Energie-Infrastruktur

Zuverlässige Energieversorgung für München

12.10.2026 | Licht, Kraft und Wärme: Im Alltag ist Energie praktisch jederzeit verfügbar. Gerade diese Selbstverständlichkeit macht oft unsichtbar, wie viel Planung, technische Vorsorge und Leistungen dahinterstehen. Die SWM investieren kontinuierlich in die Qualifikation von Menschen, in Netze, Anlagen und neue Technologien, damit München auch künftig stabil mit Licht, Kraft und Wärme versorgt ist.

Was Versorgungssicherheit heute bedeutet

Eine stabile Energieversorgung beruht auf einem System, das permanent im Gleichgewicht gehalten werden muss. Im Stromnetz beispielsweise müssen Erzeugung und Verbrauch zu jeder Zeit zusammenpassen. Dabei muss das System auf unterschiedliche Belastungen reagieren können, wie etwa Stürme und Hitzeperioden, Kraftwerksausfälle oder Cyberangriffe, steigende Anforderungen durch Digitalisierung oder geopolitische Unsicherheiten.

Versorgungssicherheit bedeutet daher nicht nur, Störungen zu vermeiden. Entscheidend ist es, dass das System auch unter Belastung zuverlässig funktioniert, Ausfälle begrenzt bleiben und sich die Versorgung nach einer Störung schnell wieder stabilisiert. Darauf ist die Münchner Energie-Infrastruktur ausgelegt.

Energiestandort Süd, Foto: Manuel Uebler

Ein Stromnetz, das auf Störungen vorbereitet ist

Grundlage für die Stabilität der Stromversorgung ist ein belastbares Netz. In München ist es engmaschig aufgebaut und verfügt über zahlreiche Querverbindungen. So kann der Strom über verschiedene Wege dorthin gelangen, wo er gebraucht wird. Fällt ein Netzabschnitt oder eine Anlage aus, übernehmen andere Teile die Versorgung. So stellen wir sicher, dass von einem Ausfall möglichst wenige Kund*innen betroffen sind. Diese Struktur stärkt die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur gegen Störungen und Angriffe. 

Viele Anlagen sind zudem redundant ausgelegt. Das bedeutet: Wichtige Komponenten sind mehrfach vorhanden oder so angeordnet, dass sie sich gegenseitig ersetzen können. So lassen sich die Auswirkungen einzelner Störungen begrenzen.

„Die Erhaltung der Leistungsfähigkeit und der bedarfsgerechte Ausbau unserer Strom-Infrastruktur ist eine herausfordernde Aufgabe, der wir uns tagtäglich gerne und mit viel Einsatz für München widmen“, sagt Stefan Dworschak, Geschäftsführer der SWM Infrastruktur. Die SWM investieren kontinuierlich in die Widerstandsfähigkeit der Netze, damit sie steigende Anforderungen bewältigen können.

 

Geothermie-Anlage in Sauerlach

Regionale Energie als stabilisierender Faktor

Für die Stabilität der Energieversorgung spielt auch die regionale Energieerzeugung eine wichtige Rolle. Während früher große zentrale Kraftwerke dominierten, wird heute ein wachsender Anteil der Energie in vielen Einzelanlagen dezentral und näher am Verbrauchsort erzeugt. Anschaulich wird das etwa bei der wachsenden Zahl an Photovoltaik-Anlagen, die den Strom auf den Dächern der Häuser produzieren. 

Das verkürzt Transportwege und entlastet die Netze. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von einzelnen großen Einspeisepunkten, was das Gesamtsystem weniger anfällig für Ausfälle macht.

Energie, die vor Ort erzeugt wird, verringert auch die Abhängigkeit von externen Öl- und Gaslieferungen und damit von globalen Entwicklungen. In München spielt hierbei besonders die Geothermie eine wichtige Rolle. Sie liefert kontinuierlich und direkt vor Ort Wärme – unabhängig von Tageszeit, Wetterbedingungen und Energieimporten – und ist damit eine verlässliche Grundlage im Energiesystem.

Dezentrale Energieerzeugung

„Dezentrale Energieerzeugung leistet einen wichtigen Beitrag zu Versorgungssicherheit, Resilienz und Klimaschutz. Für München ist insbesondere die Geothermie ein zentraler Baustein, um regionale, verlässliche Wärmeversorgung langfristig sicherzustellen.“

Helge-Uve Braun
Technischer Geschäftsführer der SWM

Vielfalt statt Abhängigkeit

Ein stabiles Energiesystem basiert nicht auf einer Lösung, sondern auf dem Zusammenspiel verschiedener Technologien. Energiequellen haben unterschiedliche Stärken: Photovoltaik und Windkraft liefern erneuerbaren Strom, sind aber wetterabhängig. Geothermie steht kontinuierlich zu Verfügung. Wasserkraft ergänzt das System durch ihre bewährte Stabilität. 

Diese Vielfalt kann Schwankungen einzelner Quellen ausgleichen. Abhängigkeiten von einzelnen Energieträgern oder Lieferwegen nehmen ab. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten ist eine breit aufgestellte, regionale und erneuerbare Energieerzeugung ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Die SWM setzen seit Jahrzehnten auf erneuerbare Energien und unterschiedliche Erzeugungsarten. In München und der Region betreiben wir unter anderem 13 Wasserkraftwerke, 2 Windkraft-Anlagen, 6 Geothermie-Anlagen, über 400 Aufdach-PV‑Anlagen sowie 7 Solarparks. Hinzu kommen weitere Wind- und Solarparks in Deutschland und Europa.

