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Geothermie

Unter Geothermie versteht man die in Form von Wärme vorhandene Energie unterhalb der Erdoberfläche. Sie wird auch Erdwärme genannt und von den SWM auf verschiedenste Art genutzt. Hier können Sie mehr über unsere Anlagen und ihre Funktionsweisen erfahren.

Geothermieschatz unter München und der Region

München liegt auf einem großen natürlichen Schatz: Tief unter uns befindet sich ein gewaltiges Heißwasservorkommen, aus dem man umweltfreundlich Nutzwärme gewinnen kann - und südlich von München auch Strom. Wir nutzen diese lokale, nahezu unerschöpfliche Energiequelle schon seit Jahren und werden sie schrittweise weiter erschließen. Im Rahmen der SWM Fernwärme-Vision wollen die SWM bis 2040 wollen die SWM den Münchner Bedarf an Fernwärme CO2-neutral decken. Diese soll überwiegend aus Tiefengeothermie gewonnen werden.

Seismikmessungen im Südosten Münchens

Wir wollen unsere bestehenden Geothermieanlagen in Kirchstockach, Dürrnhaar und Sauerlach mit dem Münchner Fernwärmenetz verbinden und das heiße Tiefenwasser nachhaltiger nutzen. Vom wachsenden Fernwärmenetz und den sich ergebenden Anschlussmöglichkeiten könnten auch die Gemeinden im südöstlichen Umland profitieren. Im Vorgriff werden wir ab Anfang 2020 im Einzugsbereich der drei Anlagen den Untergrund eingehend per Reflexionsseismik untersuchen. Auch in den Gemeinden Neubiberg, Putzbrunn, Grasbrunn, Ottobrunn, Hohenbrunn, Taufkirchen, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Brunnthal, Sauerlach, Egmating, Aying, Unterhaching, Oberhaching, Otterfing, Grünwald werden dafür spezielle Messfahrzeuge durch die Straßen fahren. Per Schallwellen erkunden sie den Untergrund und eine computergestützte Datenauswertung soll schließlich ein dreidimensionales Bild der thermalwasserführenden Schichten in der Region liefern.

Alle Informationen zu den Seismikmessungen im Südosten Münchens Anfang 2020

Heizen und Stromerzeugung mit Erdwärme: So funktioniert Geothermie

Grafik Geothermie

Die geologischen Voraussetzungen für die Nutzung der Erdwärme sind in München und dem Umland so gut wie in nahezu keiner anderen Region Deutschlands. Die Energiequelle ist heißes Thermalwasser aus gut durchlässigen Schichten des Oberjura (Malm). München sitzt auf einem riesigen Vorrat dieser umweltfreundlichen Energieart: In einer Tiefe von 2.000 bis über 3.000 Metern hat das Wasser eine Temperatur von 80 bis über 100 Grad Celsius. Die Wärme des Thermalwassers in diesem Temperaturbereich lässt sich optimal zum Heizen nutzen. Hierzu wird das Wasser über Bohrungen an die Oberfläche gepumpt und über Wärmetauscher geleitet, wobei die dabei entzogene Energie Energie (Wärme) auf ein Fernwärmenetz übertagen wird. Das abgekühlte Thermalwasser wird schließlich über Injektionsbohrungen wieder in dieselben Schichten zurückgeführt. Somit ist die Erdwärmenutzung ein minimalinvasiver Eingriff ins Ökosystem.

Geothermie: So machen die SWM diese erneuerbare Energiequelle nutzbar

Geothermieanlagen der SWM:

Geothermieanlage BayWa r.e.

Die Geothermieanlagen in Dürrnhaar und Kirchstockach der SWM erzeugen Ökostrom für mehr als 32.000 Haushalte.

Die SWM haben die beiden Kraftwerke im Jahr 2016 erworben. Diese sind technisch vergleichbar mit dem Geothermie-Heizkraftwerk in Sauerlach und daher können die SWM ihre dortige langjährige Betriebserfahrung mit einbringen.

