Energie-Lexikon

Strom kommt aus der Steckdose, Erdgas aus der Leitung, Wasser aus dem Hahn – ganz so einfach ist es nicht. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, welche Technik und wie viel Know-how erforderlich sind, damit der alltägliche Komfort in Ihr Zuhause kommt, finden Sie hier einige spannende Informationen rund um das Thema Energie – von Arbeitspreis bis Windkraftanlage.

A

Akku oder Akkumulator

Der Akku ist ein Speicher für elektrische Energie, meist auf Basis eines elektrochemischen Systems: also eine wiederauflad­bare Zelle. Akkus kommen zum Einsatz, wenn elektrische und elektronische Geräte netzunabhängig betrieben werden sollen. Der Akku verliert über die Zeit einen Teil seiner gespeicherten Energie, wenn er nicht verwendet wird. Man nennt dies Selbstentladung. Akkus sind mit speziellen Geräten aufladbar.

Ampere

Benannt nach dem französischen Mathe­matiker und Naturforscher André Marie Ampère (1775-1836), ist dies die Maß­einheit der elektrischen Stromstärke. Ampere wird mit A abgekürzt; 1 Ampere = 1.000 Milliampere (mA).

Arbeitspreis

Der Arbeitspreis beziffert die Kosten pro ver­brauchter Kilowattstunde Energie. Der Preis für Strom oder Erdgas setzt sich aus dem Arbeitspreis und dem Grundpreis zusammen. Der Arbeitspreis beinhaltet die Kosten der Energieerzeugung oder -beschaffung, die Netznutzung, die Konzessionsabgabe, die gesetzlichen Abgaben [(beim Strom die EEG-Umlage bis 30.06.2022), die KWK-Umlage, die Umlage nach StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung) und AbLaV (Abschaltverordnung), die Offshore-Haftungsumlage] sowie die Strom- beziehungsweise Erdgassteuer und die Umsatzsteuer.

B

Balkonkraftwerke

Balkonkraftwerke, auch steckbare PV-Anlagen oder Balkon-PV-Anlagen genannt, sind kleine Solaranlagen, für die keine Dachfläche nötig ist. Sie können im Garten, auf der Terrasse, auf dem Balkon oder an der Fassade montiert werden. 

Installation und Inbetriebnahme sind einfacher als bei den großen Anlagen. Die Installation sollte dennoch von einem Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Für die Nutzung wird eine spezielle Energiesteckdose empfohlen, denn die haushaltsüblichen Schutzkontaktsteckdosen sind nicht für den Einsatz von Erzeugungsanlagen mit Steckern zugelassen. 

Kleinst-Solaranlagen mit nur einem Solarmodul erzeugen im Schnitt so viel Strom, wie ein durchschnittlicher Haushalt für den Betrieb von Kühlschrank, Router sowie Stand-by von TV & Co. verbraucht, wenn niemand daheim ist. Die Leistung ist auf 600 Watt pro Zähler begrenzt.

Der selbsterzeugte Strom kann in der Regel nur für den Eigenbedarf genutzt werden. Ein Einspeisen in das Stromnetz mit Einspeisevergütung ist für diese Anlagen nicht vorgesehen.

Auch Balkonkraftwerke müssen im Marktstammdatenregister und bei Ihrem Netzbetreiber (z. B. der SWM Infrastruktur) angemeldet werden.

Im Zuge der vereinfachten Anmeldung wird geprüft, ob der vorhandene Zähler über eine Rücklaufsperre verfügt. Bei Bedarf erfolgt ein kostenloser Tausch.

Zum Marktstammdatenregister

SWM Infrastruktur

Biogas

Biogas ist ein energiereiches Gasgemisch, das bei der natürlichen Zersetzung von organischem Material unter Luftabschluss entsteht. Dieser Zersetzungsprozess wird in Biogasanlagen technisch genutzt, um aus Gülle, Bioabfällen oder Energiepflanzen Biogas zu erzeugen. Die Substrate werden in luftdicht abgeschlossenen Fermentern vergoren.

Der wichtigste Bestandteil von Biogas ist Methan (CH4). In Abhängigkeit der eingesetzten Substrate schwankt der Methangehalt zwischen 50 und 65 Prozent. Daneben sind im Biogas Kohlendioxid (CO2) mit einem Anteil von 35 bis 50 Prozent und andere Inhaltsstoffe wie Stickstoff, Wasser, Sauerstoff und Schwefelwasserstoff in geringen Konzentrationen enthalten.

Mit Biogas können Strom und Wärme erzeugt werden. Außerdem kann es als Treibstoff genutzt werden. Biogas zählt zu den regenerativen Energien.

Biomasse

In Biomasse liegt die Energie chemisch gebunden vor. Zu ihr zählen alle Pflanzen sowie tierische Abfall- und Reststoffe. Energie entsteht, wenn Biomasse in Gas umgewandelt oder verbrannt wird. Im Gegensatz zu anderen regenerativen Energien (zum Beispiel Windenergie) kann die Energie daher gespeichert und gelagert werden. Außerdem gilt Biomasse als CO2-neutral. Denn bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie in der Pflanze gebunden war.

Boiler

Ein Boiler ist ein kleinerer oder mittlerer Warmwasser-Speicher. Er erwärmt Warmwasser auf Anforderung und wird meist dezentral als Einzelgerät (z. B. in der Küche, 5l) installiert.

Umgangssprachlich wird der Begriff Boiler manchmal auch für ein Kochendwassergerät benutzt. Ein Kochendwassergerät kann bis zu 100° C heißes Wasser bereitstellen.

Der Boiler steht oft für die zentrale Warmwasserbereitung: Man verwendet den Begriff meist synonym für den Warmwasserspeicher. Ein Warmwasserspeicher hält auf Knopfdruck Warmwasser mit der gewünschten Temperatur im Bereich von 30 bis 85° C bereit.

Brennstoffzelle

Bei einer Brennstoffzelle handelt es sich um ein Heizsystem, das ähnlich wie die Kraft-Wärme-Kopplung sowohl Strom als auch Wärme erzeugt. Die Brennstoffzelle wird i. d. R mit Erdgas betrieben und arbeitet nach dem Prinzip der Elektrolyse. Als Nebenprodukt entsteht Wasser. Durch den Einsatz von Erdgas entstehen außerdem CO2-Emissionen.

Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme und aufgrund ihres hohen energetischen Wirkungsgrades ist die Brennstoffzelle effizienter als eine konventionelle Heizung mit getrennter Strom- und Wärmeerzeugung.

Brennwert

Der Brennwert gibt die Wärmemenge an, die bei der vollständigen Verbrennung von Brennstoffen frei wird und beinhaltet damit auch die Wärme, die im Wasserdampf ge­bunden ist.

Brennwertgeräte

Brennwertgeräte sind Heizgeräte, welche die in Abgasen gebundene Wärme fast vollständig nutzen können. Der im Abgas enthaltene Wasserdampf wird dabei so weit abgekühlt, dass er kondensiert und nutzbare Wärme freisetzt. Der Wirkungsgrad erhöht sich dadurch wesentlich.

Brennwertgeräte arbeiten modulierend, d. h. sie passen sich automatisch dem Wärmebedarf an. Am effektivsten arbeiten Brennwertgeräte bei gasförmigen Brennstoffen. Hier ist der Wasserstoffgehalt im Unterschied zu Heizöl oder Holz sehr hoch.

C

CNG-Mobilität

CNG-Fahrzeuge oder Erdgasfahrzeuge (CNG = Compressed Natural Gas aus Erdgas, Biomethan und Methan aus Ökostrom und Power to Gas) liegen aufgrund ihrer geringen Schadstoffemissionen und der niedrigen Unterhaltskosten sowohl als Pkw wie Lkw im Trend. Die Autos werden  von diversen Automobilherstellern auf den Markt gebracht. In Sachen Kaufpreis, Wiederverkaufswert und Sicherheit liegen sie gleichauf mit Benzinern.

Auch das BioCNG-/CNG-Tankstellennetz wächst immer weiter. In Deutschland stehen mittlerweile ca. 800 Tankstellen zur Verfügung, zehn davon in München.

