Balkonkraftwerke: Solarstrom aus steckerfertigen PV-Anlagen
18.05.2026 | Steckerfertige PV-Anlagen, auch Balkonkraftwerke genannt, sind kleine Solaranlagen, für die nicht zwingend eine Dachfläche nötig ist. Sie können im Garten, auf der Terrasse, auf dem Balkon oder an der Fassade montiert werden. Was es bei der Anschaffung solcher Mini-Solaranlagen zu berücksichtigen gibt? Wir klären die am häufigsten gestellten Fragen.
Das Geschäft mit der Sonne boomt: Solarmodule sind auf zahlreichen Hausdächern und Freiflächen zu finden – und das Interesse an Photovoltaik-Anlagen steigt. Doch nicht nur Gebäude- und Grundstückseigentümer*innen können mit wenigen Schritten Solarstrom erzeugen. Es gibt auch eine smarte Lösung zum Beispiel für Mieter*innen: sogenannte steckerfertige Solaranlagen.
Die kleinen Balkonkraftwerke lassen sich ohne viel Aufwand an Balkonbrüstungen, auf Terrassen oder Flächen rund um die Wohnung anbringen – und geben allen die Möglichkeit, selbst zur Energiewende beizutragen.
Mit dem Beschluss des Solarpakets 1, einem im Mai 2024 in Kraft getretenen Gesetzespaket der Bundesregierung, wurden die Leistungen für Balkon-PV-Anlagen erhöht und die bürokratischen Anforderungen reduziert.
Sie wollen sich ein Balkonkraftwerk anschaffen?
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Der Wechselrichter einer Balkonanlage darf maximal eine Leistung von 800 Watt haben, das heißt, dass die Anlage maximal 800 Watt einspeisen kann.
- Die Anlagen dürfen eine maximale installierte Leistung von 2 Kilowatt-Peak (kWp) haben.
- Die Anlage muss im Marktstammdatenregister bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden.
- Eine Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht zwingend nötig, kann aber auf Wunsch erfolgen.
- Balkonanlagen dürfen übergangsweise hinter jedem vorhandenen Zählertyp betrieben werden – einschließlich Zähler ohne Rücklaufsperre – bis der Messstellenbetreiber moderne Zweirichtungszähler einbaut.
- Balkonanlagen wurden ausschließlich für die Stromversorgung privater Haushalts konzipiert.
- Die Anlagen können parallel zu einer bestehenden PV-Anlage betrieben werden, ohne dass messtechnische Veränderungen erforderlich sind.
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Was ist ein Balkonkraftwerk – und wie funktioniert es?
Ein Balkonkraftwerk – auch steckerfertige Solaranlage oder PV-Kleinanlage genannt – setzt sich aus einem oder mehreren Solarmodulen zusammen. Diese sind mit einem Wechselrichter verbunden, der den Gleichstrom, der im Solarmodul erzeugt wird, in Wechselstrom umwandelt. Der Wechselstrom kann direkt ins Hausstromnetz eingespeist werden und steht für den direkten Gebrauch im Haushalt zur Verfügung. Der Vorteil: Es muss weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.
Ein Balkonkraftwerk besteht aus folgenden Komponenten:- einem oder mehreren Solarmodulen
- einem Gestell für die Befestigung der Module
- einem Wechselrichter
- einer Steckverbindung
- einem Akku-Set zur Speicherung des nicht benötigten Solarstroms (optional)
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Lohnt sich eine steckerfertige PV-Anlage?
Steckerfertige Solaranlagen sind in der Anschaffung um einiges günstiger, dafür aber auch leistungsschwächer als ihre großen Verwandten: Während eine gewöhnliche PV-Anlage eine Leistung von mehreren Kilowatt-Peak (kWp) erreichen kann, kommt ein kleines Balkonkraftwerk auf etwa 450 bis 1.000 Watt-Peak (Wp). Mit dem Solarpaket 1 wurde die maximal zulässige installierte Leistung von steckerfertigen PV-Anlagen auf 2 Kilowatt-Peak erhöht. Jedoch dürfen maximal 800 Watt-Peak Leistung pro Zähler eingespeist werden.
Eine aktuelle Balkon-PV-Anlage mit 2 Modulen und etwa 960 Watt-Peak erzeugt bei optimalen Bedingungen zwischen 850 und 1.100 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde und einem Eigenverbrauch von circa 416 Kilowattstunden des selbst produzierten Solarstroms spart man so jährlich rund 144 Euro. Geht man von Anschaffungskosten von 490 Euro aus, dauert es circa 4 Jahre, bis sich die Anschaffung einer steckerfertigen Solaranlage in dieser Rechnung amortisiert hat.
(Quelle: Kleines Kraftwerk
und HTW Stecker-Solar-Simulator) Für eine individuelle Berechnung nutzen Sie gerne folgenden Amortisierungsrechner: Stecker-Solar-Simulator
Die aktuelle Entwicklung der Strompreise in Deutschland können Sie beim BDEW einsehen:BDEW-Strompreisanalyse -
Was gibt es vor dem Kauf eines Balkonkraftwerks zu beachten?
Bevor Sie ein Balkonkraftwerk erwerben, sollten Sie prüfen, ob sich der gewünschte Standort für eine Installation eignet. Eine Ausrichtung der Anlage nach Südost, Süd oder Südwest wird als optimal angesehen. Außerdem sollten umliegende Bäume, Balkone oder Gebäude keinen Schatten auf die Anlage werfen. Damit die steckerfertige PV-Anlage auch ihre vorgesehene Leistung erbringen kann, müssen die Solarmodule regelmäßig gereinigt werden. Aus diesem Grund sollte die Anlage auch leicht zugänglich sein.
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Was gibt es bei der Installation eines Balkonkraftwerks zu beachten?
Installation und Inbetriebnahme gestalten sich bei Balkonkraftwerken einfacher als bei den großen PV-Anlagen. Die Installation kann von einem Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Die Balkon-PV-Anlagen können übergangsweise hinter jedem vorhandenen Zählertyp betrieben werden, einschließlich Zähler ohne Rücklaufsperre, müssen aber in jedem Fall spätestens einen Monat nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Der Messstellenbetreiber wechselt bei Bedarf die entsprechende Messeinrichtung aus. Die rückwärtsdrehenden Zähler und normale Einrichtungszähler mit Rücklaufsperre werden so lange geduldet, bis der Messstellenbetreiber moderne Zweirichtungszähler einbaut. Das Balkonkraftwerk kann parallel zu einer bestehenden PV-Anlage betrieben werden, ohne dass messtechnische Veränderungen erforderlich sind.
Die Sicherheitsanforderungen und deren Prüfung für Steckersolargeräte als Gesamtsystem werden durch die im Dezember 2025 veröffentlichte Produktnorm DIN VDE V 0126-95 definiert. Die aus PV-Modulen und einem Wechselrichter bestehenden Solargeräte können unter folgenden Bedingungen an den eigenen Haus- oder Wohnungsstromkreis angeschlossen werden:- Neben den bestehenden Installationsnormen DIN VDE 0100-551 und DIN VDE V 0100-551-1 gilt die neue Produktnorm DIN VDE V 0126-95. Sie ermöglicht den sicheren Anschluss steckerfertiger PV-Anlagen über eine Haushaltsteckdose, sofern der Basisschutz und die elektrische Sicherheit entsprechend mechanisch oder elektromechanisch gewährleistet wird. Bei dieser Art des Anschlusses darf die Wechselrichterleistung 800 Voltampere (VA) nicht überschreiten.
- Zusätzlich darf gemäß DIN VDE V 0126-95 die maximal zulässige Modulleistung der verbauten PV-Module höchstens 960 Watt-Peak betragen. Eine spezielle Energie-Steckvorrichtung bleibt die sichere Option, insbesondere dann, wenn die Anforderungen für den Anschluss an eine Haushaltssteckdose nicht erfüllt werden können. Sie ermöglicht darüber hinaus höhere Modulleistungen von bis zu 2.000 Watt-Peak.
Des Weiteren möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die steckerfertige PV-Anlage entsprechend den Herstellerangaben anzuschließen ist. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob die technische Ausstattung Ihrer elektrischen Anlage die Voraussetzungen erfüllt, ist Ihr Elektrofachbetrieb die richtige Anlaufstelle.
Weitere Informationen finden Sie beim Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V.: VDE -
Muss ich das Balkonkraftwerk anmelden?
Auch steckerfertige PV-Anlagen müssen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Die Registrierung muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen.