Die Partner HOCHTIEF PPP Solutions GmbH und BayWa r.e. renewable energy GmbH (eine Tochtergesellschaft der BayWa AG) hatten im Vorfeld die Projekte entwickelt und die Anlagen in Betrieb genommen.

Geothermieanlage Sauerlach

In Sauerlach haben die SWM ein geothermisches Heizkraftwerk in enger Abstimmung mit der Gemeinde gebaut. An diesem Standort südlich von München beträgt die Temperatur des erschlossenen Thermalwassers in 4.200 Metern Tiefe mehr als 140 Grad Celsius und ist somit wesentlich höher als unter München. Dadurch wird es möglich, zusätzlich zur Heizwärme auch elektrischen Strom zu erzeugen. Das geothermische Heizkraftwerk Sauerlach gewinnt Strom für 16.000 Haushalte und stellt gleichzeitig Wärme für Sauerlacher Haushalte bereit.

Goldenes Kraftwerk 2017: Geothermieanlage Sauerlach ausgezeichnet

Die SWM wurden auf dem Praxisforum Geothermie.Bayern 2018 mit dem Geothermischen Energiepreis Bayern im Stromsektor ausgezeichnet. Die Geothermieanlage Sauerlach erhielt den Preis „Goldenes Kraftwerk 2017“. Sie hat in allen drei bewerteten Kategorien (höchste Jahresbetriebsstunden, erzeugte Stromenge und Effizienz-Kriterium zwischen maximaler und durchschnittlicher Förderleistung) am besten abgeschnitten. 

Laudator war Jörg Uhde von der Pfalzwerke geofuture GmbH, ein ausgewiesener langjähriger Kenner der Geothermie. Er hob in seiner Ansprache besonders hervor, dass er sich freue, dass damit nun eine Anlage für ihre Leistung und vor allem Zuverlässigkeit ausgezeichnet wurde, die zunächst mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die Geothermieanlage Sauerlach war 2017, trotz einer Revision im Sommer, 8.584 Stunden und damit 98 % der Zeit im Einsatz.
 

Geothermieanlage Riem

In Riem ging 2004 die erste SWM Geothermieanlage in Betrieb. Mit dem über 90 °C heißen Wasser aus 3.000 Metern Tiefe wird der Wärmebedarf der Wohnbebauung in der Messestadt, der Gewerbebetriebe und der Messe München zum größten Teil gedeckt.

Zur Erschließung wurden dazu zwei Bohrungen mit 2.746 m und 3.020 m Bohrlochlänge in die thermalwasserführenden Schichten des Oberjura (Malm) abgeteuft. Das Tiefengrundwasser wird mittels einer Pumpe aus einer Bohrung nach oben gefördert, gibt seine Wärme über Wärmetauscher an das Nahwärmenetz ab und wird durch die zweite Bohrung wieder zurückgeführt.

Riem ist Goldenes Heizwerk 2018

Die SWM wurden auf dem Praxisforum Geothermie.Bayern 2019 mit dem Geothermischen Energiepreis Bayern im Heizsektor ausgezeichnet. Die Geothermieanlage Riem erhielt den Preis „Goldenes Heizwerk 2018“, den Betriebsleiter Rainer Kieslinger für die SWM entgegennahm.
Sie hat innerhalb der Betreiberumfrage (angefragt wurden alle 21 Geothermieanlagen in Bayern, teilgenommen haben 17) bei der Datenauswertung hinsichtlich Volllaststunden und der erzeugten Energie am besten abgeschnitten.

Laudator war Jörg Uhde, Geschäftsführer der Pfalzwerke geofuture GmbH als Betreiber des Geothermiekraftwerks in Insheim. Er hob in seiner Ansprache besonders hervor, dass er sich freue, dass eines der ersten geothermalen Wärmeprojekte in Deutschland, das sich 1991 in der Vorplanung befand und schlussendlich 2004 durch die Stadtwerke München in Betrieb genommen wurde, für seine Leistung und vor allem Zuverlässigkeit ausgezeichnet wird. „Die SWM hat damals den schlafenden Riesen Geothermie geweckt“, schlussfolgerte er. 