Die SWM haben München zur ersten deutschen Großstadt gemacht, in der man an Tankstellen 100 Prozent regeneratives Biomethan tanken kann. Wer sein Fahrzeug mit BioCNG an den SWM Tankstellen befüllt, verbessert die ohnehin schon sehr gute CO2-Bilanz vom Erdgas-Kraftstoff nochmals und fährt nahezu CO2-neutral.

BioCNG besteht zu 100 Prozent aus regenerativem, abfallstämmigem Biomethan. Dieses wird aus heimischen Abfällen hergestellt. Mit CNG fahren Sie im Vergleich zu Benzin und Diesel um bis zu 50 Prozent günstiger. Denn für den umweltschonenden Kraftstoff gilt ein deutlich reduzierter Mineralölsteuersatz. Dieser ist bis zum 31.12.2026 gesetzlich festgeschrieben. Zudem ist BioCNG von der CO2-Steuer befreit. Seit 1. Juli 2009 gilt die emissionsbezogene Kfz-Steuer. Diese berücksichtigt neben dem Hubraum auch den CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs. CNG-Fahrzeuge profitieren von der neuen Kfz-Steuer besonders, da sie im Vergleich zu Benzinern und Dieselfahrzeugen weniger CO2 ausstoßen. Und sie fahren wesentlich leiser als herkömmliche Autos.

Wichtig: Das Fahren mit CNG ist genauso sicher wie mit Benzin oder Diesel. Private und gewerbliche Fahrzeuge mit CNG-/Bio-CNG-Antrieb sind eine klimaschonende, wirtschaftliche und zukunftsweisende alternative Mobilität.

BioCNG-/CNG-Tankstellennetz

CO₂-Steuer

Die CO2-Steuer ist eine Umweltsteuer auf Kohlendioxid-Emissionen, die auf fossile Energieträger erhoben wird. Im Jahr 2022 liegt sie bei 30 €/t CO2 und steigt jährlich an bis  hin zu 55 €/t CO2 im Jahr 2025.

D

Dämmung

Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) verpflichtet der Gesetzgeber Bauherr*innen, energieeffizient zu bauen.

Die Wärmedämmung ist eine Maßnahme des (baulichen) Wärmeschutzes mit dem Ziel, die Auskühlung beheizter Gebäude zu reduzieren. 

Schlecht gedämmte Häuser verbrauchen viel Heizenergie. Wird das Haus hingegen gut gedämmt, lassen sich Heizkosten sparen. Angenehmer Nebeneffekt: Die Wände werden wärmer und das Wohnklima verbessert sich.

Im Gebäudebestand ist es sinnvoll zu dämmen, wenn das Gebäude älter als Baujahr 1984 ist. Dabei können die Wärmeverluste über Dach, Außenwände und Fenster sowie die Kellerdecke/-wände minimiert werden.

Die gebräuchlichsten Dämmstoffe sind Holzweichfaser, Mineral- und Steinwolle sowie geschäumte Dämmstoffe.

Vor den Dämmmaßnahmen empfiehlt es sich, eine Energieberatung durchzuführen und ein Sanierungskonzept aufzustellen.

Nach den Sanierungsmaßnahmen ist die Heizung an die neuen Bedingungen (Heizlast) anzupassen.

Dämmmaßnahmen sind förderfähig und amortisieren sich durch die hohen Energiepreise schnell.

Weitere Infos zu Dämmstoffen

Durchlauferhitzer

Durchlauferhitzer stellen eine Alternative zum Warmwasserspeichersystem dar.

Anders als der sog. Boiler heizt ein Durchlauferhitzer kaltes Wasser nur bei Anforderung auf die Zieltemperatur.

Man unterscheidet zwischen hydraulischen, elektrischen Durchlauferhitzern und elektronischen Durchlauferhitzern.

Bei den hydraulisch arbeitenden Geräten kann die Wassertemperatur je nach Durchflussmenge stark schwanken. Die Heizleistung wird manuell über einen Regler voreingestellt und nicht an die benötigte Warmwassermenge angepasst. Wird an mehreren Stellen gleichzeitig Warmwasser benötigt, verteilt sich das Warmwasser entsprechend und die Temperatur sinkt.

Bei den elektronischen Durchlauferhitzern sorgt ein Mikroprozessor für konstante Wassertemperaturen und eine automatische Leistungsanpassung an die geforderte Warmwassermenge. Die höhere Anschaffungskosten stehen dem bedarfsorientierten Energieverbrauch und etwas geringere Betriebskosten gegenüber.

Die Frage, ob Warmwasserspeicher (Boiler) oder Durchlauferhitzer rentabler arbeiten, lässt sich nur anhand der konkreten Wohn- und Heizsituation beantworten.

E

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung wurde 2000 mit dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) eingeführt. Sie ist eine staatlich festgelegte Vergütung, mit der die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefördert wird – d. h. Strom, der mit Windkraft-, Solar-, Wasserkraft-, Geothermie- und Biomasseanlagen erzeugt wird. Ziel war die Marktintegration der erneuerbaren Energien über einen garantierten Mindestpreis.

EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)  

Die Einspeisevergütung kann jeder erhalten, der Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz einspeist. Organisatorische Voraussetzung sind die Anmeldungen der Erzeugungsanlagen  beim zuständigen Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur. Letztere erfolgt über das Markstammdatenregister .

Für die Inbetriebnahme ist ein Zwei-Wege-Zähler nötig, der nicht nur den bezogenen, sondern auch den eingespeisten Strom messen kann. Diese Messung ist Voraussetzung für die Zahlung der Einspeisevergütung. Der Zähler wird vom Netzbetreiber gegen eine geringe jährliche Mietgebühr zur Verfügung stellt, ein Kauf lohnt sich im Allgemeinen nicht.

Die Höhe der Einspeisevergütung ist abhängig vom Datum der Inbetriebnahme und der Größe der Erzeugungs-Anlage – beispielsweise einer Photovoltaik-Anlage. In den letzten Jahren sank die Einspeisevergütung in Abhängigkeit der installierten Photovoltaik-Leistung monatlich.

Der aktuell gültige Satz wird von der Bundesnetzagentur festgelegt und auf der Seite der Bundesnetzagentur unter EEG-Registerdaten und -Fördersätze veröffentlicht. Im Abschnitt „Fördersätze für Solaranlagen und Mieterstromzuschlag“ gibt es das Dokument „Anzulegende Werte für Solaranlagen …". Darin werden aktuelle Werte der Einspeisevergütung, Mieterstromzuschlag und die Vergütung nach Marktprämienmodell veröffentlicht.

Bundesnetzagentur  

EEG-Registerdaten und -Fördersätze  

Elektrische Warmwasserbereitung

Es gibt zwei Möglichkeiten der Warmwasserversorgung – die zentrale oder die dezentrale:

Die zentrale Warmwasserversorgung ist bei regelmäßigem und größerem Warmwasserbedarf besonders geeignet. Dazu reicht ein großer Warmwasserspeicher für das ganze Haus. Ideal ist dieses System, wenn eine Erdgasheizung, Sonnenkollektoren oder eine Wärmepumpe installiert sind.

Bei der dezentralen Warmwasserversorgung stehen kurze Wege im Vordergrund. Das Wasser wird am Ort des Verbrauchs auf die gewünschte Temperatur erhitzt. Dafür gibt es verschiedene elektrische Geräte wie zum Beispiel Speicher oder elektronische Durchlauferhitzer.

Elektrospeicherheizung bzw. Nachtspeicherheizung

Nacht- bzw. Elektrospeicherheizungen arbeiten mit Nachtstrom: Da Strom nicht gespeichert werden kann, wird er in Wärme umgewandelt. Nachts wird mit Strom die Wärme für den nächsten Tag gespeichert und tagsüber an die Wohnräume abgegeben – teils über die Oberfläche, teils über ein Gebläse.