MarktstammdatenregisterEine Anmeldung beim Netzbetreiber kann – falls gewünscht – über das Formular F.1.2 erfolgen, das beim Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE heruntergeladen werden kann: VDE - FNN-Formulare
Übrigens: Holen Sie sich vor Anschaffung eines Balkonkraftwerks auch die Erlaubnis des*der Vermieter*in oder der Eigentümergemeinschaft ein.
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Darf ich den selbst erzeugten Solarstrom einspeisen?
Die Balkonkraftwerke wurden ausschließlich für die Stromversorgung des privaten Haushalts konzipiert. Der daraus erzeugte Strom wird in der Regel im eigenen Haushalt verbraucht. Der erzeugte Strom, der nicht verbraucht werden kann, fließt über den vorhanden Netzanschluss ins öffentliche Stromnetz.
Eine Anmeldung beim Netzbetreiber kann – falls gewünscht – über das Formular F.1.2 erfolgen, das beim Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE heruntergeladen werden kann: VDE - FNN-Formulare -
Kann ich ein Balkonkraftwerk mit einem Speicher kombinieren?
Ja, es ist heute üblich, ein Balkonkraftwerk mit einem Speicher zu kombinieren. Ein Solarstromspeicher hat den Vorteil, dass er den durch das Balkonkraftwerk erzeugten Strom sammelt und für die Nutzung in den Nachtstunden oder an bewölkten Tagen zur Verfügung stellt. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Kombination von einem Balkonkraftwerk und einem Speicher technisch komplexer ist und die Anschaffungskosten erhöht. Zudem variiert der Nutzen eines Speichers je nach Ihrem individuellen Stromverbrauch und der Größe der PV-Anlage. Es ist daher ratsam, vor der Anschaffung die optimale Speichergröße zu simulieren und sich beraten zu lassen.
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Mit welchen Kosten muss man bei Anschaffung einer Anlage rechnen?
In der Regel muss man für ein Modul ohne Speicher je nach Leistung mit mehreren Hundert Euro rechnen. Komplettpakete ab zwei Modulen mit Speicher gibt es in der Regel ab etwa 1.000 Euro zu kaufen.
Bitte beachten Sie, dass zusätzliche Kosten für den Zählerwechsel, das Setzen einer geeigneten Steckdose und gegebenenfalls auch für die Installation der Anlage anfallen. Sofern Ihr zuständiger Netzbetreiber die SWM Infrastruktur ist, wird der Zählertausch kostenlos durchgeführt.
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Gibt es Fördermöglichkeiten für Balkonkraftwerke?
Aktuell gibt es für Balkonkraftwerke keine bundesweite Förderung. Denn die Anschaffungskosten halten sich im Vergleich zu größeren Photovoltaik-Anlagen in Grenzen. Einige Städte und Kommunen rufen allerdings eigene Förderprogramme ins Leben. Informieren Sie sich also vor der Anschaffung eines Balkonkraftwerks darüber, ob es an Ihrem Standort eine Förderung gibt.
In München werden der Kauf und die anschließende Installation von steckbaren Photovoltaik-Stromerzeugungsgeräten bis zu einer Leistung von 800 Watt-Peak (Wp) je Wohneinheit gefördert. Privatpersonen, die im Stadtgebiet München Ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben, können einen Förderantrag stellen – müssen ihren Wohnsitz aber in der Wohneinheit haben, in der das Gerät installiert und an das Hausnetz angeschlossen wird.
Zum Fördersatz: Es werden 40 Cent je Watt-Peak und maximal 800 Watt-Peak je Wohneinheit gefördert, aber maximal 50 Prozent der förderfähigen Investitionskosten.
Alle Infos zur Fördermöglichkeit über die Landeshauptstadt München und zum Ablauf finden Sie hier:
Förderung Klimaneutrale Gebäude (FKG) -
Bieten die SWM auch Balkonkraftwerke an?
Nein, aktuell haben wir keine steckerfertigen PV-Anlagen im Angebot.
Mit M-Solar Plus bieten wir Ihnen aber die Möglichkeit einer eigenen PV-Anlage auf Ihrem Hausdach. Mehr Infos:
M-Solar Plus
Sie haben Fragen? Wir helfen gerne weiter.
Energieberatung der SWM
- Telefon: 0800 796 796 0 (deutschlandweit kostenfrei)
- E-Mail: energieberatung@swm.de
Beratung zur Anmeldung von steckerfertigen PV-Anlagen:
- Telefon: +49 89 2361 2670