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Multimodale Mobilität

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Multimodale Mobilität

Optimierung des öffentlichen Verkehrs in München

Zusammen mit unserer Verkehrstochter MVG wollen wir Mobilität für die Menschen in München noch einfacher, flexibler und bequemer machen. Martin Sauer, stellvertretender Leiter des Teams Multimodale Mobilität bei der MVG, erklärt, was multimodale Mobilität ist und wie wir öffentlichen Nahverkehr, Mieträder, CarSharing und E-Ladestationen vernetzen.

Was bedeutet multimodale Mobilität?

Mit dem Begriff beschreiben wir, wie die Menschen unterwegs sind, das Wort Modus steht für das Verkehrsmittel. Multimodale Mobilität grenzt sich vom monomodalen Verkehrsverhalten ab. Monomodal unterwegs ist jemand, der immer nur das gleiche Verkehrsmittel benutzt, z.B. immer mit dem Auto fährt. Wir beobachten aber seit Jahren einen starken Trend dahin, dass die Menschen je nach Situation sehr unterschiedliche Verkehrsmittel nutzen: Beispielsweise für kurze Strecken in der Stadt das Fahrrad, für etwas weitere Entfernungen die U-Bahn, als Anschluss zur U-Bahn auch mal ein MVG Rad oder wenn sie etwas transportieren wollen, nehmen sie ein CarSharing-Fahrzeug. Auch Mitfahrgelegenheiten, Roller-Sharing-Angebote oder Ridesharing-Dienste werden wichtiger. Das Selbstfahren mit dem Auto spielt schon noch eine große Rolle, aber es wird im städtischen Kontext eben immer mehr nur als ein Modus unter vielen angesehen.

Wie begegnen die SWM diesem Trend?

Unser Ziel ist eine Optimierung des öffentlichen Verkehrs, damit die Menschen flexibler, einfacher und bequemer vom Start zum Ziel kommen. Sie wollen von Tür zu Tür, nicht nur von Haltestelle zu Haltestelle, und es ist ihnen zunehmend egal, welches Verkehrsmittel sie dafür verwenden. Wir haben große Stärken im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), aber in der Vergangenheit haben wir an der Haltestelle aufgehört, den Kunden zu bedienen. Jetzt wollen wir mehr und mehr die durchgängige Reisekette abbilden und dazu gehören nicht nur die Verkehrsmittel, sondern auch die Themen Information, Buchung, Abrechnung usw. Wir arbeiten intensiv daran, mit einem einzigen Zugang in einer Smartphone-App möglichst viel der Mobilität in München abdecken zu können. Das können wir nicht alles alleine anbieten, aber es gibt Partner, die gerne mit uns zusammenarbeiten. Das wollen wir nutzen, um unseren Kunden das bestmögliche Angebot bereitzustellen.

Die MVG more Karte zeigt diverse Nahverkehrsangebote.
Die MVG more Karte zeigt an, welche Nahverkehrsangebote sich in unmittelbarer Nähe befinden.

Foto: MVG

Welche Mobilitätsdienstleitungen bieten die SWM und ihre Verkehrstochter MVG?

Unsere multimodalen Angebote sind in der App MVG more gebündelt. Dort sehen die Nutzerinnen und Nutzer auf einer Karte alle Optionen in ihrer Nähe: Die Haltestellen mit Live-Abfahrtszeiten im MVV-Gesamtnetz, die verfügbaren CarSharing-Fahrzeuge unserer Partner von Car2Go, DriveNow, STATTAUTO und BeeZero, die SWM Ladestationen für Elektrofahrzeuge und das nächste MVG Rad. CarSharing-Autos und MVG Räder können direkt über die App gebucht werden. So findet jeder schnell und einfach das Transportmittel, das er gerade braucht. Und wir arbeiten daran, zukünftig noch mehr anzubieten.

Ein weiteres Schlagwort in diesem Zusammenhang ist die „vernetzte“ Mobilität, was versteht man darunter?

Dabei geht es auf der einen Seite um die digitale Vernetzung der verschiedenen Transportmöglichkeiten: Damit die Kunden wissen, welche Optionen sie haben, brauchen sie Informationen in Echtzeit: Wo steht das nächste MVG Rad und wie sperrt man das auf? Ein MVG Rad ist eigentlich ein fahrender Computer. Ich sehe in meiner App MVG more jederzeit den genauen Standort, der nach jeder Fahrt über eine Satellitenortung erhoben und via Internet übertragen wird. Und ich kann über die App den Befehl ans Fahrrad auslösen, das Schloss aufzusperren. Diese Vernetzung der Transportmittel mit dem Smartphone ist der eine Aspekt der Vernetzung.

Dann spielt aber auch die physische Vernetzung der Verkehrsmittel untereinander eine große Rolle. Wichtiges Stichwort ist hier die intermodale Mobilität. Wer intermodal unterwegs ist, wechselt auf einem Weg zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln.  Aus dem ÖPNV kennen wir das, dass ich vom Bus in die U-Bahn und von der U-Bahn in die Tram umsteige. Jetzt kommt eben immer häufiger dazu, dass ich auch noch aufs MVG Rad oder ins CarSharing-Auto umsteigen kann. Dieser Wechsel ist zwangsläufig ein Bruch, den wir zum Nutzen des Kunden gestalten müssen. Damit man dazwischen nicht weit laufen muss und sich gut zurechtfindet, sollten die Anschlusspunkte ideal gestaltet sein. In diesem Zusammenhang ist für uns vor allem das Konzept der Mobilitätsstationen wichtig.