Geothermie-Anlage Freiham

Die Geothermieanlage Freiham ist das erste Element der SWM Fernwärme-Vision. Seit Herbst 2016 deckt sie die Grundlast des Wärmebedarfs im neuen Stadtteil Freiham sowie benachbarter Gebiete im Münchner Westen. Hier wurden dazu zwei Bohrungen mit 2568 m und 3132 m Bohrlochlänge niedergebracht und ca. 90 °C heißes Wasser erschlossen.

Batteriespeicher Freiham geht in Betrieb (PDF, 585 KB) (07.06.2019)

 

Im April 2018 haben die Bohrarbeiten für die Geothermieanlage beim Heizkraftwerk Süd begonnen. Bis Ende April 2020 sollen diese abgeschlossen sein. Im Anschluss soll eine Heizzentrale installiert sowie Langzeitpumpversuche zur Parametrisierung und Feinjustierung der Anlage durchgeführt werden. Ende 2020 ist die Inbetriebnahme der Geothermieanlage geplant. Der Standort liegt im Schnittpunkt dreier Fernwärmenetze: Bis über 50 Megawatt Wärme sollen hier in die Teilnetze Innenstadt, Sendling und Perlach eingespeist werden, genug für die Versorgung von 80.000 Münchnerinnen und Münchner.

23.09.2019
Energiestandort HKW Süd: Neues vom Geothermie-Ausbau, Pumpversuche an fünfter Bohrung (PDF, 50 KB)

18.06.2019:
Energiestandort HKW Süd: Neues vom Geothermieausbau, Pumpversuche an vierter Bohrung (PDF, 50 KB)

24.01.2019:
Energiestandort HKW Süd: Zweite Bohrung erfolgreich abgeschlossen (PDF, 99 KB)

Zeitrafferfilm vom Bau des Bohrplatzes für die Geothermieanlage am Heizkraftwerk Süd (November 2017 bis April 2018)

Seismikmessungen: So spürt man heiße Quellen auf

Um das erschließbare geothermische Potential zu bestimmen sowie eine nachhaltige Nutzung des Thermalwasserreservoirs zu ermöglichen, wird der Untergrund u.a. mithilfe von Vibro-Seismik, ähnlich wie mit einem Echolot, untersucht. Dazu werden durch spezielle Vibro-Fahrzeuge an Anregungspunkten entlang von Straßen und Wegen Schwingungen in die Tiefe gesandt. Die Schallwellen werden im Untergrund u.a. an Schichtgrenzen reflektiert. Die reflektierten Signale (Echo) werden über an der Erdoberfläche ausgelegte Erdmikrophone, sogenannte Geophone, aufgezeichnet. Mit modernster Rechnertechnik und dem Fachwissen von Experten lassen sich daraus schließlich Rückschlüsse auf die Untergrundbeschaffenheit ziehen.

Alle Informationen zu den Seismikmessungen im Südosten Münchens Anfang 2020

Filme zu unseren Geothermie-Projekten:

Geothermie in Deutschland

In Deutschland wird Geothermie zur Strom- und Wärmeerzeugung bisher noch sehr wenig genutzt. Die meisten Anlagen befinden sich im Süddeutschen Molassebecken, im Norddeutschen Becken und dem Oberrheingraben.

Die SWM sind einer der führenden deutschen Experten für die Erschließung und Nutzung der Tiefengeothermie und verfügen über jahrelange Erfahrung. Mit ihrem Pilotprojekt in Riem (Inbetriebnahme 2004) übernahmen sie eine Vorreiterrolle und schufen ein vielbesichtigtes Vorbildprojekt.

Genaue Zahlen zur Nutzung der Geothermie in Deutschland, Europa und weltweit finden Sie hier:

GtV Bundesverband Geothermie

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Bis 2040 wollen die SWM den Münchner Bedarf an Fernwärme CO2-neutral (überwiegend aus Tiefengeothermie) decken. Mehr zur Fernwärme-Vision