Interview

Die Expertisen: Das Frauen-Netzwerk der SWM

07.06.2021 | Unser Business-Netzwerk für Frauen entstand 2015 und zählt aktuell 500 Kolleginnen – Tendenz steigend. Das Kernteam der Expertisen besteht aus Ines Lindner, Dr. Karin Thelen und Sonja Schmutzer. Im Interview gewähren sie uns spannende Einblicke und verraten, warum ihnen die Expertisen ein Herzensthema sind.

Das sind die Expertisen

Die Expertisen bestehen seit fünf Jahren und wurden von Frauen für Frauen gegründet. Das Frauennetzwerk fördert den Austausch und die persönliche sowie berufliche Weiterentwicklung der SWM Mitarbeiterinnen. Hier haben unsere weiblichen Führungskräfte und Mitarbeiterinnen einen geschützten Raum, um sich hierarchieübergreifend zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und Horizonte zu erweitern. 

500 Kolleginnen sind schon dabei  

Mit einer Mischung aus Vernetzungs- und Wissensangeboten sowie speziellen Mentoring-Programmen für die Stärkung und Weiterentwicklung der Frauen ist das Netzwerk bei den SWM nicht mehr wegzudenken und kommt gut an: Schon 500 Expertisen sind dabei. Die SWM Geschäftsführung unterstützt das Netzwerk ausdrücklich.

Interview mit Ines Lindner, Dr. Karin Thelen und Sonja Schmutzer

Ihr habt die Expertisen 2015 mit gegründet. Wie hat alles angefangen?

Die Expertisen sind aus einer Grassroots-Bewegung entstanden. Ein Team von Mitarbeiterinnen wollte aktiv Veränderungen herbeiführen, beim kulturellen Wandel, bei der Vernetzung zwischen den Unternehmensbereichen und bei der  Frauenförderung. Dieses Kernteam konzipierte das Netzwerk und gewann den Vorsitzenden der Geschäftsführung Dr. Florian Bieberbach und den Personalgeschäftsführer Werner Albrecht als wichtige Unterstützer.

Im ersten Schritt richtete sich das Netzwerk an Führungsfrauen der SWM – um es nachhaltig zu etablieren, Vertrauen untereinander wachsen zu lassen und es inhaltlich zu fokussieren. Dieser Ansatz ging vollständig auf: Ende 2017 war das Netzwerk bereits gut etabliert und organisiert – und öffnete sich für alle interessierten Mitarbeiterinnen der SWM. Schritt für Schritt ging das Wachstum weiter. So sind heute auch Kolleginnen Teil der Expertisen, die nicht zum sogenannten SWM Kernkonzern gehören.

Warum braucht es überhaupt ein Frauennetzwerk?

Weil bis heute die Gleichstellung von Frauen gesellschaftlich noch nicht vollständig gegeben ist und noch eine Vielzahl von unbewussten Stereotypen (sog. unconscious bias) vorherrschen – egal wo. Weil Geschlechterdiversität ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für ein Unternehmen ist. Weil es ohne konkrete Maßnahmen, ohne aktives Engagement von Frauen für Frauen keine Veränderung geben wird. Weil alle – auch Männer – von einer tatsächlichen Gleichstellung von Männern und Frauen im gesellschaftlichen und unternehmerischen Kontext profitieren.

Sollten Frauen nicht lieber mit Männern netzwerken – wo doch die Führungsetagen überwiegend mit Männern besetzt sind?

Ja, natürlich. Netzwerken ist wichtig – auch mit „den Männern“. Das Expertisen-Kernteam netzwerkt intensiv auch mit Entscheidern, um optimale Rahmenbedingungen für das Netzwerk zu schaffen, z. B. bei Budgetfragen.

Und: Wir netzwerken mit Männern, um unser Ziel der Gleichstellung weiter voranzutreiben, um auf die besonderen Herausforderungen von Frauen aufmerksam zu machen (z.B. die hohen Belastungen durch die Vereinbarung von Arbeit und Care-Aufgaben während der Corona-Pandemie) und um konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Netzwerken soll doch so divers wie möglich sein. Nur so wird der eigene Horizont weit! Nur so gewinnt Frau an Einfluss!