Der Speicher wird mit dem Einstellknopf oder über einen Außentemperaturfühler mit Aufladeautomatik geladen. Diese passt die zu speichernde Wärmemenge dem jeweiligen Wärmebedarf in Abhängigkeit von der Witterung, der noch im Gerät enthaltenen Restwärme und den Freigabezeiten der SWM an. Die Wärmeabgabe wird über den Lüfter und den Thermostaten automatisch geregelt.

Elektromobilität

E-Fahrzeuge erzeugen v. a. in Verbindung mit Ökostrom deutlich weniger CO2 als Verbrenner. Auch finanziell lohnt es sich über ein E-Auto nachzudenken: Der Anschaffungspreis liegt aktuell noch etwas über dem eines vergleichbaren Verbrenners. Niedrigere Verbrauchskosten sowie ein geringerer Wartungs- und Reparaturbedarf gleichen die Mehrkosten auf lange Sicht jedoch aus.

Zusätzlich können Besitzer eines E-Autos eine jährliche Prämie von bis zu mehreren Hundert Euro erhalten – die sogenannte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) .

Energieausweis

Der Energieausweis ist ein mehrseitiges Dokument, das die Energieeffizienz eines Gebäudes beschreibt. Er enthält die wesentlichen Gebäudedaten, das Energielabel sowie leicht verständliche Vergleichswerte und Modernisierungsempfehlungen.

Auf diese Weise lassen sich unterschiedliche Wohngebäude objektiv miteinander vergleichen. Der Ausweis wird grundsätzlich für ein Gebäude (je Hausnummer) ausgestellt, nicht für einzelne Wohnungen. 

In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2009 für alle Wohngebäude die Pflicht zum Energieausweis. Hauseigentümer*innen müssen bei Verkauf, Verpachtung oder bei Mieter*innenwechsel den neuen Käufer*innen oder Mieter*innen den Energieausweis vorlegen. Seit 1. Juli 2009 sind von dieser Ausweispflicht auch Nichtwohngebäude betroffen.

Findet kein Verkauf und kein Wechsel von Pächter*in oder Mieter*in statt, besteht auch keine Pflicht, einen Energieausweis auszustellen. Es ist aber möglich, ihn freiwillig ausstellen zu lassen. Das bietet sich zum Beispiel nach einer Modernisierung des Gebäudes an. Einfamilienhäuser, die von den Eigentümer*innen selbst genutzt und in absehbarer Zeit nicht verkauft werden, brauchen keinen Energieausweis.

Wenn Teile eines Wohngebäudes in erheblichem Maße wohnungsuntypisch und mit deutlich unterschiedlicher energetischer Ausstattung genutzt werden, muss für diesen Bereich ein eigener Energieausweis für Nichtwohngebäude ausgestellt werden.

Energieausweise sind zehn Jahre gültig. Die Erstellung eines Energieausweises ist auf Basis des berechneten Energiebedarfs (Energiebedarfsausweis) oder des gemessenen Energieverbrauchs (Energieverbrauchsausweis) möglich. Während der Energiebedarfsausweis für jedes Gebäude ausgestellt werden kann, ist der Energieverbrauchsausweis nur für folgende Gebäude zugelassen:

  • Nichtwohngebäude
  • Wohngebäude, für die der Bauantrag nach dem 01.11.1977 gestellt wurde
  • Wohngebäude mit mehr als vier Wohneinheiten aller Baujahre
  • Wohngebäude, die die 1. Wärmeschutzverordnung (WSchV 1977) erfüllen

Erstellung eines Energieausweises

Energiemix

Als Energiemix bezeichnet man die Kombination verschiedener Energiequellen, die die Energieversorgung z. B. von einem Land ausmachen.

Der deutsche Strommix stammt aktuell aus konventionellen Energieträgern (Kohle, Erdgas, Öl, Kernkraft) und erneuerbaren Energien, wie Windenergie, Photovoltaik, Biomasse oder Wasserkraft.

Der Energiemix der SWM setzt auf Kraft-Wärme-Kopplung und auf den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung (in München: Wasserkraft, Geothermie, Windkraft, Solarenergie und Biogas).

Bereits 2008 haben die SWM die Ausbauoffensive Erneuerbare Energien gestartet. Das Ziel: Ab2025 wollen sie in eigenen Anlagen so viel Ökostrom zu erzeugen, wie ganz München verbraucht. Rund 90 Prozent dieses Ziels haben die SWM 2022 bereits erreicht.

Ausbauoffensive Erneuerbare Energien

Energiesteuergesetz (EnergieStG)

Das Energiesteuergesetz hat zum 1. August 2006 das Mineralölsteuergesetz abgelöst. Besteuert werden verschiedene Energieerzeugnisse wie z. B. Benzin- und Dieselkraftstoffe, Flüssiggase aber auch Heizöl und Erdgas.

Der momentane Energiesteueranteil für Erdgas zu Heizzwecken beträgt 0,55 Cent pro Kilowattstunde zuzüglich Umsatzsteuer.

Energiesteuergesetz

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Mit der Novelle 2011 des EnWG setzt die Bundesregierung das EU-Gemeinschaftsrecht für die leitungsgebundene Energieversorgung in nationales Recht um. Dieses Gesetz gewährleistet eine möglichst sichere, verbraucherfreundliche sowie umweltverträgliche und effiziente Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Erdgas.

EnWG

Erdgasfahrzeuge

Erdgasleitungen

In Deutschland wird Erdgas durch ein weit verzweigtes Pipelinesystem transportiert, das sich unterirdisch auf rund 365.000 Kilometern Länge erstreckt. Die Endkund*innen bekommen ihr Erdgas über die regionalen Energieversorgungsunternehmen, die für ihre Versorgungsleitungen bis zur Hauptabsperreinrichtung im Gebäude zuständig sind. Das leistungsstarke Erdgasnetz der SWM mit über 6.000 Kilometern unterliegt strengsten Sicherheitskontrollen.

Erdgassteuer

Seit dem 1. Januar 2003 beläuft sich die Erd­gassteuer für Heizungsanlagen auf 0,55 Cent pro Kilowattstunde zuzüglich Umsatzsteuer.

Erdgasversorgung

Erdgas wird in Deutschland vor allem für die Bereitstellung von Wärme und Warmwasser verwendet. Laut einer Auswertung des Branchenverbandes BDEW werden rund die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland mit Gas beheizt – auch in München heizen etwa 50 Prozent der Privathaushalte mit Erdgas.

Darüber hinaus wird Erdgas auch für die Produktion von Strom eingesetzt: Gas wird verbrannt, der entstehende Dampf treibt Turbinen an, die an Stromgeneratoren gekoppelt sind. Im Vergleich zu anderen konventionellen Energieträgern wie Kohle oder Öl ist Erdgas klimafreundlicher. Deshalb ist es in der Stromproduktion als sogenannte Brückentechnologie wichtig, bis genug Strom aus erneuerbaren Energiequellen produziert werden kann.

Das Erdgas-Netz der SWM ist Teil des europäischen Verbundnetzes, das Erdgas von den ver­schiedenen Förderstellen in die privaten Haushalte transportiert. Außerdem nutzen die SWM Erdgas im klimaschonenden Prozess der Kraft-Wärme-Kopplung zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme: Die Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, wird ins Fernwärme-Netz eingespeist. So wird ein Ausnutzungsgrad des Erdgases von bis zu 90 Prozent erreicht. 

Auf dem Weg zu einem klimaneutralen München wollen die SWM Erdgas nach und nach durch dekarbonisierte Gase, wie beispielsweise Wasserstoff, ersetzen. Bei der Fernwärme-Erzeugung setzen die SWM vor allem auf den Ausbau der Geothermie. Bis spätestens 2040 wollen sie so den Münchner Fernwärme-Bedarf CO2-neutral decken.

Erdgaszähler

Erdgaszähler messen den Erdgasverbrauch und zeigen diesen in Kubikmetern an. Druck, Temperatur, örtliche Höhe und Erdgasqualität haben Einfluss auf den Energieinhalt. Erdgaszähler unterliegen dem Bundeseichgesetz

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneu­erbarer Energien, in der geläufigen Kurz­fassung Erneuerbare-Energien-Gesetz, soll den Ausbau von Energieversorgungsanlagen vorantreiben. Diese werden aus sich erneu­ernden (regenerativen) Quellen gespeist und stoßen bei der Erzeugung keine Treib­hausgase aus. Der daraus gewonnene Strom wird zu gesetzlich bestimmten Preisen ver­gütet. Der Stromanteil aus regenerativen Energiequellen liegt in Deutschland derzeit bei etwa 41 Prozent.

