Hybrid.M in Moosach
21.11.2022 I Der Neubau Hybrid.M mit Busbetriebshof, Büros und angrenzenden Werkswohnungen verbindet die Nutzung von Fernwärme, Fernkälte und Photovoltaik mit digitaler Infrastruktur. Hier schaffen wir die Infrastruktur für den Einsatz der wachsenden E‑Bus-Flotte in München und bündeln unser Know-how in Sachen Smart City.
Quelle: CBRE/Rendertaxi GmbH
Kommt man aus der U-Bahn-Station Georg-Brauchle-Ring, blickt man auf einen Neubau mit großer Glasfront. Dort fahren täglich über hundert Busse ein und aus. Hybrid.M heißt das Areal, mit dem SWM und MVG einen städtebaulich prägenden Akzent in Moosach und vor allem einen wichtigen Impuls für den ÖPNV mit E-Bussen setzen.
Hybridkonzept für den Busbetriebshof Moosach
Herzstück des Hybrid.M ist der neue Busbetriebshof Moosach, der an der wachsenden Flotte von E-Bussen ausgerichtet ist. Knapp 200 Busse sind hier stationiert und tragen wesentlich dazu bei, die Mobilität der Menschen in München sicherzustellen. Zudem haben wir auf dem 40.000 Quadratmeter großen Gelände eine zeitgemäße Bürobebauung und angrenzend bezahlbare Werkswohnungen für SWM Mitarbeitende errichtet.
Hybrid ist auch der energetische Ansatz. Innovative Technologien stehen im Vordergrund: Fernkälte und Fernwärme werden in einen klugen Kreislauf eingespeist, Photovoltaik und Wasseraufbereitung ergänzen das Konzept.
Modell des Hybrid.M in Moosach
Quelle: CBRE/Rendertaxi GmbH
„Hybrid.M ist ein Vorzeigeobjekt für den ganzheitlichen Ansatz der SWM. Verbunden werden Energie- und Mobilitätswende, Gewerbe und Büro, Arbeiten und Wohnen. Das Baukonzept kann Vorbild für Metropol- und hochverdichtete Wachstumsregionen sein.“
Wegweisendes Infrastrukturprojekt
Der neue Busbetriebshof in Münchens Norden ersetzt den knapp 60 Jahre alten Betriebshof in Laim, auf dessen Fläche ein Quartier zum Leben und Arbeiten entsteht. Mit seiner Ladeinfrastruktur bildet er die Grundlage für die Umstellung auf E-Busse in München.
Auf rund 27.000 Quadratmetern gliedert sich der Neubau des Busbetriebshofs Moosach in eine riesige Abstellhalle, in der die E-Busse geladen werden, und zwei Werkstatthallen zur Businstandsetzung mit Spenglerei, Dacharbeitsstand und Lackierkabine. Rund 500 Busfahrer*innen beginnen hier täglich ihren Dienst, außerdem arbeiten hier rund 45 Mitarbeitende in der Verwaltung, in der Werkstatt und im Lager. Auf zwei Fahrspuren mit Tank- und Waschanlagen werden die Busse betriebsbereit gemacht.
Die Waschanlagen werden mit gesammeltem Regenwasser betrieben. Eine Aufbereitungsanlage sorgt dafür, dass das Wasser bis zu 95 Prozent wiederverwendet werden kann.
Darüber hinaus ist der Busbetriebshof Moosach in das bestehende SWM Fernkältenetz eingebunden – ein System, das Grundwasser als Kältequelle nutzt. Die M‑Fernkälte kühlt die Ladeinfrastruktur der Busse und die Serverräume. Dabei nimmt sie Wärme auf, die die SWM an anderer Stelle wiederum nutzen. Zum Beispiel, um Werkswohnungen zu heizen oder mit einer Freiflächenheizung im Winter den Asphalt im Busbetriebshof eisfrei zu halten.
„München wächst – der ÖPNV muss dementsprechend mitwachsen. Dem Bus kommt dann eine besondere Bedeutung zu, weil Buslinien schneller realisiert werden können als Schienenprojekte.“
Die Abstellhalle des neuen Busbetriebshofs in Moosach bietet Platz für knapp 200 Fahrzeuge. Solobusse können hier in etwa drei Stunden vollständig geladen werden, Gelenkbusse in ungefähr vier.
Quelle: Sebastian Arlt
Flexibilität durch digitale Lösungen
Bei einer großen Flotte von Bussen bedarf es für einen reibungslosen Betrieb einer durchdachten Digitalisierung. Die SWM haben Systeme entwickelt, um die Abläufe auf dem neuen Betriebshof digital zu planen und zu überwachen. Das innovative Lademanagementsystem ermittelt die optimale Ladestrategie, abhängig von Bedarf oder Strompreis.
Ein Betriebshof-Managementsystem weist den einrückenden Bussen ihren Abstellplatz zu und erstellt einen idealen Ladeplan. Hybrid.M und Busbetriebshof Moosach sind damit nicht nur Grundlage für die Elektrifizierung der MVG-Busflotte, sondern ein Gesamtkonzept, das Energie, Mobilität und Stadtentwicklung miteinander verbindet.
Mehr Infos zum neuen Busbetriebshof auf der Projektseite der MVG:
Büroflächen und Arbeitsplätze in zentraler Lage
Im Hybrid.M selbst gibt es auf 18.400 Quadratmetern Raum für bis zu 900 Arbeitsplätze. Die modernen Büros mit bodentiefen Fenstern und viel Tageslicht werden vermietet – und sind begehrt. So belegt etwa seit Juli 2022 ein Unternehmen aus der Automotive-Branche 9.500 Quadratmeter.
Das gesamte Gebäude wird mit M‑Fernwärme und M‑Fernkälte beheizt und gekühlt. Mehr zu M‑Fernwärme
Das Gebäude dient außerdem als Schallschutz und Hochgarage. Alle Stellplätze können mit Wallboxen für das Laden von E‑Autos ausgestattet werden, 20 Ladeplätze sind bereits vorhanden.
Photovoltaik-Anlagen auf dem Parkhaus liefern Strom. Darüber hinaus gibt es 100 Fahrradparkplätze. Alle Dächer werden zudem begrünt.
Hybrid.M: Zeitraffer-Film
Den Baufortschritt von Hybrid.M in einem Zeitraum von viereinhalb Jahren zeigt folgender Zeitraffer-Film: