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1555 | Städtische Wasserbriefe

Die Stadt München führt 1555 die Wasserbriefe ein. Sie waren die erste wirtschaftliche Betätigung der Stadt auf dem Gebiet der kommunalen Versorgung. Mit dem Kauf eines Wasserbriefs konnten Haus- und Grundstückseigentümer gegen eine einmalige Zahlung das Recht erwerben, für immer Wasser in einer Menge von 2,138 Liter pro Minute zu beziehen (»Ewigsteften«). Ein flächendeckendes System gab es noch nicht. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung konnte einen Wasserbrief kaufen, die Mehrheit war auf Brunnen angewiesen.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

 

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1662 | Pferdeomnibusse in Paris

Am 18.03.1662 fahren die ersten pferdebespannten Omnibusse in Paris.

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1712 | Erste Dampfmaschine

1712 entsteht die erste Dampfmaschine. Bereits seit 1698 wurde Dampf als Antriebsenergie für Wasserpumpen genutzt. 1769 führte Nicholas Cugnot einen selbstfahrenden „Dampfwagen“ in Paris vor. Ebenfalls 1769 verbesserte James Watt die bisherige Dampfmaschine entscheidend und löste diese dadurch ab.

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1818 | Städtisches Beleuchtungsamt

Das Beleuchtungsamt geht am 15.12.1818 vom kurfürstlichen Hof an die Stadt München über. Seit 1731, als das »Illuminationsamt« durch einen Erlass des Kurfürsten Karl Albrecht errichtet worden war, beleuchtete der Hof die Innenstadt.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1840 | Die Eisenbahn kommt nach München

Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie München-Augsburg am 04.10.1840 beginnt in München das Eisenbahn-Zeitalter.

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1847 | Erstes Bad in München: Schyrenbad

1847 eröffnet das Schyrenbad als erste städtische Badeanstalt. Das Schyrenbad war zunächst ein reines Männerfreibad. Ab 1877 gab es mit dem Frauenfreibad in den Isarauen auch ein Freibad für Frauen.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1848 | Erste Straßenbeleuchtung mit Gas

Mit dem Vertrag vom 31.10.1848 zwischen der Stadt München und dem Genfer Bankier Christian Kohler erhält dieser den Auftrag, die öffentlichen Straßen und Plätze Münchens mit Gas aus Steinkohle zu beleuchten. Der Vertrag führt am 03.12.1848 zur Gründung der Gasbeleuchtungsgesellschaft in München AG und wird bereits 1863 mit einer Laufzeit bis zum 31. Oktober 1899 erneuert. Die Gasbeleuchtungsgesellschaft erhielt von der Stadt eine langfristige Konzession und während der Vertragslaufzeit das Monopol. Dafür verpflichtete sich die Gesellschaft, die erforderlichen Anlagen herzustellen, sie in tadellosem Zustand zu erhalten und technische Neuerungen umzusetzen. Nach Ablauf des Vertrages war sie verpflichtet, die Anlagen wieder abzubauen, sofern sie die Stadt nicht übernahm. 1885 wurde der Gasbeleuchtungsgesellschaft das Monopol zur Straßenbeleuchtung Münchens bestätigt. Die Stadt München konnte deswegen ihre Pläne zur Elektrifizierung bis zum Ablösevertrag von 1891 nicht umsetzen, ihr war nur die Beleuchtung einzelner Gebäude oder Häuserblöcke erlaubt.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1850 | Erstes Gaswerk

Das erste Münchner Gaswerk in der Thalkirchener Straße wird am 31. Oktober 1850 eröffnet. Unter der Leitung des Ingenieurs Wilhelm Hackh sorgten dort zwölf Mitarbeiter in 12-Stunden-Schichten dafür, dass in München zentrale Straßen und Plätze nachts erleuchtet wurden.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1854 | Epidemien in München (1854 und 1873)

Wegen Cholera-Epidemien in der Stadt fällt das Oktoberfest 1854 und 1873 aus. Der Chemiker Max von Pettenkofer schlägt vor, außerhalb des Stadtgebiets saubere Trinkwasserquellen zu erschließen.