Kurzfassung Erneuerbare-Energien-Gesetz

 

Siehe Erneuerbare-Energien-Gesetz

EU-Energielabel

Das EU-Energielabel informiert über die Energieeffizienz und den Energieverbrauch von Geräten. Es befindet sich auf verschiedenen Produkten, z. B. auf Leuchtmitteln, Waschmaschinen, Fernsehern oder Heizungen. Mit Energieeffizienzklassen und Angaben zu Produkteigenschaften wie Strom- und Wasserverbrauch oder Lautstärke lassen sich verschiedene Geräte gut vergleichen.

Zur Kennzeichnung von Haushaltsgeräten hat die EU die Buchstaben A (besonders sparsam) bis G (sehr hoher Energieverbrauch) festgelegt (Ältere Skala A+++ bis G).

Weitere Infos zu Energieeffizienzklassen

F

Fernwärme

Bei Fernwärme wird die Heizenergie zentral in Heizkraftwerken erzeugt, in die Häuser transportiert und dort über Übergabestationen in die Zentralheizungen eingespeist. Das abgekühlte Wasser wird wieder in das Heizkraftwerk zurückgepumpt.

Die SWM erzeugen Fernwärme derzeit zum größten Teil in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen: Diese leiten die Wärme, die bei der Erzeugung von Strom entsteht, in das Fernwärmenetz ein. Mit der kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme wird der eingesetzte Brennstoff effektiv genutzt: KWK-Anlagen erzielen Wirkungsgrade von 90 Prozent.

Zunehmend gewinnen die SWM Fernwärme auch aus regenerativen Energien: aus Geothermie. Also Erdwärme, die sich in Form von heißem Wasser unter der Erdoberfläche befindet. Bis spätestens 2040 wollen die SWM so den Münchner
Bedarf an Fernwärme CO2-neutral decken.

Fernwärme der SWM

Außerdem modernisieren und erweitern die SWM das rund 900km lange Münchner Fernwärmenetz, so dass die zukünftige Versorgung mit Geothermie möglich wird und immer mehr Gebäude Zugang erhalten. Dieser ist in der Regel für Mehrfamilienhäuser ab einem Anschlusswert von 50 kW zu marktgerechten Konditionen möglich.

Münchner Fernwärmenetz

Fördermittel

Energetische Sanierungsmaßnahmen sind im Allgemeinen förderfähig. Dazu stehen Programme des Bundes, des Landes und der Kommunen zur Verfügung.

In München kommen im Wesentlichen folgende Programme in Frage:

Bund:

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert mit der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)" den Bau von Effizienzhäusern sowie die energieeffiziente Sanierung im Wohn- und Nichtwohngebäudebestand. Für die energieeffiziente Sanierung im Wohngebäudebestand werden mit dem BEG-EM Einzelmaßnahmen sowie die Energieberatung  gefördert.

Die bundeseigene Förderbank KfW finanziert den Bau und Kauf energieeffizienter Gebäude, energetisches Sanieren oder den Umbau sowie die Nutzung erneuerbarer Energien mit Fördermitteln. Dies erfolgt im Allgemeinen mittels zinsgünstiger Darlehen und Tilgungszuschüsse.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Energieberatung

Förderbank KfW

Land Bayern:

Die BayernLabo fördert zusammen mit dem Freistaat Bayern Modernisierungs- und Erneuerungsmaßnahmen, Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie barriere-reduzierende Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum von Wohnungseigentümergemeinschaften.

Gefördert werden bauliche Maßnahmen, die nach den Richtlinien für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG) oder Einzelmaßnahmen (BEG EM) – in der jeweils geltenden Fassung förderfähig sind. Die dabei zu beachtenden technischen Mindestanforderungen sind in den BEG WG oder BEG EM geregelt.

BayernLabo

München:
Förderfähige Maßnahmen sind zum Beispiel die Energetische Sanierungsberatung, das Dämmen von Wänden und Dach, der Austausch der Fenster, der Einbau von Solarkollektoranlagen, Photovoltaikanlagen (einschließlich Stecker-Solargeräte), Wärmepumpen, die Heizungsoptimierung sowie der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen.

Die Kombination der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit dem Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude (FKG) führt zu sehr guten Förderbedingungen sowohl bei der energetischen Sanierung, beim Neubau als auch beim Umstieg auf erneuerbare Energiequellen.

Die Bundesförderung lässt sich mit dem Münchner Förderprogramm kombinieren.

Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude (FKG)

Weiterführenden Informationen zu Fördermitteln:

Fördermittel Check

BAFA Förderprogramm

Förderantragstellung bei BAfa zum BEG-EM (Einzelmaßnahmen)

Förderung München: Solaranlage, Hydraulischer Abgleich, Gebäudehülle

BAFA Energieberatung

Energie-Effizienz-Experten (EEE)

Fördermöglichkeiten für Wohnungseigentümer

Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen kommen seit den 1970er Jahren in Neubauten zum Einsatz. Sie werden mit Heizungswarmwasser auf Niedertemperatur (35° C Vorlauf) betrieben und reagieren auf Temperaturregelungen träger als Heizungen mit Heizkörpern, bei denen sich die Temperatur schnell regeln lässt.

Die Fußbodenheizung eignet sich insbesondere für den Betrieb von Wärmepumpen.

Neben der warmwasserbetriebenen Fußbodenheizung gibt es auch die elektrische Fußbodenheizung, in Form von Direktheizungen und (sehr selten) Teilspeicherheizungen. Bei beiden Systemen ist eine hohe Wärmedämmung des Fußbodens zwingende Voraussetzung. Die Regelung erfolgt grundsätzlich über Raumthermostate oder mit Temperaturfühlern im Boden bei elektrischem Betrieb.

Elektrische Fußbodenheizungen eignen sich aufgrund der hohen Strompreise nicht als alleinige Heizung.

G

Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist im November 2020 in Kraft getreten. Damit sollen unter anderem die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie aus dem Jahr 2010 erfüllt werden. Darüber hinaus hat das GEG das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) abgelöst.

Das GEG findet für alle beheizten und klimatisierten Gebäude Anwendung. Es hat vor allem die Optimierung von Heiztechnik und Wärmedämmung von Gebäuden im Fokus.

So legt es fest, welche energetischen Anforderungen beheizte und klimatisierte Gebäude erfüllen müssen. Für Neubauten gibt es energetische Mindestanforderungen und den Einsatz regenerativer Energien vor. Für Bestandsgebäude macht es Vorgaben für Nachrüst- und Austauschpflichten.

Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG)

Gleichstrom

Als Gleichstrom wird elektrischer Strom bezeichnet, der die Leitung stets in gleicher Richtung durchfließt. Er stammt aus Gleichstrom-Generatoren, Akkus oder Batterien. Gleichstrom kann aber auch aus Wechsel­strom erzeugt werden. Für die Umwandlung werden Gleichrichter eingesetzt, die Strom nur in eine Richtung durchlassen.

Grundpreis

Der Preis für Strom oder Erdgas setzt sich aus dem Arbeitspreis und dem Grundpreis zusammen. Der Grundpreis deckt alle Kosten, die für Energie, Abrechnung sowie Zählermiete entstehen, und wird monatlich erhoben.

H

Heizwert

Als Heizwert bezeichnet man die nutzbare Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung einer bestimmten Menge an Brennstoff entsteht. Er berücksichtigt nicht die im Wasserdampf der Abgase enthaltene Wärmemenge. Der Heizwert wird zum Beispiel in Kilo­wattstunde pro Liter angegeben (kWh/l).

