daher müssen wir sie ressourcenschonend erzeugen und sparsam einsetzen. Die SWM haben die Zeichen der Zeit früh erkannt und bereits 2008 die Ausbauoffensive Erneuerbare Energien gestartet. Das Ziel: Bis 2025 wollen wir so viel Ökostrom in eigenen Anlagen produzieren, wie ganz München benötigt. Auch wollen wir bis 2040 den Münchner Bedarf an Fernwärme CO2-neutral decken – vorwiegend mit Ökowärme aus Geothermie. Wir wissen: Die Energiewende kann nur mit einem ganzheitlichen Ansatz gelingen. Daher beziehen wir zudem die Verkehrswende mit ein. So fahren U- und Trambahnen bereits heute mit Ökostrom, und das Angebot wird laufend weiter ausgebaut.
 

Elektromobilität & Mobilitätsstationen

Gleichzeitig rüsten wir Münchens Busse für die Zukunft: Bis 2030 soll die MVG Busflotte weitgehend elektrifiziert sein. Die ersten E-Busse fahren schon, die erste reine E-Bus-Linie für München kommt 2020. Und auch sonst machen wir Elektromobilität attraktiv: Seit Ende 2019 betreiben wir 550 Ökostrom-Ladestationen in München und bieten zudem E-Ladelösungen für zu Hause an.

Ladelösungen gibt es auch an den 13 Mobilitätsstationen der MVG, vor allem für E-Carsharing-Fahrzeuge. An diesen Knotenpunkten stehen verschiedene Möglichkeiten für die individuelle Mobilität zur Verfügung. Neben den klassischen öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahn, Tram oder Bus bietet die MVG dort auch MVG Rad, MVG eRad und MVG eTrike an. Eine Informationsstelle vor Ort zeigt Echtzeit-Abfahrtszeiten der öffentlichen Verkehrsmittel an. An zwei Mobilitätsstationen sind außerdem Quartiersboxen zu finden, die den Lieferverkehr in dem Stadtteil reduzieren sollen. Onlineshops oder lokale Gewerbetreibende können hier Waren auf Bestellung in unterschiedlich temperierten Fächern 24/7 hinterlegen, Bürger*innen Gegenstände einschließen oder mit anderen teilen.
 

IsarTiger & E-Scooter

Und es geht noch individueller und flexibler: Der MVG IsarTiger – derzeit noch als Pilotprojekt in Erprobung – bringt seine Fahrgäste auf Abruf per App ans gewünschte Ziel. Der Sammelfahrdienst gleicht dabei Fahrwünsche ab und bündelt passende Anfragen, sodass sich mehrere Passagiere die Fahrt teilen können. Als ideale Ergänzung für die letzte Meile bieten sich auch die ausleihbaren E-Scooter unseres Kooperationspartners TIER an (zu finden in der App MVG more).
 

Smart City München: Dieter Reiter im Interview

„Der Bedarf an Wohnraum, eine nachhaltige Energieversorgung und vernetzte Mobilität machen neue Konzepte notwendig“

Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke München, über das München von morgen.
Dieter Reiter
Wenn vom München der Zukunft die Rede ist, fällt immer wieder der Begriff der intelligenten Stadt: „Smart City“. Was kann man sich darunter vorstellen?

„Für den Begriff ‚Smart City‘ gibt es viele Definitionen. Dabei geht es immer um Möglichkeiten, neue Technologien ‚smart‘, also intelligent, zu nutzen. Intelligente Transportsysteme ermöglichen es den Menschen, schneller ans Ziel zu kommen. Intelligente Gebäude verschwenden keine kostbare Energie. Ein intelligentes Gesundheitssystem vereinfacht und optimiert die Aufnahme, Diagnose und medizinische Behandlung von Patienten. Die Digitalisierung eröffnet dabei ganz neue Möglichkeiten und Perspektiven.“

Inwiefern sind solche intelligent vernetzten Lösungen schon heute bemerkbar?

„Beispielsweise im Bereich von Carsharing-Angeboten und Mobilitätsstationen. Denn das Stichwort für eine intelligente Stadt der Zukunft ist ‚geteilte Mobilität‘. Gerade in München haben wir nur begrenzt Platz. Private Fahrzeuge aber brauchen viel Platz, denken Sie nur an die Parkplätze. Daher ist es sinnvoll, dass sich immer mehr Menschen Fahrzeuge teilen, ob das Elektroautos sind, Fahrräder oder auch Elektroroller. Unsere Mobilitätsstationen bieten deshalb an einem Ort Mieträder und E-Fahrzeuge in Verbindung mit U-Bahn, Bus und Tram an. Wir wollen damit den Umstieg vom eigenen Auto auf die sogenannte Shared Mobility erleichtern. Und das alles ist bereits per App und mit einem Klick bequem abrufbar.“

Was sind die dringendsten Aufgaben, wenn man eine Stadt wie München fit für die Zukunft machen will?

„München ist die Heimat von rund 1,5 Millionen Menschen, Tendenz steigend. Das stellt natürlich entsprechende Anforderungen an die Infrastruktur, und zwar heute schon. Der Bedarf an mehr Wohnraum, eine nachhaltige Energieversorgung und eine vernetzte, multimodale Mobilität machen neue, eben ‚smarte‘ Konzepte notwendig. Die Stadtwerke München nutzen heute schon die Chancen moderner Technik, damit München eine der nachhaltigsten und zukunftsfähigsten Städte der Welt bleibt. München als leuchtendes Beispiel einer vernetzten und lebenswerten Stadt – das ist unser Ziel.“
 
Smart City München bei Nacht


M-Login

Als zentraler Zugang zu München lassen sich mit dem M-Login zahlreiche digitale Services der Stadt mit einem einzigen Login nutzen – ob MVG more mit MVG Rad und eRad, die MVG Fahrinfo München mit dem MVG HandyTicket oder der MVG IsarTiger sowie mein.muenchen in der München SmartCity App. Auch die App HandyParken München, die Parkscheine aus Papier überflüssig und das Parken viel flexibler macht, ist im M-Login dabei. Genauso wie die Meine SWM App für SWM Kund*innen und München Ticket. Und immer mehr Services folgen. Die persönlichen Daten lassen sich im eigenen M-Login Profil übrigens übersichtlich und individuell verwalten. Dazu einfach hier registrieren:
 
M-Login

Smarter Together

An vielen Orten, im Kleinen und im Großen, ist die Stadt der Zukunft schon Realität. Tag für Tag werden Erfahrungen gesammelt, welche Smart-City-Lösungen am besten zu München und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern passen. In Einzelprojekten mit Laborcharakter lassen sich smarte Konzepte unkompliziert umsetzen und Auswirkungen schnell beobachten. Aber es gibt auch größere Projekte, die zu mehr Lebensqualität in der Stadt beitragen.

In zwei Stadtvierteln Münchens ist die Zukunft schon heute hautnah zu erleben: in Neuaubing-Westkreuz und in Freiham. Im Rahmen des EU-weiten Förderprojekts „Smarter Together“ werden hier intelligente Lösungen in den Bereichen Energie, Mobilität sowie Technologie erprobt. Wohnanlagen werden energetisch saniert, smarte Mobilitätslösungen und sogenannte Quartiersboxen angeboten und intelligente Lichtmasten eingesetzt.

In Freiham entsteht sogar ein völlig neuer, „smarter“ Stadtteil, in dem bis zu 20.000 Menschen leben und 7.500 arbeiten sollen. Übrigens: In sogenannten Stadtteillaboren können sich Münchner*innen über die smarte Zukunft informieren, austauschen und sie mitgestalten.
 

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