So sparen Sie Heiz- und Stromkosten

Energie sparen im Haushalt

Seitdem die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen wurde, ist Energiesparen mehr denn je das Gebot der Stunde. Wer weniger Energie verbraucht, spart nicht nur Geld und schont die Umwelt, sondern trägt auch zur Versorgungssicherheit bei. Jede Kilowattstunde Strom, die eingespart wird, reduziert den Gaseinsatz für die Stromerzeugung. Und jeder Kubikmeter Erdgas, der in den wärmeren Monaten nicht verbrannt wird, kann für den nächsten Winter gespeichert werden.

Ob Wasserkocher, Spülmaschine oder Heizung: Im Haushalt gibt es viele Geräte, die Strom oder Wärmeenergie verbrauchen. Wenn Sie ein paar Dinge beherzigen, können Sie ohne viel Aufwand Energie und damit Kosten sparen. Wir haben die wichtigsten Tipps in Text und Film zusammengefasst.

Energiespar-Tipps vom Experten

Stefan Memminger, langjähriger Mitarbeiter der SWM Energieberatung, berät SWM Kund*innen zum bewussten Umgang mit Energie. Seine besten Tipps gibt er hier weiter:

Raumheizung
80 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf die Raumheizung. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich hier deshalb oft eine Menge sparen: Heizkörper sollten nicht mit Vorhängen, Verkleidungen oder Möbeln verdeckt werden. Nur so kann sich die Wärme ungehindert im Raum verteilen.

Heiztemperatur und Heizkörper
Richtlinien für die Heiztemperatur beachten – jedes Grad zu viel belastet den Geldbeutel unnötig. Unsere Empfehlung: 19 bis 21 Grad im Wohnzimmer, 16 bis 19 Grad in Küche, Flur und Diele, 20 bis 23 Grad im Badezimmer und 16 bis 18 Grad im Schlafzimmer. Ebenfalls ganz wichtig: Die Heizkörper regelmäßig entlüften!

Fenster
Undichte Fenster, Haustüren und Rollodeckel sorgen für sehr hohe Energieverluste und unangenehme Zugerscheinungen. Kontrollieren Sie regelmäßig die Dichtungen auf ihre Funktionstüchtigkeit und erneuern Sie diese bei Bedarf. Falls bei alten Fenstern noch keine Dichtungen vorhanden sind, sollten Sie Gummilippendichtungen nachrüsten.

Lüften
Dauerlüften bei gekipptem Fenster vermeiden: Der Luftaustausch ist zu gering, die Wände kühlen aus und die Gefahr von Schimmelbildung steigt. Lieber kürzer und dafür öfter lüften.

Licht
Nutzen Sie am besten LED-Lampen: Sie enthalten kein Quecksilber, sind sofort hell, haben eine längere Lebensdauer (bis zu 50.000 Stunden), sparen noch mehr Strom als Energiesparlampen und erzeugen ein besseres Licht. LED-Leuchten gibt es in unterschiedlichen Farbnuancen von warmweiß über neutralweiß bis hin zu tageslichtweiß (kaltweiß). Beim Lampenkauf auf Helligkeit (in Lumen) statt Watt achten. Das EU-Energieeffizienz-Label kennzeichnet energiesparende Modelle.

Und: Verlassen Sie den Raum für längere Zeit, gilt: Licht aus!

Duschen und Baden
Duschen statt ein Vollbad nehmen. Und auch beim Duschen darauf achten, nicht unnötig warmes Wasser laufen zu lassen. Mit einem Sparduschkopf lässt sich der Wasserverbrauch sogar um bis zu 50 Prozent reduzieren. Das rentiert sich gleich dreifach: Sowohl Wasser-, Abwasser- als auch Energiekosten sinken.

Smartphone
Energiesparprogramme und -Apps sowie den Nachmodus nutzen, die automatisch die Helligkeit und die Geschwindigkeit reduzieren und so Strom sparen.

Achten Sie darauf, dass Apps richtig geschlossen werden und schalten Sie Ortungsdienste aus, wenn sie nicht gebraucht werden. Statt Synchronisations-Apps und Push-Nachrichten  lieber bewusst E-Mails und Nachrichten prüfen. 

Auch Bluetooth nur einschalten, wenn es auch tatsächlich benötigt wird. Unterwegs das WLAN ausschalten, sonst sucht das Handy die ganze Zeit nach WLAN-Netzen in der Umgebung – und das verbraucht unnötig Akku. 

Streaming & Cloud-Dienste 
Statt des Großbildfernsehers Tablet oder Laptop nutzen, denn kleinere Bildschirme (und geringere Auflösungen) verbrauchen weniger Strom.  Schlecht für die Energiebilanz ist außerdem das Streamen über ein Mobilfunknetz. Besser: WLAN oder das LAN-Kabel benutzen. 
 
Wer Musik hören möchte, sollte auf einen Musikstreaming-Dienst zurückgreifen statt auf Video-Streaming. Noch sparsamer: Musik herunterladen, statt sie immer wieder neu zu streamen. 

Cloud-Dienste haben einen sehr hohen Energieverbrauch. Statt Fotosammlungen oder Videos online zu sichern, besser eine externe Festplatte nutzen.

Fernseher
Die Stromeffizienz von TV-Geräten ist stark gestiegen. Ein Plasmafernseher der ersten Generation verbraucht noch bis zu 500 Watt, während ein gleich großer LED-Fernseher unter 50 Watt benötigt. Es lohnt sich also, über eine Neuanschaffung nachzudenken. Achten Sie auf das Energiesparlabel.

Stand-by
Fernseher, Drucker, Computer richtig ausschalten statt im Stand-by-Modus laufen zu lassen. Das heißt: Den Aus-Knopf drücken oder, wenn das Gerät keinen Aus-Knopf besitzt, den Netzstecker ziehen. Mit einer ausschaltbaren Steckerleiste lassen sich gleich mehrere Geräte vom Netz nehmen. Bei Geräten, die Sie nach 2010 erworben haben, ist der Stand-by Verbrauch sehr gering. Hier sollten Sie den Aus-Knopf nicht drücken, denn sonst gehen die gespeicherten Einstellungen verloren.

Küchengeräte
In den vergangenen Jahren hat sich die Energieeffizienz von Kühlschränken und Gefriertruhen stark verbessert. Meist amortisieren sich die Kosten für ein neues Gerät innerhalb weniger Jahre über die geringen Stromkosten.

Eine Vereisungsdicke Ihres Kühlschranks von 5 Millimeter erhöht den Stromverbrauch um ca. 30 Prozent, daher: regelmäßig abtauen!

Mikrowelle nur für kleine Mengen und nicht zum Auftauen nutzen.

Besonders sparsame Haushaltsgeräte

In dem PDF-Dokument finden Sie eine Übersicht der sparsamsten Haushaltsgeräte sortiert nach Stromverbrauch oder Gesamtkosten über die Lebensdauer der Geräte – sowie Hinweise, worauf Sie beim Kauf achten sollten. 

Besonders sparsame Haushaltsgeräte

Energiespartipps im Film

Heizen und lüften

Duschen und baden

Kochen und backen

Kühlen und gefrieren

Geschirr spülen

Waschen und trocknen

Licht und Lampen

Auszeichnungen