12.11.2020

SWM: Information für die Medien

Neue Energiewelt: SWM modernisieren ihr Fernwärmenetz für das Zukunftsprojekt Wärmewende

Für Münchens Wärmewende geht es in die Tiefe – und zwar in mehrfacher Hinsicht: Zugunsten einer CO2-neutralen Fernwärmeversorgung werden die SWM Wärmeenergie künftig vorwiegend aus Tiefengeothermie gewinnen. Damit die so gewonnene Energie dann auch im Stadtgebiet verteilt werden kann, muss das im Untergrund verlegte Dampfnetz für den Heizwasserbetrieb ertüchtigt werden. Die Umstellung, die auch Kundenanlagen betrifft, beginnt 2022 und dauert in mehreren Abschnitten voraussichtlich bis 2033. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen.

München hat eines der größten Fernwärmenetze Europas mit rund 900 Kilometern Länge. Die Versorgung mit Fernwärme ist per se eine effiziente und umweltschonende Art der Energieversorgung: Durch die Kraft-Wärme-Kopplung dient der Energieträger (derzeit vor allem Erdgas) sowohl zur Strom- als auch zur Wärmeerzeugung und wird damit optimal genutzt. Auch die Nutzer profitieren: So ist bei einem Fernwärmeanschluss im Gebäude kein Heizkessel notwendig, es entstehen keine Emissionen vor Ort.

Netzumstellung auf Heizwasser
Mittelfristig wollen die SWM den Strom- und Fernwärmebedarf Münchens allerdings CO2-neutral decken. Für ihre Fernwärme setzen sie schwerpunktmäßig auf eine nahezu unerschöpfliche Quelle aus dem Untergrund: die Tiefengeothermie. In Geo¬thermieanlagen wird heißes Thermalwasser an die Oberfläche gepumpt und zum Heizen oder – bei höheren Thermalwassertemperaturen – auch zur Stromerzeugung genutzt. Dem heißen Thermalwasser wird nur ein Teil der Wärme entzogen, es wird ansonsten unverändert direkt in den Untergrund zurückgeleitet. 

Die SWM errichten und betreiben mehrere Geothermieanlagen in und um München. Zur Heizsaison 2021/22 geht am Energiestandort Süd Deutschlands größte Anlage ans Netz. Mit dem regionalen Ausbau der Geothermienutzung gestalten die SWM aktiv die Wärmewende im Raum München. 

Zukunftsprojekt Wärmewende
Derzeit betreiben die SWM zwei Systeme bei ihrer Fernwärmeversorgung – das seit 1908 gewachsene Dampfnetz innerhalb des Mittleren Rings und die später entstandenen Heizwassernetze u.a. in Sendling, Perlach und Freimann.

Stefan Dworschak, Geschäftsführer SWM Infrastruktur: „Schon in den 1990er-Jahren haben die SWM über mehrere Jahre einen beträchtlichen Teil ihres Dampfnetzes auf Heizwasser umgestellt. Die letzten Dampfnetzgebiete, rund 90 Kilometer Leitungen und hydraulische Anlagen, müssen jetzt nach und nach auf Heizwasserbetrieb umgestellt werden. Die Geothermie liefert bis zu 120 Grad Celsius heißes Wasser. Dieses kann nicht in das bestehende Dampfnetz eingebunden werden, das auf rund 200°C Betriebstemperatur ausgelegt ist. Die Rohre müssen aufgrund des niedrigeren Temperaturniveaus und des höheren Drucks verstärkt werden, stellenweise werden die Leitungen auch ausgetauscht.“

Bei der Umstellung, die 2022 beginnt und bis voraussichtlich 2033 dauert, werden die unter Straßen und Gehwegen verlegten Rohre ertüchtigt und verstärkt. Auch die Übergabestationen in den Gebäuden müssen für den Betrieb mit Wasser getauscht werden.

Umfangreiche Arbeiten vor der Umstellung
Für die SWM ist der umfangreiche Bauprozess, an dessen Ende die Dampfnetzumstellung steht, bereits in vollem Gang. Vorbereitende Arbeiten laufen unter anderem in Teilen von Ramersdorf (geplantes Umstelljahr 2022), Berg am Laim (2022) und Haidhausen (2023–26). Zu den umzustellenden Dampfnetzgebieten gehören außerdem Au (vsl. 2027/28), Schwabing und Teile der Maxvorstadt (vsl. 2029–2033).  

Bei den jetzigen Arbeiten werden teils Stahlbetondecken von Schächten geöffnet, dort Armaturen getauscht und im Anschluss der Stahlbetondeckel erneuert. An anderen Stellen sind größere Aufgrabungen beispielsweise für neue Leitungen oder Ringschlüsse notwendig. Bei Arbeiten an Hausanschlüssen bezieht die Baustellenfläche mitunter auch Gehwege ein. Um die Anwohner dennoch nicht über Gebühr zu strapazieren und die Straßen befahrbar zu halten, werden einzelne Baustellen im jeweiligen Gebiet nacheinander getaktet und mit Bautätigkeiten Dritter wie Gebäudesanierungen oder Straßenbauarbeiten der Landeshauptstadt München abgestimmt. Sie dauern je nach Umfang der dort anstehenden Arbeiten wenige Wochen bis mehrere Monate.

„Die Wärmewende ist ein entscheidender Schritt hin zur ökologischen Energiezukunft Münchens“, betont Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der SWM. „Leider bringt sie zunächst Beeinträchtigungen mit sich. Arbeiten am Dampfnetz bedeuten Tiefbau mit all seinen Begleiterscheinungen, etwa der Verschmälerung von Wegen und dem zeitweisen Entfall von Parkplätzen durch Baustellen. Das ist zunächst einmal lästig, dient aber einer guten Sache für die Stadt und für die Menschen, die hier leben: Wir wollen weg von fossilen, endlichen Rohstoffen, hin zu einer CO2-neutralen Fernwärmeversorgung – ein maßgeblicher Baustein für mehr Klimaschutz und saubere Luft. München gehört damit zu den Vorreitern in Deutschland und Europa.“ 

Für die Modernisierung der Fernwärmeleitungen in Straßen und Gehwegen bis zur Übergabestelle in den Heizungsräumen sind die SWM verantwortlich. In den Gebäuden selbst müssen die Dampfübergabestationen gegen moderne Heizwasser-Kompaktstationen ausgetauscht werden. Hierfür sind die Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer zuständig. Die SWM unterstützen sie mit fachlicher Beratung und einem Umbau-Zuschuss. Parallel setzen sie sich dafür ein, dass die Umstellung mit einem staatlichen Investitionszuschuss gefördert wird. 

Kundenberatung 
Die SWM beraten betroffene Kunden individuell zur Umstellung der Übergabestationen und den damit verbundenen technischen Umbauten. Sie werden mit einem Vorlauf von etwa vier Jahren vor Beginn der Umstellung in ihrem Stadtviertel von den SWM angeschrieben. Selbstverständlich können sich Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer auch direkt an ihre Kundenbetreuer*innen wenden. 

FAQs sowie eine aktuelle Übersicht zum Fortschritt des Projekts sind auf www.swm.de/waermewende zusammengestellt. Informationen zur Fernwärme finden Sie auf www.swm.de/m-fernwaerme . Allgemeines zur Umstellung vom Dampf- aufs Heizwassernetz gibt es auch an der kostenlosen SWM Service-Hotline, Tel. 0800/796 107 0.

Hinweis: Das Bildmaterial kann auf www.swm.de/presse heruntergeladen werden. 

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