Das Kernteam der Expertisen

Dr. Karin Thelen leitet die technische Qualitätssicherung der SWM, Ines Lindner die Abteilung Anwendungen, Prozesse, Projekte im Finanzbereich und Sonja Schmutzer den Bereich Politik und Verbände ( v. l.): 

„Wir sind tatsächlich „partners in crime“. Wir essen gerne zusammen asiatisch. Wir trinken gerne Cocktails. Wir helfen uns gegenseitig. Wir könnten nächtelang – auch virtuell – über unsere Ziele, die großen Themen des Lebens, unsere Familien sprechen. Meist haben wir jedoch alle Hände voll zu tun, um all die Herausforderungen des Berufs- und Privatlebens unter einen Hut zu bringen.“

"Wir möchten, dass Gleichstellung Realität wird!"

Was habt Ihr bereits mit dem Netzwerk erreicht? Worauf seid Ihr stolz?

Wo sollen wir starten? Wir sind stolz auf die so positive Entwicklung, die die Expertisen genommen haben! Ob dies die Kontakte innerhalb und auch außerhalb der SWM sind oder die steigende Zahl der Teilnehmerinnen. Aktuell 500 Frauen!

Wir sind stolz darauf, dass wir Gehör finden bei Entscheidern, bei der Geschäftsführung, auch bei Frauen – dass sie sich etwas trauen. Wir sind laut in Sachen Frauenförderung – dazu hat uns Werner Albrecht einmal in einer Veranstaltung aufgefordert.

Wir sind stolz auf die fruchtbare, zukunftsgerichtete Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen von der Personalabteilung! Das macht viel Spaß! Und schafft mehr Umsetzungsstärke!

Wir sind stolz auf die starke Zusammenarbeit mit dem übergeordneten Netzwerk WIN (Women in Network). Hier tauschen sich die Macherinnen der Frauennetzwerke von Münchner Unternehmen wie Allianz, BMW, Infineon, Microsoft, KUKA, E.ON etc. aus. Die Treffen sind zum einen eine Wahnsinns-Inspirationsquelle für uns. Zum anderen können wir aufzeigen, dass die SWM ein wirklich attraktiver Arbeitgeber für Frauen sind. Wir setzen mit "unseren Expertisen" durchaus Zeichen in der Liga der großen Konzerne.

Und: Wir sind stolz auf die berufliche und persönliche Entwicklung von Kolleginnen, an der wir etwas Anteil haben durften.

Welche Ziele habt Ihr für die Expertisen?

Wir möchten aktiv daran mitwirken, dass die SWM ihr Ziel erreichen, den Frauenanteil in Führungspositionen auf 25 % zu erhöhen, und wir möchten, dass diese Zielsetzung nicht das Ende der Ziele ist!

In unserer Vorbildrolle und gemeinsam mit weiteren Führungsfrauen und Expertinnen wollen wir noch mehr Kolleginnen ermutigen und motivieren, sich aktiv beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Wir möchten Selbstbewusstsein und Mut der Kolleginnen stärken, Führungspositionen und herausfordernde Expertinnen-Funktionen aktiv zu suchen und es sich auch zu zuzutrauen, diese zu übernehmen, wenn noch nicht alle in der Stellenausschreibung geforderten Kompetenzen vollständig vorhanden sind. Weg vom Perfektionismus – hin zu Sichtbarkeit, Ausprobieren und aktiver Karrieregestaltung. Denn wir wachsen alle – Männer wie Frauen – mit unseren Aufgaben und Herausforderungen!

Ihr engagiert euch mit unglaublich viel Herzblut und in eurer Freizeit für die Expertisen. Was treibt euch an?

Kurz gesagt: Wir möchten, dass unsere Töchter und alle jungen Frauen in den kommenden Jahren nicht mehr über spezifische Themen der Frauenförderung diskutieren müssen. Wir möchten, dass Gleichstellung Realität wird! Und wir lernen unglaubliche Frauen innerhalb und außerhalb der SWM kennen, die die gleichen Ziele verbinden. So wurde auch unsere persönliche Entwicklung befeuert! Die Expertisen geben Energie und Inspiration zurück!

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