Die Geschichte der Energieerzeugung in München
23.09.2026 I Lange Zeit hinkte München bei der Elektrifizierung anderen europäischen Städten hinterher, bis es rasch zu einem Standort der zuverlässigen Energieversorgung wurde. Von Beginn an setzten die Stadtwerke München auf die Wasserkraft. Und auch heute bauen wir Wind-, Wasser-, Solar- und Geothermieanlagen aus.
München geht ein Licht auf
1879 wurde der damals neue Münchner Centralbahnhof als erster Bahnhof der Welt mit elektrischen Bogenlampen beleuchtet. Dennoch wandelten die Münchner*innen auf ihren Straßen noch eine ganze Weile lang im Licht schummriger Gaslampen. Denn die Stadt hatte 1848 das Monopol für die Straßenbeleuchtung erst einmal an eine Privatfirma vergeben – und die setzte auf Gas. Der Stadt waren vorerst die Hände gebunden.
Im damals noch selbständigen Schwabing begann die elektrische Straßenbeleuchtung 1889. In München sah man es gar nicht gerne, dass ein kleines Städtchen vor den Toren früher dran war. Besonders bitter: Nach der Eingemeindung Schwabings 1890 musste München noch den Kredit zurückzahlen, den Schwabing für die Elektrifizierung aufgenommen hatte.
Ab 1891 begann die Stadt München dann mit dem Aufbau der öffentlichen elektrischen Straßenbeleuchtung und Ende 1893 hatte München bereits eine der größten elektrischen Straßenbeleuchtungen des Kontinents und damit die durch die private Gasbeleuchtungsgesellschaft auferlegte Verzögerung in Kürze wieder eingeholt.
1899 lief der unrühmliche Gasvertrag aus, seitdem bestimmt München die Geschicke seiner Energieversorgung selbst. Verantwortlich dafür sind seither die SWM bzw. ihre Vorgängerbetriebe.
Zentrale Grundsätze bei der Energieversorgung waren schon immer:
- Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit und Selbständigkeit
- Nutzung von erneuerbaren Energien wie der Wasserkraft
- und wenn diese nicht ausreichten: Brennstoffe bestmöglich ausnutzen, etwa durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Fernwärme
Laternenanzünder der Gasbeleuchtung, 1848
Energiewende in München
Nach der Übernahme der Energieversorgung 1899 bauten die SWM das Versorgungsnetz entsprechend den Bedürfnissen der schnell wachsenden Stadt aus und errichteten weitere Kraftwerke. Der Schwerpunkt bei der Stromerzeugung lag zunächst auf der Nutzung der Wasserkraft in und um München. Als diese nicht mehr ausreichte, bauten die SWM auch konventionelle Kraftwerke wie das Heizkraftwerk Süd und das Heizkraftwerk Nord.
2009 haben wir die Ausbauoffensive Erneuerbare Energien gestartet. Seit 2025 können wir bilanziell so viel Strom aus erneuerbaren Energien in eigenen Anlagen erzeugen, wie München verbraucht.
Ab spätestens 2040 wollen wir den Münchner Bedarf an Fernwärme vor allem mithilfe von Tiefengeothermie bereitstellen. Aktuell betreiben wir sechs Geothermieanlagen in München und der Region und planen darüber hinaus weitere Anlagen sowie den Ausbau und die Nachverdichtung des Fernwärmenetzes.
Wir bauen zudem die Fernkälte kontinuierlich aus, um individuelle Klimaanlagen zu ersetzen.
Elektrizitätswerk Isartalstraße, 1899, Vorgänger des Energiestandorts Süd
Energiestandort Süd: Moderne Strom- und Wärmeerzeugung
Foto: Manuel Übler
Wasserkraft Uppenbornwerk, 1909
Damals wie heute zuverlässige Energie aus Wasserkraft: Isarwerk 1
Neue Münchner Energiewelt
„Ich arbeite schon seit 32 Jahren für die Stadtwerke, davon 30 Jahre im und für den Energiestandort Süd, der bereits mehrfach um- und ausgebaut wurde. Früher hatten wir zum Beispiel noch eine Müllverbrennungsanlage. Heute nutzen wir modernisierte und hoch effziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Deutschlands größte Geothermieanlage, zudem einen Wärmespeicher.“
Thomas Gilg
Leiter des Energiestandorts Süd