Multimodale Mobilität
An der Münchner Freiheit befindet sich die erste Mobilitätsstation in München.

Foto: MVG

Was ist denn eine Mobilitätsstation?

Für die physische Verknüpfung der Verkehrsmittel sollten möglichst viele an einem Ort gebündelt sein und sich dieser Ort möglichst auch nah am ÖPNV befinden, der das Rückgrat eines multimodalen Verkehrssystems bildet. Wir bemühen uns, zukünftig MVG Radstationen und CarSharing-Parkplätze, Taxistände und ÖPNV-Haltestellen bzw. -Bahnhöfe räumlich zu verknüpfen. Dann sind die Wege kurz und die Anschlussbeziehungen  ideal. Man sollte natürlich auf einen Blick alle Möglichkeiten sehen, die hier zur Verfügung stehen – vor Ort wie auch digital in der App.

Und wo entstehen diese Mobilitätsstationen?

Eine erste haben wir 2014 im Auftrag der Landeshauptstadt München an der Münchner Freiheit aufgebaut. Dort befindet sich ohnehin ein wichtiger ÖPNV-Umsteigepunkt, es gibt einen Taxistand und nun eben auch eine MVG Radstation und sechs CarSharing-Parkplätze – mit stationärem CarSharing von STATTAUTO sowie extra Freefloating-Parkplätzen von Car2Go, DriveNow und STATTAUTO Flexy. Das sind Autos, die man fast überall abstellen kann, an der Münchner Freiheit sind für sie Parkplätze in erster Reihe reserviert. Niemand sonst darf so nah dran parken.

Eine digitale Infostehle soll den Nutzerinnen und Nutzern diese Zusammenhänge vermitteln. Das Konzept der Mobilitätsstation und die Verknüpfung des ÖPNV mit den flexiblen Angeboten wie MVG Rad und CarSharing, werden sehr dankbar angenommen. Daher entwickeln wir das Ganze jetzt weiter und weiten es aus. Im Rahmen von großen Förderprojekten, in denen wir uns mit zukunftsfähiger Stadtmobilität befassen, bauen wir bis zu 15 neue Mobilitätsstationen: Bereits im Frühjahr 2018 entstehen im Rahmen von City2Share vier Stationen in der Ludwigsvorstadt und Isarvorstadt. Und im zweiten Projekt Smarter Together bauen wir in Neu-Aubing/Westkreuz acht weitere Stationen. Dadurch, dass wir an den Stationen sehr unterschiedliche Umgebungen, Konstellationen und Ausstattungen haben werden, können wir in diesen Projekten viel darüber lernen, wie eine Mobilitätsstation idealerweise für welchen Kontext gestaltet sein sollte.

Gibt es an diesen Mobilitätsstationen auch Ladestationen für private Elektrofahrzeuge?

An der Münchner Freiheit nicht, aber an anderen ist das geplant. Dort gibt es dann teilweise zwei Ladesäulen, eine exklusiv fürs CarSharing, eine auch für Privatnutzer. Daran arbeiten wir auch im Rahmen des Ausbaus der Ladeinfrastruktur. Aktuell stehen ja in München schon 50 Ladestationen, bis Ende 2018 werden es insgesamt 100. Für 2018 ist eine weitere Aufstockung um 33 normale und zehn Schnellladesäulen geplant.

MVG Rad
Die ideale Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr: das Mietradsystem MVG Rad.

Was ist die bisherige Bilanz des Leihradsystems MVG Rad?

Wir haben aktuell 70.000 registrierte Nutzer und 1.200 Leihräder, die an Sommertagen bis zu zweimal pro Tag ausgeliehen werden. Das ist ein sehr ordentlicher Wert dafür, dass das System erst seit Oktober 2015 in Betrieb ist. Im April 2017 haben wir die 500.000. Fahrt gefeiert, insofern ist das eine wirkliche Erfolgsstory. Und wir arbeiten daran, das System auszubauen. Dieses und nächstes Jahr erweitern wir die Flotte im Stadtbereich nach und nach auf 3.200 Räder. Die Anzahl der Stationen wird bis Ende 2017 von momentan 83 auf insgesamt 125 wachsen.

Außerdem sind wir in Gesprächen mit Umlandgemeinden, die MVG Rad gerne auch bei sich einsetzen würden. Dort wollen wir im Auftrag der Gemeinden Stationen an wichtigen Orten einrichten und bis zu 1.200 MVG Räder einsetzen, um z.B. Anschlussfahren vom Bahnhof möglich zu machen.

Die MVG Räder sind bisher ohne Elektroantrieb. Wird man in Zukunft auch E-Bikes ausleihen können?

Ja, das ist in Planung, denn das Interesse ist groß. Wir arbeiten an zwei Forschungsansätzen: Einmal forschen wir an technischen Grundlagen und bauen – zusammen mit verschiedenen Lieferanten – einen Prototyp, der in Richtung Lastenfahrrad geht. Hier überlegen wir zum Beispiel, wie stark der Antrieb sein sollte, wie das Ladekonzept aussehen kann und welche Bremsen eingebaut werden müssen. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Entwicklung eines Betriebskonzepts und der Frage, wie eine kombinierte Ausleihstation aussehen wird. Schon 2018 sind Tests im Echtbetrieb geplant.

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