Strom aus erneuerbaren Energien

Das Stromsee-Modell

01.07.2025 | Natürlich fragt sich jeder: Kann ich wirklich 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien aus meiner Steckdose bekommen? Die Antwort lautet meist Nein. Denn im Stromnetz vermischt sich der Strom aus allen Erzeugungsarten. Aber: Je mehr Kunden Strom aus erneuerbaren Energien beziehen und damit den Bau von Anlagen zu deren Erzeugung fördern, desto mehr davon wird erzeugt. Anschaulich wird das am Modell des Stromsees.

Das Modell des Stromsees

Strom wird europaweit erzeugt und in das so genannte europäische Verbundnetz eingespeist. Aufs Stromsee-Modell übertragen bedeutet das: Jeder, der Strom erzeugt, speist in diesen „Strom-See“ ein; jeder, der Strom verbraucht, entnimmt etwas. 

Der See ist also ein Sammelbecken, in dem sich sowohl Strom aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie oder Biomasse befindet, als auch Strom aus Atomkraft und fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdöl. Am einen Ufer des Sees entnehmen die Verbraucher Strom aus dem See, am anderen Ufer speisen die Produzenten die gleiche Menge Strom in den See ein. Der See hält also ständig die nötige Menge Strom bereit, egal, von welchem Anbieter der Verbraucher seinen Strom bezieht.

Strom aus erneuerbaren Energien im Stromsee

Wer Strom aus erneuerbaren Energien erhalten möchte, wechselt in einen entsprechenden Stromtarif. Er erhält dann zwar weiterhin dieselbe Energie aus dem Stromsee, der nicht nur Strom aus erneuerbaren Energien besteht, aber er beeinflusst aktiv das Mischungsverhältnis des Sees. Je mehr Kund*innen Tarife mit Strom aus erneuerbaren Energien nutzen, desto mehr Strom aus Anlagen erneuerbarer Energien wird in das Stromsystem eingespeist.

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