Wasserbriefe, Gasbeleuchtung & Badeanstalten

1873 | Neue hygienische Standards für die Stadt (1873/74)

Der Erste Bürgermeister Alois von Erhardt, Stadtbaurat Arnold von Zenetti und Max von Pettenkofer entwerfen 1873/74 ein Programm zur hygienischen Stadterneuerung (»Assanierung«). Dazu gehörten die Erschließung sauberer Trinkwasserquellen außerhalb der Stadt sowie ab 1890/92 die Errichtung eines Kanalisationssystems mit der hygienischen Schwemmspülung.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker​

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1876 | Erste Trambahnlinie Münchens

Der belgische Unternehmer Édouard Otlet eröffnet am 21.10.1876 mit einer Pferdestraßenbahn die erste Trambahnlinie Münchens. Bereits 1861 fuhr eine Pferde-Omnibuslinie des Lohnkutschers Michael Zechmeister in der Stadt. 1882 gründete sich die Münchner Trambahn-Aktiengesellschaft (MTAG) und 1886 ließ der Fabrikant August Ungerer in Schwabing, das damals noch nicht zu München gehörte, die dritte elektrische Straßenbahn Deutschlands bauen. Diese rund 1,2 Kilometer lange Strecke vom Feilitschplatz, heute Münchner Freiheit, zu dem von Ungerer ebenfalls 1886 errichteten Freibad, dem Ungererbad, wurde zunächst noch von einer Blockstation, die mit einer Dampfmaschinen ihren eigenen Strom erzeugte, betrieben.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1880 | Genehmigung des Mangfall-Projekts

Der Magistrat und das Gemeindekollegium entscheiden sich am 24. Februar 1880 für den Bau eines neuen Wasserversorgungssystems mit Quellwasser aus dem Mangfalltal. Schon 1874, noch vor dem Ende der Cholera-Epidemie, hatte der Magistrat eine Kommission beauftragt, ein Konzept für die zukünftige Wasserversorgung Münchens zu erarbeiten. Max von Pettenkofer gehörte der Kommission als Sachverständiger an. Das Wasser sollte klar, farblos, frei von Trübung und Geruch sein. Die Kommission bestimmte das Gebiet, in dem nach geeigneten Quellen gesucht werden sollte. Insgesamt standen fünf Projekte zur Auswahl. Nach längerer Abwägung stimmte der Magistrat 1880 schließlich mit einer Gegenstimme für das Mangfalltal-Projekt. Später war umstritten, wer als Erster dieses besonders geeignete Gebiet für die Münchner Trinkwasserversorgung entdeckt hatte: ein städtischer Oberinspektor namens Erhard oder der Wasserbauingenieur Salbach. Sicher ist, dass Salbach die ersten Pläne für ein Trinkwasserversorgungssystem mit Quellwasser aus dem Mangfalltal entworfen hat.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1880 | Erste elektrische Lokomotive und Erfindung der Glühlampe (um 1880)

Die erste praxistaugliche elektrische Lokomotive wird um 1880 von Werner von Siemens in Berlin vorgestellt. Beinahe zeitgleich erhält Thomas Alva Edison das Patent für die erste praktisch nutzbare Glühlampe, die kurz darauf auch in Serienfertigung gehen konnte. In den darauffolgenden Jahren setzte sich der Elektroantrieb zuerst bei Straßenbahnen und in Bergwerken durch.

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1881 | Weltweit erste Straßenbahn in Berlin

1881 fährt die erste dauerhaft elektrisch betriebene Straßenbahn der Welt, die Werner von Siemens gebaut hatte, auf einer Versuchsstrecke in Lichterfelde bei Berlin.

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1882 | Internationale Elektrizitätsausstellung

Die Internationale Elektrizitätsausstellung findet auf Initiative von Oskar von Miller 1882 im Münchner Glaspalast statt. Hier gelang die weltweit erste Gleichstromfernübertragung elektrischer Energie über ca. 50 km vom oberbayerischen Miesbach in den Münchner Glaspalast. Miller inszenierte während der Ausstellung zudem die Beleuchtung der Türme der Frauenkirche und die elektrische Beleuchtung mehrerer Straßen. Für großes Aufsehen sorgte auch die Versorgung der Ausstellung mit Strom aus der am Englischen Garten gelegenen Maschinenfabrik Maffei. Im Anschluss an die Ausstellung entstanden erste Pläne für den Bau von Wasserkraftwerken im Stadtgebiet und Umland. 

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1882 | Erstes elektrisches Kraftwerk

Am 4. September 1882 eröffnet Edison das erste elektrische Kraftwerk in New York. Seine Erfindung der Glühlampe hatte die Stromerzeugung notwendig gemacht. Elektrische Energie sollte fortan in jedem Haus verfügbar gemacht werden, um überall elektrisches Licht einführen zu können.

