Iran-Konflikt: Energieversorgung ist weiterhin gesichert
16.03.2026 I Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten beeinflusst Energielieferungen aus dem arabischen Raum nach Europa und damit letztlich den Energiemarkt weltweit. An den Benzinpreisen bemerkt man bereits Folgen. Viele Kund*innen fragen sich, ob und wie sich der Konflikt auf die Preise für Strom, Gas und Wärme sowie die Versorgungssicherheit in München auswirkt. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen.
Wie wirkt sich der Krieg auf die Energiemärkte aus?
Durch den militärischen Konflikt ist das Angebot an Erdgas und Erdöl auf den Weltmärkten geringer. Das liegt zum einen an der Sperrung der Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte verschifft werden. Zum anderen liefert Katar als weltweit zweitgrößter Produzent momentan kein Flüssiggas (LNG) mehr. Dieser momentane Rückgang der Menge und vor allem die damit verbundene Unsicherheit führen zu steigenden Preisen und heftigen Preisschwankungen an den Großhandelsmärkten für Erdgas und Erdöl.
Ist die Erdgas-Versorgung in Deutschland gesichert?
Nach Einschätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind aktuell keine direkten Auswirkungen auf die Erdgas-Versorgung in Deutschland zu erwarten. Denn die Versorgung basiert überwiegend auf Pipeline-Gas aus Norwegen (rund 44 Prozent), den Niederlanden (rund 24 Prozent) und Belgien (rund 21 Prozent). Der Anteil von Erdgas-Importen aus dem arabischen Raum ist gering.
Zusätzlich erhöhen Importe von Flüssig-Erdgas (LNG) aus weiteren Ländern, bereits gefüllte Gasspeicher sowie die heimische Förderung die Versorgungssicherheit.
Die Sperrung der Straße von Hormus hat laut BDEW nur wenig direkte Relevanz für die europäische Gasversorgung, da nur ein kleiner Teil der in der EU verbrauchten Erdgas-Mengen aus Katar stammt. Indirekt wirken die eingeschränkten Exporte aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten jedoch auf die Preisbildung an den Großhandelsmärkten.
Steigen die Erdgaspreise für SWM Kund*innen?
Für unsere Bestandskund*innen kaufen wir die benötigte Energie bereits im Vorfeld, so dass sich die aktuellen Schwankungen der Börsenpreise nicht unmittelbar auf deren Preise auswirken. Bei den Angeboten für Neukund*innen könnte das höhere Preisniveau jedoch – sofern der Konflikt nicht zeitnah gelöst wird – in den nächsten Wochen erkennbar werden.
Wie sich die Erdgaspreise mittelfristig entwickeln werden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös vorhersagen. Entscheidend wird sein, wie lange die Störungen der Energielieferungen durch das Kriegsgeschehen andauern.
Wir beobachten den Markt kontinuierlich und sorgen weiterhin dafür, dass unsere Kund*innen in München sicher, zuverlässig und zu fairen Konditionen mit Erdgas versorgt werden.
Beeinflusst der Krieg auch den Strompreis?
Erdgas wird nicht nur zum Heizen und für Warmwasser gebraucht, sondern auch für die Produktion von Strom eingesetzt. Steigt der Preis für Erdgas, steigt er folglich auch für Strom.
Sollte der Gaspreis durch den aktuellen Konflikt im Nahen Osten längerfristig hoch bleiben, könnte dies daher zu höheren Strompreisen in Deutschland führen – wie es bereits während der Energiekrise nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 passiert ist.
Wie kann die Versorgung in Zukunft gesichert werden?
Die SWM setzen auf erneuerbare Energien, um immer unabhängiger von Erdgasimporten zu werden. Seit 2025 können wir so viel Ökostrom in eigenen Anlagen erzeugen, wie ganz München verbraucht.
Noch können wir allerdings auf Erdgas in unserem Energiemix nicht verzichten. Um die Energiewende auch im Wärmemarkt zu erreichen und damit noch unabhängiger von Erdgas-Importen zu werden, haben wir aber bereits im Jahr 2012 unsere Fernwärme-Vision entwickelt: Wir wollen immer mehr des Münchner Bedarfs an Fernwärme CO2-neutral decken, überwiegend mit Wärme aus Tiefengeothermie.
Wenn technisch machbar, wollen wir unsere Erzeugungsanlagen künftig auch mit regenerativen Brennstoffen wie Biomethan oder Wasserstoff betreiben. Für weiteren Wärmebedarf bieten wir Lösungen wie Nahwärme und Wärmepumpen an.