Wärmespeicher am Energiestandort Süd, Foto: Matthias Rothe

Speicher schaffen zusätzliche Flexibilität

Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien gewinnt ein weiterer Baustein an Bedeutung: Energiespeicher. Sie ermöglichen es, die Erzeugung und die Nutzung der Energie zeitlich zu entkoppeln – Energie also zu speichern, wenn sie verfügbar ist, und sie dann zu nutzen, wenn sie gebraucht wird.

Batteriesysteme, die Strom zwischenspeichern, und große Wärmespeicher gleichen kurzfristige Schwankungen aus, stabilisieren das Netz und sorgen dafür, dass Energie noch effizienter genutzt werden kann. Das macht das Gesamtsystem widerstandsfähiger. „Mit Wärmespeichern und Batterie-Großspeichern investieren wir gezielt in die Infrastruktur der Energiewende. Sie helfen uns, erneuerbare Energien besser zu integrieren und München auch künftig zuverlässig mit Energie zu versorgen“, sagt Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer bei den SWM.

Am Energiestandort Süd haben wir im April 2026 einen Wärmespeicher in Betrieb genommen, der Wärme in Form von heißem Wasser zwischenspeichern kann. Wir betreiben außerdem drei Batterie-Großspeicher am Standort Freimann, am Wasserkraftwerk Uppenborn 1 bei Moosburg und in der Energiezentrale Freiham.

 

Inselnetzbildung und Schwarzstartfähigkeit

Die besondere Fähigkeit der Münchner Kraftwerke

Für die Versorgungssicherheit Münchens halten die Stadtwerke München die notwendige Infrastruktur und das erforderliche Know-how vor, sowohl für eine Inselnetzbildung als auch für die sogenannte Schwarzstartfähigkeit.

  • Inselnetz: 
    In einer außergewöhnlichen Lage kann bei uns ein Inselnetz entstehen, wenn sich das Münchner Stromnetz vorübergehend vom überregionalen Netz trennt und eigenständig weiterbetrieben wird. Bevor es dazu kommt, versuchen die SWM zunächst, fehlende Leistung mit eigenen, bereits am Netz befindlichen Erzeugungsanlagen auszugleichen. Gleichzeitig können Verbraucher nach einem festgelegten Stufenplan abgeschaltet werden, um das Netz zu stabilisieren.  

    Nur wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen und der Verbrauch in München geringer als die erzeugte Leistung im Münchner Netz ist, dürfen wir uns vom Netz des Übertragungsnetzbetreibers trennen und gehen in den sogenannten Inselnetzbetrieb. Im Inselnetzbetrieb wird die Versorgung mit den verfügbaren Münchner Anlagen aufrechterhalten und nach Möglichkeit Schritt für Schritt erweitert.

  • Schwarzstartfähigkeit:
    Bei einem sogenannten Schwarzfall ist die Stromversorgung großflächig ausgefallen und es kann keine Anlage mehr aus dem Netz heraus versorgt werden. Dann müssen Anlagen ohne externe Energiezufuhr wieder gestartet werden. Man spricht von der sogenannten Schwarzstartfähigkeit einer Anlage. Deutschlandweit haben nur wenige Kraftwerke diese Fähigkeit. Bei den SWM sind es gleich drei. Mit diesen und weiteren Erzeugungsanlagen ist es dann möglich, ein Inselnetz für München aufzubauen, das ohne Verbindung zum überregionalen Netz des Übertragungsnetzbetreibers funktioniert. 

Zentrale Bausteine für die Versorgungssicherheit

 „Für die Versorgungssicherheit einer Stadt wie München ist entscheidend, dass kritische Infrastrukturen auch in außergewöhnlichen Netzsituationen handlungsfähig bleiben. Die Fähigkeit zur Inselnetzbildung und der Schwarzstart ausgewählter Anlagen sind dabei zentrale Bausteine, um die Stromversorgung schrittweise zu stabilisieren und wieder aufzubauen.“

Christoph Bieniek
Leiter der Strom- und Wärmeerzeugung bei den SWM

Vorsorge und Zusammenarbeit

Versorgungssicherheit benötigt Technik, aber auch Organisation: klare Zuständigkeiten, erprobte Prozesse, abgestimmte Verfahren. So bleiben wir auch im Ernstfall handlungsfähig.

Darüber hinaus stehen wir permanent im Kontakt mit den Sicherheitsbehörden und aktualisieren unsere Schutzstrategie entsprechend der aktuellen Lage. Im Falle eines Falls greifen Notfallpläne. Dann arbeiten wir mit Stadtverwaltung, Feuerwehr und anderen relevanten Behörden eng zusammen.

Zukunft der Energieversorgung

Die Energieversorgung wird sich in den kommenden Jahren weiter verändern. Sie wird dezentraler, digitaler und stärker auf erneuerbare Energien ausgerichtet sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Flexibilität und Stabilität.

Die SWM investieren gezielt in diese Transformation: in moderne Netze, leistungsfähige Speicher und regionale Energieerzeugung. Damit München auch in Zukunft zuverlässig und stabil mit Energie versorgt wird.

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