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1883 | Wasser aus dem Mangfalltal

Die Wasserzuleitung aus dem Mangfalltal wird am 01.08.1883 feierlich eingeweiht. Täglich flossen 56.000 Kubikmeter Trinkwasser nach München. Das Leitungssystem kam durch das natürliche Gefälle ohne Pumpen aus.1854 hatte von Pettenkofer vorgeschlagen Trinkwasserquellen außerhalb der Stadt zu erschließen. Der Trinkwasser-Kommission des Magistrats stellte Wasserbauingenieur Bernhard Salbach 1874 Pläne für ein Trinkwasserversorgungssystem mit Quellwasser aus dem Mangfalltal vor. 1880 wurde der Bau eines Wasserversorgungssystems aus eben diesem Gebiet beschlossen.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1891 | Erste Kraftwerke in München

Das Kraftwerk Westenriederstraße geht als erstes Kraftwerk Münchens 1891 in Betrieb. Es diente bis 1897 der öffentlichen Stromversorgung. Nach dem Ablösevertrag mit der Gasbeleuchtungsgesellschaft 1891 konnte die Stadt die Errichtung von Stromerzeugungsanlagen bis 1899 in beschränktem Umfang fördern. Dazu sollten in zwei der stillgelegten Stadtbrunnhäuser Kraftwerke für eine Stromerzeugung von 300 Pferdestärken errichtet werden: 1891 das Katzenbachbrunnhaus in der Westenrieder Straße und 1894 das Muffatbrunnhaus auf der Kalkofeninsel am Auer Mühlbach in Haidhausen. Beide Kraftwerke wurden zunächst ausschließlich für die Straßenbeleuchtung genutzt. Bald sorgten 278 Bogenlampen für helles elektrisches Licht auf den wichtigsten Plätzen der Innenstadt. Dies war der Beginn der öffentlichen Elektrizitätsversorgung in München. ​

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1891 | Fernübertragung als Drehstrom

Die erste Fernübertragung elektrischer Energie als Drehstrom mit Hochspannung findet 1891 zwischen Lauffen am Neckar und Frankfurt am Main statt. Das Verfahren ist auch heute noch das gebräuchlichste Verfahren der elektrischen Energieübertragung.

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1895 | Erste elektrische Trambahn Münchens

Am 23.06.1895 verkehrt die erste elektrische Trambahn Münchens auf der Linie Färbergraben-Isartalbahnhof. Als Erste wurde diese stark frequentierte Linie elektrifiziert. Neben vier elektrischen Wagen verkehrten zunächst sicherheitshalber auch vier Pferdewagen. Ab 1897 wurden nach und nach weitere Linien auf den elektrischen Betrieb umgestellt.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1899 | Gründung der Städtischen Elektrizitäts- und Gaswerke

Am 01.11.1899 werden die Städtischen Elektrizitätswerke gegründet. Friedrich Uppenborn (1859–1907), seit 1894 »Städtischer Elektrotechniker«, wird erster Direktor. Die Gasbeleuchtungsgesellschaft wird ebenfalls 1899 von der Stadt übernommen und damit geht die Gasversorgung Münchens in den Besitz der Stadt über. Der Tag kann als wichtige Zäsur und auch als Gründungsdatum gesehen werden, denn hier entstanden die beiden ersten städtischen Betriebe für die kommunale Versorgung.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1901 | Eröffnung Müller’sches Volksbad

Das Müller’sche Volksbad wird am 09.05.1901 als erstes städtisches Hallenbad eröffnet. Eine Besonderheit stellen der Jugendstilbau sowie das integrierte Hundebad dar. Für den Bau eines Volksbads stiftete der Bauingenieur Karl Müller der Stadt München 1894 Immobilien im Wert von 1,5 Mio. Mark.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1907 | Gründung der Städtischen Straßenbahnen

Mit dem Übergang der Straßenbahnen von der Münchner Tramway AG an die Stadt München am 01.01.1907 wurden die Städtischen Straßenbahnen gegründet. Damit befanden sich die wichtigsten Bereiche der kommunalen Versorgung – Wasser, Gas, Elektrizität und Straßenbahn – in städtischer Hand.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Blütezeit der Kommunalwirtschaft

1933 | Nationalsozialistische Machtübernahme

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wird Karl Fiehler Erster Bürgermeister in München. 

