Mit einer Zisterne im Garten Regenwasser speichern
30.09.2026 | Die Sommer werden heißer, Trockenphasen dauern länger und gleichzeitig fallen immer häufiger große Regenmengen in kurzer Zeit. Hausbesitzer*innen können mit einer Zisterne im eigenen Garten das Regenwasser speichern und sinnvoll nutzen, statt es in die Kanalisation abzuleiten. So braucht es weniger Trinkwasser aus der Leitung, womit sich Trinkwasserkosten und gegebenenfalls auch Abwassergebühren sparen lassen.
So funktioniert eine Zisterne
Wenn nach einem Sommerregen das Wasser aus den Dachrinnen in die Kanalisation fließt, geht eine wertvolle Ressource verloren. Gleichzeitig wird in der heißen Jahreszeit oft hochwertiges Trinkwasser aus der Leitung genutzt, um Blumen, Beete und Rasenflächen zu gießen. Eine Zisterne setzt genau hier an. Sie sammelt Regenwasser vom Hausdach und speichert es für die spätere Nutzung.
Das Funktionsprinzip einer Zisterne ist einfach: Das Regenwasser fließt vom Dach über die Dachrinne ins Fallrohr und von dort zu einem Vorfilter. Dieser entfernt grobe Verunreinigungen wie Laub oder Schmutz. Das vorgereinigte Wasser gelangt dann in den unterirdischen Speichertank. Dort wird es gesammelt, während sich Schwebstoffe am Boden absetzen. Meist sorgen zusätzliche Filter für eine weitere Reinigung. Mit einer Pumpe kann das gespeicherte Wasser anschließend in Haus oder Garten verteilt werden. Überschüssiges Wasser wird über einen Überlauf abgeleitet oder versickert im Boden.
Es stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Die beiden gängigsten Varianten sind Kunststoff- und Betonzisternen. Kunststoffzisternen sind vergleichsweise leicht und lassen sich einfacher transportieren und einbauen. Betonzisternen gelten dagegen als besonders robust und langlebig. Allerdings wird beim Einbau meist schweres Gerät benötigt.
Die Vorteile einer Zisterne
Eine Zisterne ist mehr als nur ein Regenspeicher. Sie hilft dabei, den Bedarf an Trinkwasser für die Gartenbewässerung zu reduzieren, Kosten zu senken und das eigene Grundstück an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
- Trinkwasser sparen
Für die Gartenbewässerung ist qualitativ hochwertiges Trinkwasser in der Regel nicht notwendig. Mit einer Zisterne können Sie gesammeltes Regenwasser nutzen und so den Verbrauch von Trinkwasser reduzieren. - Unabhängiger von Trockenperioden werden
Unterirdische Zisternen können mehrere Tausend Liter Wasser speichern. So bleibt selbst nach längeren niederschlagsfreien Phasen eine Reserve für Garten und Grünflächen verfügbar. - Pflanzen zuverlässig versorgen
Viele Pflanzen vertragen weiches, mineralienarmes Regenwasser besonders gut. Mit einer Zisterne können Sie ausreichend davon speichern, um auch in Trockenphasen damit gießen zu können. - Vielfältige Nutzung möglich
Mit entsprechender Technik kann das gespeicherte Regenwasser nicht nur im Garten eingesetzt werden. Auch die Nutzung für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine ist möglich und reduziert den Trinkwasserverbrauch im Haushalt zusätzlich.
