Das Energiesystem von morgen

Energiespeicher: Projekt „Intelligente Wärme München“

Um schwankende Strommengen aus erneuerbaren Energien intelligent zu nutzen, braucht man Energiespeicher. Daher testen wir im Projekt „Intelligente Wärme München“ verschiedene Konzepte in 500 Münchner Haushalten. Wird gerade mehr Strom erzeugt als verbraucht, laden wir Power-to-Heat-Anlagen wie z. B. Elektrospeicherheizungen, Wärmepumpen und Kälteanlagen bei unseren Kund*innen auf.

Ver­netzung von Elektrizität und Wärme/Kälte

Die Energiewende kommt voran, immer mehr erneuerbare Energie wird in die Stromnetze eingespeist. Allerdings kann die Stromerzeugung durch Wind und Sonne stark schwanken, so dass innovative Lösungen gefragt sind, um die Stromnachfrage dem Angebot anzupassen und die Netze stabil zu halten.

Mit dem Projekt „Intelligente Wärme München“ wollen wir herausfinden, welches Potenzial in der Ver­netzung von Elektrizität und Wärme bzw. Kälte – der sogenannten Sektorkopplung – steckt. Strom wird also in Form von Wärme oder Kälte zwischengespeichert.

„Intelligente Wärme München“ ist ein Teil des Verbundprojekts „C/sells“, einem Zusammenschluss von rund 50 Partnern aus Energie­wirtschaft, IT und Forschung in Süddeutsch­land, in dem eine intelligente Energieversorgung der Zukunft erforscht wird. Das Projekt wird durch das Programm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende (SINTEG)“ des Bundeswirt­schaftsministeriums gefördert.

Strom als Wärme speichern

Die Idee ist, dass sich Wärme bzw. Kälte wesentlich leichter speichern lassen als Strom. Wenn Anlagen für erneuerbare Energien (z. B. Photovoltaik- oder Windkraftanlagen) mehr Strom erzeugen, als gerade verbraucht wird, laden wir damit Elektrospeicherheizungen, Wärmepumpen und Kälteanlagen bei unseren Kund*innen auf. Diese können sich so aktiv an der Energiewende beteiligen. Bis 2020 testen wir verschiedene Konzepte in 500 Münchner Testhaushalten. Die erfolgreichen Konzepte realisieren wir dann in vielen Haushalten.

Die Steuerung der Wärmeanlagen bei den Kunden erfolgt über das virtuelle Kraftwerk, das die SWM schon seit vielen Jahren erfolgreich betreiben. Es vernetzt viele kleinere Erzeugungsanlagen und Stromverbraucher miteinander.

Erneuerbare Energie für Speicherheizungen

Optimierung des Heizstrombezugs

Klassische Speicherheizungen werden nachts aufgeheizt und geben die Wärme am Folgetag wieder ab. Das Aufheizen erfolgt im sogenannten Niedertarif: Nachts kostet der Strom weniger, weil er da bislang im Übermaß vorhanden ist. Ein Nachteil der Nachtaufheizung ist, dass plötzliche Temperaturwechsel nicht berücksichtigt werden. Bei einem Kälteeinbruch fehlt am nächsten Tag die Wärme.

Im Projekt „Intelligente Wärme München“ installieren die SWM in 500 Münchner Haushalten mit Speicherheizungen intelligente Mess- und Steuertechnik. Diese simuliert den Energiemarkt in etwa fünf Jahren: Überschüssige Energie wird nicht mehr nachts vorhanden sein, sondern immer dann, wenn gerade die Sonne scheint oder bei hohem Windaufkommen. Daher erforschen wir das sogenannte Lastverschubpotenzial von Wärmestromanlagen. Ein Teil des Heizenergiebedarfs wird in den Tag verschoben und mit der Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien synchronisiert. Zudem ziehen wir Wettervorhersagen und Strompreisprognosen sowie teilweise auch Abwesenheitszeiten heran, um den Heizstrombezug zu optimieren. Davon versprechen wir uns einen besseren Heizkomfort für unsere Kunden.

Film: Intelligente Wärme München als Teil des Projekts C/sells

Nur ein Klick bis zum Video.

Haben Sie Fragen zum Projekt?

Telefon: 089 2361-5310 (Mo bis Fr von 9 bis 18 Uhr)

E-Mail: intelligente-waerme@swm.de

Flyer Intelligente Wärme München

Auszeichnungen