Hoch-/Niederspannung

Die Transportverluste sind umso geringer, je höher die Spannung im Stromnetz ist. Bei großen Entfernungen nutzt man deshalb für den Transport von Strom die Höchstspannung von 380/220 Kilovolt. Im regionalen Bereich beträgt die Hochspannung 110 Kilovolt. Für den Hausanschluss im Wohnbereich wird die Spannung auf 400 Volt umgewandelt und zum Beispiel für Herd oder Warmwasserspeicher verwendet. Für Geräte wie Waschmaschine oder Kühlschrank sind es 230 Volt.

Heizkurve

Die Heizkurve ist das Verhältnis der Außentemperatur zur Vorlauftemperatur einer Heizungsanlage. Sie ist in der Heizungssteuerung hinterlegt.  

Die Heizkurve beeinflusst den Wirkungsgrad der Heizungsanlage maßgeblich und sollte vom Heizungsbauer eingestellt werden.

Hybridheizung

Eine Hybridheizung verbindet mehrere Wärmequellen: Gas, Öl und erneuerbare Energie – wie Solarthermie und Wärmepumpe – lassen sich kombinieren.

Die Hybridheizung hat den Vorteil, dass sie den jeweils besten Wirkungsgrad der zugehörigen Erzeugungseinheiten nutzen kann.

In Zukunft soll die Hybridheizung dem Anspruch genügen, dass maximal 35 Prozent der verbrauchten Heizwärme mit konventionellen Brennstoffen erzeugt werden. Der restliche Anteil von mindestens 65 Prozent muss dann durch erneuerbare Energien bereitgestellt werden, zum Beispiel mithilfe von Biomasse, Wärmepumpen, Solarthermie, grüne Gase oder mit einem Heizstab oder einer Heizparatone, die mit Solarstrom vom Dach des Gebäudes oder aus dem Quartier betrieben wird.

Weitere Informationen zum Heizungstausch

Hydraulischer Abgleich

Ein hydraulischer Abgleich sorgt grundsätzlich dafür, dass die Heizung effizient arbeitet. Das bedeutet, die Heizwärme wird gleichmäßig im Heizungssystem verteilt und die richtige Heizungswassermenge steht zum richtigen Zeitpunkt am gewünschten Ort zur Verfügung. Dazu werden Ventile, Pumpen und Leitungen durch eine Fachkraft aufeinander abgestimmt. 

Damit ein hydraulischer Heizungsabgleich durchgeführt werden kann, muss die Anlage zunächst gewisse Voraussetzungen erfüllen. Wichtig ist, dass jeder Heizkörper jeweils einen eigenen Anschluss zur Vor- und Rücklaufleitung besitzt.

Außerdem müssen voreinstellbare Thermostatventile vorhanden sein. Mit den Bauteilen können die lokale Durchflussmenge und der Durchflusswiderstand am Heizkörper gedrosselt werden. Bei veralteten Heizungsanlagen ohne vergleichbare Komponenten muss entsprechend nachgerüstet werden.

I

Infrarotheizung

Infrarotheizungen sind Strahlungsheizungen: Die Wärmestrahlen treffen auf alle im Raum befindlichen Oberflächen und erwärmen sie. Da sich die Wärmestrahlung schnell im Raum verteilt, können Sie mit Infrarotheizungen und -strahlern schnell und gezielt heizen. Zudem sind sie platzsparend und lassen sich einfach installieren. Damit sind sie eine gute Alternative für Räume, die wenig oder nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden (zum Beispiel Wintergarten, Werkstatt, Hobbyraum).

Für Altbauten, vor allem für schlecht gedämmte Objekte, überwiegen bei Infrarotheizungen die hohen Stromkosten als Nachteil. Gegebenenfalls kommen sie aber als Neben- oder Zusatzheizung in Betracht.

Eine Faustregel: Abhängig vom Dämmzustand des Gebäudes werden pro Quadratmeter Wohnfläche etwa 60 bis 100 Watt Heizleistung benötigt.

K

Kilowattstunde

Die Kilowattstunde ist die Maßeinheit für die Energie, häufig Strom oder Erdgas, die verbraucht oder erzeugt wird. Wenn ein Fön mit 2.000 Watt eine halbe Stunde lang benutzt wird, wird eine Kilowatt­stunde verbraucht (1.000 Wh = 1 kWh).

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Darunter versteht man die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme. Bei der reinen Stromversorgung geht viel Wärme ungenutzt verloren. Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzt diese Abwärme zur Bereitstellung von Fernwärme.

In München bildet die KWK die wichtigste Basis des intelligenten Energiemixes der SWM. Seit Jahren bauen die SWM die KWK-Erzeugung kontinuierlich aus und gehören mittlerweile zu den Spitzenreitern in Deutschland.

Kraft-Wärme-Kopplung als Brückentechnologie

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)

Dieses Gesetz fördert den Erhalt, die Modernisierung und den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen), die mit konventionellen Brennstoffen wie Steinkohle, Braunkohle, Biomasse und gasförmigen oder flüssigen Brennstoffen betrieben werden.

Zusätzlich regelt es die Abnahme und Vergütung von Strom: Netzbetreiber sind verpflichtet, KWK-Anlagen an ihr Netz an­zuschließen, den in diesen Anlagen erzeugten Strom abzunehmen und zu einem gesetzlich festgelegten Preis zu vergüten. Für sehr kleine KWK-Anlagen (Mikro-/Mini-Blockheizkraft­werke) und Brennstoffzellen bis zwei Kilowatt wird die Möglichkeit einer Pauschalierung der Zuschlagszahlung geschaffen.

Ziel des Gesetzes ist es, die jährliche CO2-Emission in Deutschland deutlich zu mindern.

L

Ladestation

Als Ladestation oder Stromtankstelle wird eine Anschlussmöglichkeit zum Laden von Elektroautos bezeichnet. Wird sie an einer Wand befestigt, spricht man von einer Wallbox oder Wandladestation.

Wichtige Kriterien für die richtige Auswahl einer Ladestation sind die Ladeeigenschaften des Elektrofahrzeugs, die Ladedauer, die Ladeleistung (3,7 bis 50 kW), der Ladestecker (Typ 2, CCS, CHAdeMO), ein Qualitätsher­steller sowie ggf. Zusatzfunktionen (Abrech­nung, Kabelaufhängung, Lastmanagement, Integration PV-Anlage, Zugangsbeschrän­kung, Montageort, Hausanschlussleistung und Elektroinstallation).

M-Ladelösung: Das Angebot der SWM

Lampen

Zur Lichterzeugung werden heute vor allem LEDs (kurz für „lichtemittierende Diode") genutzt. Die LED hat die Beleuchtung innerhalb weniger Jahre revolutioniert und empfiehlt sich für fast alle Lichtanwendungen in Innen- und Außenbereichen.  Sie ist gut zu steuern, äußerst effizient, kompakt und langlebig. Das Verhältnis der Energieeffizienz der LED-Beleuchtung zur herkömmlichen Beleuchtung beträgt 1:10.

Die lichterzeugenden Chips können nur auf einem Board als Module betrieben werden. Komplettiert mit Betriebsgerät, Außenkolben und beispielsweise E27-Sockel kann die LED-Lampe direkt als Retrofit eingesetzt werden. Inzwischen gibt es am Markt aber auch viele LED-Leuchten als Komplettsysteme mit nicht austauschbaren LED-Modulen.

Eine Variante sind organische Leuchtdioden (OLEDs), die bereits in ersten Leuchten zu finden sind.

LEDs

Die Entwicklung innovativer Lichtquellen geht weiter. Dies zeigen Laserscheinwerfer in der Automobilindustrie, die zunehmend auch im Garten- und Eingangsbereich zum Einsatz. kommen. Oder Quantum-Dots – winzige Nanokristalle, die bereits in LCD-Bildschirmen eingesetzt werden. 

 

M

Marktstammdatenregister

Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist das Register für den deutschen Strom- und Gasmarkt. Es wird von der Bundesnetzagentur (BNetzA) geführt. Im MaStR sind vor allem die Stammdaten zu Strom- und Gaserzeugungsanlagen zu registrieren. Außerdem sind die Stammdaten von Marktakteuren wie Anlagenbetreibern, Netzbetreibern und Energielieferanten zu registrieren.