- Wasser bleibt länger nutzbar
Da die meisten Zisternen unterirdisch eingebaut werden, ist das gespeicherte Wasser vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Dadurch erwärmt es sich weniger, die Verdunstungsverluste fallen gering aus und auch die Algenbildung wird reduziert. - Trinkwasser- und Abwasserkosten reduzieren
Regenwasser steht kostenlos zur Verfügung. Wer regelmäßig größere Gartenflächen bewässert und statt Trinkwasser Regenwasser nutzt, kann so Wasserkosten sparen. Die meisten Kommunen, darunter auch München, erheben außerdem eine Niederschlags-Wassergebühr für in den Abwasserkanal eingeleitetes Regenwasser. Für gespeichertes Regenwasser, das nach der Nutzung nicht mehr dem Kanalnetz zugeführt wird, können Sie sich diese Kosten – je nach kommunalen Regelungen – sparen. In München ist eine Befreiung von der Niederschlagswassergebühr möglich: FAQ Niederschlagswassergebühr
Wertvolle Reserve fürs Gießen
„Eine Zisterne ist eine einfache Lösung mit großer Wirkung. Ich habe selbst eine Zisterne im Garten eingebaut und möchte sie nicht mehr missen. Wir nutzen das gesammelte Regenwasser zum Gießen und merken gerade in trockenen Sommern, wie wertvoll diese Reserve ist."
Dr. Florian Bieberbach
Vorsitzender der SWM Geschäftsführung
Zisterne: Die passende Größe finden
Wie groß eine Zisterne sein sollte, hängt von mehreren Faktoren ab: der Größe der angeschlossenen Dachfläche, den durchschnittlichen Niederschlagsmengen, der Gartenfläche und dem geplanten Wasserverbrauch. Wer das Wasser ausschließlich zur Gartenbewässerung verwenden möchte, benötigt in der Regel weniger Speichervolumen als Haushalte, die zusätzlich Toilettenspülung oder Waschmaschine mit Regenwasser betreiben möchten.
Als grobe Orientierung können für mittelgroße Gärten Speichergrößen zwischen 3.000 und 5.000 Litern ausreichend sein. Große Grundstücke oder ein umfassenderes Nutzungskonzept erfordern entsprechend größere Zisternen.
Regelmäßige Wartung sichert die Wasserqualität
Zisternen gelten als langlebig und vergleichsweise wartungsarm. Damit das System dauerhaft zuverlässig funktioniert, sollten die Filter regelmäßig kontrolliert und von Laub oder Schmutz befreit werden. Auch Pumpen, Überläufe und Leitungen sollten in regelmäßigen Abständen überprüft werden. So bleiben Wasserqualität und Betriebssicherheit langfristig erhalten.
Das sollten Sie vor dem Einbau einer Zisterne beachten
Lohnt sich eine Zisterne finanziell?
Ob eine Zisterne bei Gegenüberstellung der einmaligen und laufenden Kosten mit den Einsparungsmöglichkeiten wirtschaftlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie den Anlagen- und Installationskosten, dem Wartungsaufwand, den Einsatzgebieten und der Intensität der Nutzung. Auch der Wohnort und die Höhe der dort erhobenen Trinkwasser- sowie Abwasserpreise spielen eine Rolle. Insbesondere die Größe der zu bewässernden Fläche ist zu berücksichtigen. Je größer der Garten, desto eher kann sich der Einbau einer Zisterne langfristig lohnen.
Da ein erheblicher Teil der Kosten für eine Zisterne durch die Erdarbeiten entsteht, ist der Einbau eher bei Neubauten sinnvoll, wenn ohnehin ein Bagger eingesetzt wird. Dann können die Einbaukosten niedriger ausfallen als bei der Nachrüstung im Bestand.
Hier finden Sie Rechenbeispiele für verschiedene Situationen:
Rechenbeispiel: Kosten & Ersparnis je Haushalt
Regenwassernutzung: Wirtschaftlichkeit & Amortisation
Das Prinzip der Schwammstadt
Zisternen gehören – neben Dachbegrünungen, entsiegelten Flächen und Versickerungsmulden – zu den Maßnahmen einer wassersensiblen Stadtentwicklung. Bei einer sogenannten Schwammstadt geht es darum, Regenwasser möglichst dort zu speichern und zu nutzen, wo es anfällt.
Gerade auf privaten Grundstücken können Zisternen dazu beitragen. Sie helfen dabei, Wasser vor Ort zurückzuhalten und für Trockenzeiten verfügbar zu machen. Dass Zisternen einen Teil des Regenwassers zwischenspeichern und dadurch die Ableitung in die Kanalisation verzögern, kann diese bei Starkregen entlasten.