HKW Süd: Schrittweise Inbetriebnahme der Turbinenanlage – die SWM lassen Dampf ab
Eine der bedeutendsten Energie-Baustellen Münchens, der Energiestandort Süd in Sendling, macht wieder auf sich aufmerksam: Schrittweise nehmen die Stadtwerke München derzeit die neue Gas- und Dampfturbinen-Anlage 1 (GuD1) des Heizkraftwerks Süd in Betrieb. Nachdem alle wesentlichen Bauteile installiert worden sind, erfolgte vor wenigen Tagen das „First Fire“, also das erste Zünden der Anlage. Bevor sie in den Regelbetrieb gehen kann, müssen allerdings noch die kilometerlangen Rohrleitungen, die sich hinter der Kraftwerksfassade verbergen, gereinigt werden – mit dem „Dampfausblasen“.
Diese Reinigung erfolgt mit reinem Wasser. Die Dampfleitungen aber müssen zusätzlich einer besonderen Prozedur unterzogen werden, um auch letzte, stabilere Anhaftungen vom Schweißen der Stahlrohre zu entfernen. Dafür wird mehrfach Wasserdampf mit einer Geschwindigkeit von mehr als 150 Metern in der Sekunde durch die Rohre geblasen. Hat der Dampf die Rohre passiert, wird er über einen großen Schalldämpfer ins Freie geleitet. Der Schalldämpfer sorgt dafür, dass die bei hohen Geschwindigkeiten entstehenden Geräusche abgebaut werden und die Nachbarschaft möglichst wenig behelligt wird. Zudem fängt er auch die „abgeblasenen“ Anhaftungen ab. Nicht zu übersehen sein werden die Dampfschwaden, die beim Ausblasen über dem Heizkraftwerk Süd aufsteigen. Sie entstehen durch das Zusammentreffen des heiß-feuchten Dampfes mit der Umgebungsluft.
Mehrfacher Dampfaustritt bis etwa Mitte August
Das Ausblasen der Rohrleitungen dauert voraussichtlich von Mitte Juni bis Mitte August. In dieser Zeit werden zwischen 6 und 22 Uhr etwa zweimal am Tag, jeweils bis zu 2 Stunden lang, Dampfwolken über dem HKW Süd aufsteigen. Sie sind kein Grund zur Besorgnis, sondern ein kalkulierter und völlig normaler technisch-physikalischer Vorgang.
Die neue GuD-Anlage ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbau- und Modernisierungsoffensive der SWM für die klimaschonende Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Bis zum Jahresende soll die Inbetriebsetzung weitestgehend abgeschlossen sein und die „GuD1-Süd“ Strom und Fernwärme umweltschonend produzieren und in das Münchner Netz einspeisen.
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