Das Marktstammdatenregister steht seit dem 31. Januar 2019 zur Verfügung. Betreiber von Bestandsanlagen sind zur Neueintragung ihrer Anlagen und Einheiten verpflichtet. Einheiten und Anlagen müssen innerhalb eines Monats nach ihrer Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister eingetragen werden.

Neu ist, dass unter anderem auch Speicher für elektrische Energie (zum Beispiel sogenannte PV-Speicher) gemeldet werden müssen.

Die Eintragung in das Marktstammdatenregister ist eine der Voraussetzungen für Betreiber von EE-Anlagen, Zahlungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu erhalten.

Marktstammdatenregister (MaStR)

Mehrsparten-Hauseinführung

Bei Anschlüssen in Neubauten wird verstärkt auf die Mehrsparten-Hauseinführung gesetzt. Dabei werden die Leitungen für Strom, Erdgas, Wasser und Telekommunikation platzsparend und kostengünstig an einer zentralen Stelle ins Gebäude eingeführt.

Memory-Effekt

Werden Ni-Cd-Akkus vor dem optimalen Entladezustand, also kurz bevor sie voll­ständig entleert sind, wieder aufgeladen, so „merkt” sich die Zelle diesen Zustand. Mit der Zeit stellen Akkus statt der ursprünglichen nur noch die bei den bisherigen Entladevorgängen benötigte Energiemenge zur Verfügung.

Mieterstrom

Als Mieterstrom (auch Quartierstrom oder allgemeiner Direktstrom) wird Strom bezeichnet, der in unmittelbarer räumlicher Nähe zum Abnehmer produziert und nicht über die öffentlichen Netze geleitet wird. Er kann beispielsweise Mieter*innen von Wohnungs- oder Gewerbeflächen oder Wohnungseigentümergemeinschaften angeboten werden. Mieterstrom wird meist mit Photovoltaik- oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wie Blockheizkraftwerken erzeugt; es können auch  Windkraft- oder Bioenergieanlagen eingesetzt werden.

Durch die direkte Stromlieferung entfallen bei Mieterstromprojekten Netznutzungsentgelte, die Konzessionsabgabe und die Stromsteuer. 

Zusätzlicher Vorteil vom Mieterstrom ist die Möglichkeit, dass die Mieter*innen an der Stromerzeugung mit PV-Anlagen auf dem Gebäudedach wirtschaftlich teilhaben kann. Der lokale Verkauf des Mieterstroms ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Die Stromerzeugungsanlage wird profitabler, die Stromkosten für die Mieter*innen sinken.

Gemäß EEG ist der Strompreis im Mieterstrommodell mind. 10% günstiger als der reguläre Strompreis der Grundversorgung.

Aufgrund der Komplexität erfolgen Verkauf und Abrechnung des Stroms meist über einen zugelassenen Dienstleister.

M-Mieterstrom der SWM

N

Nachtspeicherheizung bzw. Elektrospeicherheizung

Nacht- bzw. Elektrospeicherheizungen arbeiten mit Nachtstrom: Da Strom nicht gespeichert werden kann, wird er in Wärme umgewandelt. Nachts wird mit Strom die Wärme für den nächsten Tag gespeichert und tagsüber an die Wohnräume abgegeben – teils über die Oberfläche, teils über ein Gebläse.

Der Speicher wird mit dem Einstellknopf oder über einen Außentemperaturfühler mit der Aufladeautomatik geladen. Diese passt die zu speichernde Wärmemenge dem jeweiligen Wärmebedarf in Abhängigkeit von der Witterung, der noch im Gerät enthaltenen Restwärme und den Freigabezeiten der SWM an. Die Wärmeabgabe wird über den Lüfter und den Thermostaten automatisch geregelt.

Niedertemperaturkessel

Der Niedertemperaturkessel passt seine Wärmeerzeugung den jahreszeitlichen Erfordernissen automatisch an. Dies wird unter anderem durch die Voreinstellung am Kessel geregelt und durch die Außen­temperatur beeinflusst. Energieverluste werden somit bei geringem Wärmebedarf im Sommer oder bei längerer Abwesenheit reduziert. Ein Niedertemperaturkessel wird vor allem mit Erdgas oder Heizöl betrieben.

O

Ökosteuer

Die Ökosteuer ist ein oft verwendeter Sammelbegriff für die durch die sogenannte ökologische Steuerreform 1999 eingeführte Erhöhung der Mineralölsteuer sowie die Einführung der Stromsteuer. Zum 1. August 2006 wurde das Mineralölsteuergesetz aufgrund von EU-rechtlichen Vorgaben durch das Energiesteuergesetz (EnergieStG) abgelöst.

P

Pelletheizung

Eine Pelletheizung als Zentralheizung funktioniert vollautomatisch. Die Pellets lagern in einem Silo und werden von einer Schnecke oder einem Saugsystem in den Pelletkessel transportiert. Wird die Pelletheizung in einem Einfamilienhaus genutzt, muss der Aschebehälter drei bis fünf Mal pro Jahr von Hand entleert werden.

Die Pellets selbst bestehen aus Holzresten von Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben, die unter hohem Druck zusammengepresst werden. Pellets sind frei von chemischen Bindemitteln. Im Vergleich zu Holzscheiten haben sie ein geringes Volumen, eine niedrige Restfeuchte und einen hohen Heizwert.

Die Wartung einer Pelletheizung ist aufgrund der Vielzahl mechanischer Bauteile aufwändiger als bei einer Gasheizung.

Photovoltaik

Der Begriff Photovoltaik setzt sich aus dem griechischen Wort für Licht (photo) und dem Namen des italienischen Physikers Alessandro Volta zusammen, nach dem auch die elektrische Spannungseinheit Volt benannt ist. Photovoltaik (PV) bezeichnet den Vorgang, bei dem Sonnenlicht in elektrischen Strom umgewandelt wird.

Bei einer PV-Anlage werden mehrere Erzeugungsmodule auf dem Dach zu einer Anlage zusammengefasst. Der mit der PV-Anlage erzeugte Strom kann im Haushalt verbraucht oder als Überschuss ins Netz eingespeist werden.

Die Vergütung wird im Energieeinspeisegesetz (EEG) geregelt. Das EEG unterscheidet zwischen Überschuss- und Volleinspeisung. Das ist zum Beispiel für alle interessant, die über große Dachflächen verfügen. Hier kann eine PV-Anlage zur Überschusseinspeisung (Selbstversorgung) und eine zur Volleinspeisung errichtet werden (Generierung zusätzlicher Einnahmen).

Kleinstanlagen mit max. 600 Watt können beispielsweise auch am Balkon steckerfertig installiert werden (sog. Balkonkraftwerke). 

Weiterführende Infos zum Thema Photovoltaik:

Energieeinspeisegesetz (EEG)

Informationen zu Solaranlagen (Thermisch und PV-Anlagen)

Solarserver - Das Internetportal für erneuerbare Energien

Wirtschaftlichkeitsrechner PV-Anlagen

Netzanschluss von PV-Anlagen

Anmeldung einer Photovoltaik-Anlage

PV-Anlagen von der SWM

R

Regenerative Energien

Regenerative oder erneuerbare Energie ist Energie aus nachhaltigen Quellen, die quasi unerschöpflich sind. Dazu zählen Biomasse, Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie sowie Erdwärme.

Die SWM sind Wegbereiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien: Seit 2008 setzen sie ihre Ausbauoffen­sive Erneuerbare Energien um. Ab 2025 wollen die SWM so viel Ökostrom in eigenen Anlagen produzieren, wie München verbraucht. München wird damit weltweit die erste Millionenstadt, die dieses Ziel erreicht! Anfang 2022 können  die SWM bereits rund 90 Prozent des gesamten städtischen Stromverbrauchs mit Ökostrom aus eigenen Anlagen decken.

Beim Ausbau der Ökostromerzeu­gung haben Projekte im Großraum München Vorrang. Schon heute betreiben die SWM in und um München mehr als 70 Strom-, Wärme- und Kälteerzeugungsanlagen, die regenerative Energien nutzen. Viele weitere regionale Projekte sind in Planung.