Kommunalbetriebe in der NS-Zeit

1934 | Erste Omnibuslinien

1934 werden die ersten Omnibuslinien in der Innenstadt eröffnet, auf Betreiben des Vorsitzenden der NSDAP-Fraktion im Stadtrat.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Kommunalbetriebe in der NS-Zeit

1938 | Planung U-Bahnbau

1938 wird der Beginn des U-Bahnbaus in München verkündet. Die Straßenbahn in der Innenstadt sollte im Rahmen der sog. »Neugestaltung« Münchens durch Omnibusse und U-Bahn ersetzt werden. Die Arbeiten im Innenstadtbereich und der U-Bahn-Bau fielen seit 1941 unter den generellen Baustopp während des Kriegs. 1943 wurden die Planungen eingestellt.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Kommunalbetriebe in der NS-Zeit

1939 | Gründung der Stadtwerke München

Die Stadtwerke München werden als Zusammenschluss der Elektrizitätswerke, der Gas- und Wasserwerke und der Verkehrsbetriebe am 01.04.1939 gegründet. Die Elektrizitätswerke, die seit 1936 zusammengeschlossenen Gas- und Wasserwerke und die Verkehrsbetriebe, wie die Städtischen Straßenbahnen nun hießen, wurden als Abteilungen der Stadtwerke weitergeführt. Die Stadtwerke waren ein städtischer Eigenbetrieb und damit nicht mehr Teil der Stadtverwaltung wie bisher. Mit mehr als 8.000 Beschäftigten waren sie eines der größten Unternehmen Münchens.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Kommunalbetriebe in der NS-Zeit

1939 | Beginn des Zweiten Weltkrieges

Während des Zweiten Weltkrieges herrscht bei den Stadtwerken wegen der Einberufungen Personalnot, besonders bei den Straßenbahnen. In den späteren Jahren bricht die Erzeugung der Elektrizitätswerke durch den Ausfall mehrerer Kraftwerke ein.

Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Kommunalbetriebe in der NS-Zeit

1941 | Einsatz Zwangsarbeiter (1941-1942)

Kriegsgefangene aus Frankreich, Großbritannien und der Sowjetunion werden bei den Stadtwerken seit 1941 als Zwangsarbeiter eingesetzt. 1942 wird die Zwangsarbeit durch den Einsatz russischer Zivilarbeiter ausgeweitet.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Kommunalbetriebe in der NS-Zeit

1945 | Befreiung Münchens

Am 30.04.1945 wird München durch amerikanische Truppen befreit.

Kommunalbetriebe in der NS-Zeit

1945 | Verkehrsnetz wieder aufgebaut (1945-1948)

Die stark zerstörte Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie das Straßenbahn- und Busverkehrsnetz werden ab 1945 wieder aufgebaut. Die Stromnetze waren nach 1945 häufig überlastet und die Elektrizitätswerke versuchten mit umfangreichen Netzentlastungsaktionen, dem Zusammenbruch der Stromversorgung gegenzusteuern. Mit dem Aufbau des Stromnetzes nach dem Krieg wurde das gemischte Wechselstrom-Gleichstrom-System nach und nach abgebaut und ab 1957 komplett durch ein einheitliches Drehstromsystem ersetzt. Bei den Wasserwerken führten Rohrschäden zu einem Wasserverlust von ungefähr 30 Prozent. Dies zog auch außerordentlichen Strommangel mit Abschaltungen und Einschränkungen nach sich, da die Hauptstromerzeugung der Elektrizitätswerke damals durch Wasserkraftwerke erfolgte. Bei den Straßenbahnen mussten zerstörte Gleise und Oberleitungen repariert und defekte Triebwagen und Anhänger instand gesetzt werden. Das öffentliche Nahverkehrsnetz in München mit einer Gesamtlänge von über 120 Kilometern war im Krieg auf etwa 75 Kilometer geschrumpft.

Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Wiederaufbau & Modernisierung

1949 | Münchner Schotterebene als Wassereinzugsgebiet (1949-1954)

Die Münchner Schotterebene wird zwischen 1949-1954 als weiteres Wassereinzugsgebiet erschlossen. Zwischen 1949 und 1953/54 wurden in Trudering und Deisenhofen, in den späten 1950er Jahren auch noch in Höhenkirchen und Arget, neue Horizontalbrunnen mit Pumpwerken gebaut.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Wiederaufbau & Modernisierung

1955 | Ende Chlorierungszwang

1955 endet der seit 1947 durch die amerikanische Militärregierung herrschende Chlorierungszwang des Münchner Trinkwassers.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Wiederaufbau & Modernisierung

1957 | Erdgas und Erdöl (1945-1965)

Zwischen 1957-1965 kommt es durch die Kohlekrise und das Aufkommen von Erdgas und Erdöl zu großen Umbrüchen auf den Energiemärkten. Zwischen 1962-1975 wird Stadtgas auf Erdgas umgestellt. Der Begriff Stadtgas entwickelte sich nach und nach für die Mischung aus Klärgas und dem in den Gaswerken erzeugten Gas.

Wiederaufbau & Modernisierung

1957 | 1 Mio. Einwohner

1957 wird München zur Millionen-Stadt.

Wiederaufbau & Modernisierung

1964 | HKW Nord

1964 wird das Kraftwerk Nord in Betrieb genommen. Dort wird erstmalig die  Müllverbrennungstechnologie für die Verbrennung von städtischem Haus- und Gewerbemüll eingesetzt. 1992 wurde das Kraftwerk mit einer modernen Rauchgasreinigungsanlage umfassend erneuert.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Wiederaufbau & Modernisierung

1969 | Erster Großrechner bei den SWM

1969 wird bei den SWM als eines der ersten Unternehmen in München ein moderner Großrechner in Betrieb genommen.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Ölkrise, Umweltdebatte & Atomenergiepolitik

1969 | Mondlandung

1969 landen die USA mit der Apollo 11 erstmals auf dem Mond.

Ölkrise, Umweltdebatte & Atomenergiepolitik

1972 | Olympische Spiele

1972 finden in München die Olympischen Sommerspiele statt. U- und S-Bahn werden in Betrieb genommen.            

Ölkrise, Umweltdebatte & Atomenergiepolitik

1972 | Start MVV

1972 startet das Münchner Verkehrsverbund-Netz MVV.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Ölkrise, Umweltdebatte & Atomenergiepolitik

1977 | Beteiligung KKI 2

1977 fällt die Entscheidung zur Beteiligung am Kernkraftwerk Isar II (KKI 2).

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Ölkrise, Umweltdebatte & Atomenergiepolitik

1980 | Erster PC

1980 wird der erste als Personal Computer benannte Computer (IBM) gebaut.

Ölkrise, Umweltdebatte & Atomenergiepolitik

1981 | Umwelt-Proteste (1981/82)

In den frühen Achtzigerjahren nehmen Umwelt-Proteste zu, u.a. gegen das Waldsterben. Stromzahlungsboykotte treten gehäuft auf. Es fand eine Umorientierung zugunsten der Energiesparberatung statt, die auch durch Änderungen der Kunden beim Stromverbrauch bedingt war.

Ölkrise, Umweltdebatte & Atomenergiepolitik

1984 | Beginn Wasserversorgung Loisachtal

Im März 1984 beginnt die ständige Wasserversorgung aus dem Loisachtal nach über 20-jähriger Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Ölkrise, Umweltdebatte & Atomenergiepolitik

1986 | Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

Am 26. April 1986 kommt es bei einer Explosion in Reaktor 4 des Atomkraftwerks in Tschernobyl zum Super-GAU. Die Kernschmelze sollte einen der größten Unfälle in der Geschichte der Atomenergie zur Folge haben. Radioaktives Material kontaminierte die Umgebung und verteilte sich über die Wolken nach ganz Europa. Als Folge wurden Rufe nach einer forcierten Nutzung regenerativer Energiequellen lauter.

Entwicklung zum kommunalen Unternehmen

1991 | Offizieller Start des World Wide Web

Unter dem Namen World Wide Web wurde am 6. August 1991 eine bahnbrechende und zugleich revolutionäre Technologie von Tim Berners-Lee am Kernforschungszentrum CERN veröffentlicht, die bis heute den modernen Menschen prägt. Was damals zum Datentransfer unter vernetzten Computern entwickelt wurde, gilt heute als der Grundstein des Internets.