Um die Energiewende auch im Wärmemarkt zu erreichen, haben die SWM 2012 eine Fernwärme-Vision entwickelt: Bis spätestens 2040 wollen sie den Münchner Bedarf an Fernwärme CO2-neutral decken. Überwie­gend werden sie Ökowärme aus Geothermie gewinnen.

Ein weiterer regionaler Baustein des Klimaengagements der SWM ist M-Fernkälte. Im Gegensatz zur konventionellen Kälteerzeugung mittels Kompressionskältemaschinen spart die Fernkälte durch Grundwasser und Stadtbäche jährlich rund 10 Millionen Kilowattstunden Strom ein. Das entspricht dem Jahresstromverbrauch von rund 3.000 Münchner Haushalten. 

Ausbau der erneuerbaren Energien

S

Smart Meter

Ein Smart Meter ist ein "intelligenter Zähler", der den Stromverbrauch digital erfasst und über ein „Gateway“ zur Kommunikation der Daten mit Dritten mit dem Internet verbunden ist.

Smart Meter sollen dabei helfen dabei, den Strom besser nutzbar zu machen, indem sie Energieversorger, Verbrauchsgeräte und Stromnetz miteinander verknüpfen, so dass der regenerative Strom intelligent(er) genutzt werden kann.

Mit dem Smart Meter können die erhobenen Verbrauchsdaten visualisiert werden. Das kann behilflich sein, um den eigenen Stromverbrauch gezielt zu reduzieren.

Zur Sicherstellung der Datensicherheit dürfen nur vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Geräte eingebaut werden.

Die Kosten eines Smart Meters betragen ab 40 Euro pro Jahr für kleinere Verbraucher bis 6.000 kWh/Jahr und ab 100 Euro pro Jahr für größere Verbraucher ab 6.000 kWh/Jahr.

Solarenergie

Solarenergie ist kostenlose Energie von der Sonne. Mit Hilfe von Photovoltaikanlagen werden die Sonnenstrahlen in elektrischen Strom und mit Hilfe von Sonnenkollektoren in Wärme umgewandelt. Die SWM nutzen die Kraft der Sonne und sind u. a. an einem solarthermischen Kraftwerk in Südspanien beteiligt.

Solarmodule (für die Steckdose)

Solarstromspeicher

Mit einem Stromspeicher kann man den mit einer Photovoltaik-Anlage selbst erzeugten Strom flexibel speichern. Der erzeugte Strom sollte im ersten Schritt möglichst selbst verbraucht und anschließend gespeichert werden. Dann kann er auch noch in den Abendstunden verbraucht werden, wenn die Sonne nicht mehr scheint.

Im Allgemeinen werden bei Heimspeichern Lithium-Eisenphosphat Speicher verwendet, die im Gegensatz zu Lithium-Ionen Speicher brandsicher sind. Übliche Speichergrößen für Einfamilienhäuser sind 5-12 kWh, die konkrete Auslegung erfolgt über PV-Simulationsprogramme.

Notstromfähig sind PV-Anlagen nur in Kombination mit einem notstromfähigen Stromspeicher.

 

Solarthermie

Eine Solarthermieanlage wandelt Sonnenenergie in Wärme um. Diese Wärme wird zum Erhitzen des Trinkwassers oder zum Heizen genutzt. Dazu werden sogenannte Sonnenkollektoren auf das Hausdach montiert und mit der Heizanlage im Keller verbunden.

Bei einer Solarthermieanlage wird vor allem im Sommer mehr Sonnenenergie gesammelt, als genutzt werden kann. Die Speicherkapazität der meisten Anlagen ist nicht groß genug, um überschüssige Wärme für längere Zeit zu speichern.

In der Regel deckt eine Solarthermieanlage im Winter den Bedarf an Heizenergie nicht vollständig. Sie wird daher mit einer herkömmlichen Heizung kombiniert.

In sogenannten Sonnenhäusern ist das anders. Hier ist die Solarthermie die wichtigste oder sogar einzige Heizquelle im Haus. Wegen des enormen Bedarfs an Speichervolumen und Kollektorfläche wird dieses Konzept allerdings eher selten umgesetzt.

Wenn Sie vor der Entscheidung zwischen Solarthermie und Photovoltaik stehen, sollten Sie verschiedene Faktoren berücksichtigen: zum Beispiel Ihren Energiebedarf, Ihr Budget und die zur Verfügung stehende Dachfläche. 

Bei entsprechendem Budget und ausreichender Fläche ist es durchaus möglich, Solarthermie und Photovoltaik gleichzeitig auf einem Dach zu nutzen. Zudem existieren auch Hybridmodule, die beide Funktionen miteinander vereinen.

Stromsteuergesetz (StromStG)

Das StromStG wurde im Zuge der ökolo­gischen Steuerreform 1999 eingeführt und zuletzt 2012 umfassend geändert und ergänzt. Besteuert wird elektrischer Strom bei Entnahme aus dem Leitungsnetz durch Letztverbraucher* innen. Derzeit beträgt der Stromsteueranteil 2,05 Cent pro Kilowattstunde zuzüglich Umsatzsteuer.

Zum StromStG

Stromzähler

Stromzähler erfassen die gelieferte oder verbrauchte Energie. Der Stromverbrauch lässt sich feststellen, indem der aktuelle Zählerstand abgelesen und dem zuvor abgelesenen Stand gegenübergestellt wird. Stromzähler unterliegen der gesetzlichen Eichpflicht.

Im Privathaushalt gibt es zwei Arten von Stromzählern:

Eintarifzähler haben ein Zählwerk, über das die Gesamtmenge des verbrauchten Stroms erfasst wird.

Doppeltarifzähler, auch Zweitarifzähler genannt, ermitteln den Stromverbrauch getrennt nach bestimmten Zeiten und Tarifen: HT = Hochtarif, gilt vorwiegend tagsüber und NT = Niedertarif, gilt vorwiegend nachts und am Wochenende.

 

V

Volt

Volt ist die Einheit der elektrischen Spannung. Elektrische Haushaltsgeräte wie der Kühl­schrank sind in der Regel für eine Betriebs­spannung zwischen 220 und 250 Volt ausgelegt, ein Küchenherd wegen seines stärkeren Stromverbrauchs für 400 Volt.

Die Bezeichnung Volt ist vom Namen des italienischen Physikers Alessandro Volta (1745 – 1827) abgeleitet. Er erfand unter anderem die elektrische Batterie.

Die Abkürzung für Volt ist V, für Kilovolt kV: 1.000 V = 1 kV.

W

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind oft eine Alternative zu Öl- oder Gasheizungen. Sie wandeln Umweltwärme aus Außenluft, Grundwasser, dem Erdreich oder aus Abwärme mit Hilfe von elektrischer Energie in Heizwärme um.

Bisher wurden Wärmepumpen bevorzugt im Neubau eingesetzt, da hier aufgrund der meist niedrigen Vorlauftemperaturen in der Heizung und einem geringem Wärme­bedarf des Gebäudes eine besonders hohe Energieeffizienz erzielt werden kann. So werden Leistungszahlen von bis zu 5 erreicht.

Die Leistungszahl gibt das Verhältnis der ab­gegebenen Heizleistung zur aufgewendeten elektrischen Leistung bei definierten Rahmen­bedingungen an. Bei Wärmepumpen werden – abhängig von der gewählten Umweltwärme – Leistungszahlen von ca. 2,5 bis 5 erreicht. Eine höhere Leistungszahl bedeutet eine höhere Energieeffizienz.

Die bisher gängigen Leistungszahlen setzen voraus, dass die Vorlauftemperatur maximal 55° C beträgt. Mittlerweile gibt es auch Geräte für höhere Vorlauftemperaturen, wie sie in Bestandsgebäuden oder Altbau vorzufinden sind. Entsprechend reduziert sich dann jedoch die Leistungszahl, so dass ein energieeffizienter Betrieb nicht unbedingt gewährleistet ist. Grundsätzlich gilt: je kleiner die Temperatur­differenz zwischen Heizenergie und Umwelt­wärme, desto effektiver läuft die Wärmepumpe. Daher eignen sich Fußboden-­ oder Wandheizungen, die auf niedrigem Temperaturniveau arbeiten, besonders gut für den Betrieb mit Wärmepumpen.