Entwicklung zum kommunalen Unternehmen

1991 | Münchner Bäderkonzept

1991 beschließt der Stadtrat das „Münchner Bäderkonzept“, das die Basis der bis 2008 laufenden Modernisierung der M-Bäder war. Seitdem wurden zahlreiche Bäder zu modernen Spaß-, Spiel- und Erholungszentren um- oder ausgebaut.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Entwicklung zum kommunalen Unternehmen

1993 | Erneuerung Wasserversorgung Mangfalltal

1993 startet das Jahrhundertprojekt zur Erneuerung der inzwischen über 100 Jahre alten Wasserzuleitungen aus dem Mangfalltal. Das Projekt wurde 2008 abgeschlossen.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Entwicklung zum kommunalen Unternehmen

1996 | Gründung M-net

Im Juli 1996 steigen die SWM mit der Gründung des Tochterunternehmens M-net in die Telekommunikation ein. Unter Beteiligung mehrerer Partner, Bayernwerk, Bayerische Landesbank, Stadtsparkasse München, wurde die M-net Telekommunikationsgesellschaft mbH gegründet. 

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Entwicklung zum kommunalen Unternehmen

1998 | Rechtsformänderung

Die Stadtwerke München werden im September 1998 zur GmbH. Mit dieser Rechtsformänderung erfolgte das Ende der langen Ära als kommunaler Eigenbetrieb.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

Entwicklung zum kommunalen Unternehmen

1999 | Mobile Endgeräte

Mit dem Palm VII beginnt 1999 das Zeitalter der Mobilen Endgeräte.

SWM in der neuen Energiewelt

2000 | Start Energiehandel

Im Jahr 2000 beginnt der Energiehandel an der Strombörse in Frankfurt bzw. Leipzig.

SWM in der neuen Energiewelt

2000 | Gesetz EEG

Im April 2000 tritt das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) in Kraft.

SWM in der neuen Energiewelt

2002 | Gründung MVG

Am 01.01.2002 wird die MVG mbH gegründet.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

SWM in der neuen Energiewelt

2002 | Neue SWM Zentrale

Im Januar 2002 findet der Umzug in die neue SWM Unternehmenszentrale an der Emmy-Noether-Straße statt.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

SWM in der neuen Energiewelt

2006 | Einstieg Erdgasgewinnung

2006 beginnt mit der Gründung der Bayerngas Norge der Einstieg in die eigene Erdgasgewinnung.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

SWM in der neuen Energiewelt

2008 | Offensive ÖPNV

2008 beginnt die Investitionsoffensive im ÖPNV-Bereich.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

SWM in der neuen Energiewelt

2008 | AEE

2008 startet die Ausbauoffensive Erneuerbare Energien. Ziel war es, den Stadtratsbeschluss von 2007 mit der Vorgabe, die Stromerzeugung aus regenerativen Energien bis zum Jahr 2020 auf insgesamt 20 Prozent des Stromverbrauchs in München zu steigern, zu erfüllen. Die Ausbauoffensive hat schnell große Erfolge gezeigt, so dass die Ökostrom-Zielvorgaben 2009 mit zwei neuen Zielen erhöht wurden: Die SWM wollten so viel Strom aus regenerativen Energien erzeugen, dass damit München als erste deutsche Großstadt bis zum Jahr 2015 alle Privathaushalte zu 100 % - dieses Zwischenziel wurde im Mai 2015 erreicht - und bis zum Jahr 2025 alle Haushalte und Unternehmen zu 100 % versorgen kann.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

SWM in der neuen Energiewelt

2011 | Politische Energiewende

Im Zuge der Nuklearkatastrophe von Fukushima vom 11.03.2011 beginnt die politische Energiewende.

SWM in der neuen Energiewelt

2012 | Turbulenzen an den Energiemärkten mit Preisverfall bei Erdöl

Getrieben durch die Weltwirtschaftskrise, in Verbindung mit einer sich abschwächenden Konjunktur, kommen Turbulenzen am Strommarkt auf. Hierbei traf ein Überangebot an unflexibler Leistung durch Atom- und Braunkohlestrom auf die sich verändernden Marktgegebenheiten. Auch die Ölpreise gingen stark zurück, was nicht zuletzt mit den Spannungen um das iranische Atomprogramm und dem damit verbundenen EU Ölembargo zusammenhing.

SWM in der neuen Energiewelt

2015 | Erstes Ziel AEE

Im Mai 2015 wird das Zwischenziel der Ausbauoffensive Erneuerbare Energien erreicht: Erstmals wurde rechnerisch so viel Ökostrom erzeugt, wie die Münchner Haushalte sowie Tram und U-Bahn verbrauchen.

*Quelle: „NetzWerke. Die Geschichte der Stadtwerke München“ von Johannes Bähr/Paul Erker

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Ende

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