Die Verbrauchskosten las­sen sich mit einer Wärmepumpe gegenüber einer herkömmlichen Heizung auf deutlich über die Hälfte bis zu einem Drittel reduzieren.

 

Warmwasser-Wärmepumpe

Eine Untergruppe der Wärmepumpen bilden die Warmwasser-Wärmepumpen. Sie erhitzen lediglich das Brauchwasser, also das Wasser, das z. B. zum Duschen oder Spülen benutzt wird. Die Heizung wird über ein separates Heizsystem versorgt.

Warmwasser-Wärmepumpen  nutzen meist die Raumluft als Wärmequelle. Die Raumlufttemperatur liegt i.d.R. ganzjährig bei mindestens 12° C, so dass eine gute Leistungsziffer der Wärmepumpe von ca. 3,5 gewährleistet ist. Je höher die Raumtemperatur, desto besser die Leistungsziffer. Die Temperatur des Raumes, in dem die Wärmepumpe steht, wird um ca. 2 Kelvin abgesenkt. Das kann verschiedene positive Aspekte mit sich bringen, z. B. eine Entfeuchtung im Keller.

Wärmepumpen, deren Wärmequelle die Außenluft ist, müssen hingegen im Winter mit Lufttemperaturen von unter 0° C arbeiten und erreichen damit eine niedrigere Jahres-Leistungsziffer (durchschnittlich 2,6).

Nachteil der Warmwasser-Wärmepumpe ist, dass die Raumluft nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Der Einsatz einer Wärmepumpe für den kombinierten Betrieb von Heizung und Warmwassererzeugung ist hier meist nicht möglich. Die Warmwasser-Wärmepumpe kommt meist nur bei kleinen Gebäuden mit wenig Energiebedarf oder bei Einfamilienhäusern ausschließlich zur Warmwasserbereitung zum Einsatz.

Warmwasser-Wärmepumpen können auch mit Solarenergie kombiniert werden.

Weiterführende Infos zu Wärmepumpen:

Weiter Infos zu Wärmepumpen

Lärmschutz bei Luft-Wärmepumpen

Schallrechner Wärmepumpe

Infos zur grundwasserrechtliche Erlaubnis München:

Grundwassernutzungen

Zusätzliche Infos: Oberflächennahe Geothermie

Wasserrechtliche Erlaubnis – Wärmepumpe/ Kühlanlage bis 50 kW

Geoportal München

 

Wallbox

Wer sein E-Auto zu Hause laden möchte, sollte eine sogenannte Wallbox installieren lassen. Denn: Normale Steckdosen sind nicht für die hohe Dauerbelastung ausgerichtet, die das Laden eines E-Autos mit sich bringt. Im Extremfall droht ein Kabelbrand.

Die Wallbox ist auf die Anforderungen eines E-Autos ausgelegt und erlaubt auch ein dynamisches Lastmanagement. Dabei wird die verfügbare Gesamtladeleistung an den aktuellen Stromverbrauch im Gebäude angepasst. Das verhindert eine Überlastung des Hausanschlusses. 

Zu den Wallboxen

Warmwasserspeicher

Warmwasserspeicher beinhalten erwärmtes Trinkwasser, das von einem Wärmeerzeuger erhitzt wird. Bivalente Warmwasserspeicher nutzen zusätzlich erneuerbare Energien, meist solare Wärme, und sind daher deutlich größer.

Pufferspeicher bevorraten hingegen erwärmtes Heizungswasser und versorgen damit die Heizflächen im Haus.

Kombispeicher nutzen die erzeugte Wärme sowohl für die Heizung als auch um Wasser zu erwärmen. Damit minimieren sie sowohl die Wärmeverluste als auch den Platzbedarf. Das kann zum Beispiel über einen im Pufferspeicher intergierten Trinkwasserbehälter erfolgen. Eine weitere Möglichkeit, einen Kombispeicher zu betreiben, bietet ein Edelstahlwellrohr, das in Wendelform durch den Pufferspeicher geführt wird. In dem Rohr wird Trinkwasser im Durchflussprinzip hygienisch erwärmt. Immer häufiger werden auch Pufferspeicher mit Frischwasserstationen eingesetzt. Dabei wird Trinkwasser mit heißem Heizungswasser aus dem Pufferspeicher über einen externen Wärmetauscher im Durchflussprinzip gradgenau und „frisch“ erwärmt.

Bei der Nutzung größerer Warmwasserspeicher von mind. 400l Inhalt oder Anlagen mit Leitungsinhalten von mehr als drei Litern erwärmten Trinkwassers gelten zur Vermeidung von Legionellen hygienischen Anforderungen. Das warme Wasser sollte im Warmwasserspeicher eine Temperatur von mindestens 60° C haben, damit es zu keinem Legionellenwachstum kommt. Möglich ist auch die Nutzung sog. Legionellenschaltungen zum kurzfristigen Erhitzen des Speicherinhalts auf hohe Temperaturen. Durch die Nutzung von Zirkulationsleitungen lässt sich zusätzlich die Stagnation, also der Stillstand des Wassers vermeiden.

 

Wasserkraft

Wasserkraft nennt man die Strömungsenergie von fließendem Wasser, die über Turbinen in elektrische Energie umgesetzt wird. Strom aus Wasserkraft gehört zu den umwelt­schonendsten Formen der Energiegewinnung, weil dabei kein CO2 entsteht.

In München bietet die Isar mit ihrem Wasservorkommen gute Voraussetzungen für die Nutzung der Wasserkraft. Die SWM betreiben heute 14 Wasserkraftwerke zur Stromerzeugung. Die SWM moderni­sieren bestehende Wasserkraftwerke an der Isar, die dann mehr Ökostrom erzeugen und noch mehr Kohlendioxid einsparen.

Laufwasserkraftwerke nutzen die Energie der Flüsse. Das Flusswasser treibt die Turbinen an, während es durchfließt.

Pumpspeicherkraftwerke, wie das Leitzachwerk der SWM, nutzen Höhen­unterschiede. Diese Anlagen werden häufig zur Deckung von Bedarfsspitzen bei der Elektrizitätsversorgung eingesetzt. In last-armen Zeiten wird das Wasser in einem höher gelegenen Becken gespei­chert und bei Bedarf über Turbinen in ein tiefer gelegenes Becken geleitet.

 

Watt

Benannt nach dem schottischen Erfinder der Dampfmaschine James Watt (1736 – 1819) benannt und bezeichnet Watt die physikalische Einheit der Leistung. Leistung ist in der Physik als Arbeit pro Zeiteinheit definiert ist. Die elektrische Leistung ist das Produkt aus Spannung und Stromstärke:

1 Watt = 1 Volt x 1 Ampere. 1.000 W = 1 kW.

Der Stromverbrauch (Energie) ist das Produkt aus Leistung und Zeit und wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen. 1 kW x 1 Stunde = 1 kWh.

Wechselstrom

Wechselstrom ändert seine Richtung periodisch. Er eignet sich gut für die Über­tragung elektrischer Energie, da er mit Hilfe von Transformatoren leicht auf hohe Spannungen umgewandelt werden kann.

Windkraftanlagen

Windkraftanlagen wandeln Windenergie in elektrische Energie um. Windkraftanlagen bestehen aus einer Windturbine in Form eines riesigen Propellers und einem Generator zur Stromerzeugung. Allerdings erzeugen sie nur dann Strom, wenn Wind weht. Das ist etwa 1.800 Stunden im Jahr der Fall. Ihre daher sehr unterschiedliche Leistung reicht von einigen 100 Kilowatt bis zu 5 Megawatt.

In München betreiben die SWM zwei Wind­kraftanlagen in Fröttmaning und Freimann. Außerdem sind sie an mehreren On- und Offshore-Windparks auf dem Festland, in der Nordsee und der Irischen See beteiligt. Und die SWM sind an wpd europe beteiligt, dem führenden Projektentwickler für Wind­energie in Europa.

Auszeichnungen