Das Stromsee-Modell

Was ist Ökostrom?

03.10.2019 | Natürlich fragt sich jeder: Kann ich wirklich 100 Prozent Ökostrom aus meiner Steckdose bekommen? Die Antwort lautet meist Nein. Denn im Stromnetz vermischt sich der Strom aus allen Erzeugungsarten. Aber: Je mehr Kunden Strom aus regenerativen Quellen beziehen und damit den Bau von regenerativen Erzeugungsanlagen fördern, desto mehr Ökostrom wird erzeugt. Anschaulich wird das am Modell des Stromsees.

Das Modell des Stromsees

Strom wird europaweit erzeugt und in das so genannte europäische Verbundnetz eingespeist. Aufs Stromsee-Modell übertragen bedeutet das: Jeder, der Strom erzeugt, speist in diesen „Strom-See“ ein; jeder, der Strom verbraucht, entnimmt etwas. 

Der See ist also ein Sammelbecken, in dem sich sowohl Strom aus regenerativen Quellen wie Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie oder Biomasse befindet, als auch Strom aus Atomkraft und fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdöl. Am einen Ufer des Sees entnehmen die Verbraucher Strom aus dem See, am anderen Ufer speisen die Produzenten die gleiche Menge Strom in den See ein. Der See hält also ständig die nötige Menge Strom bereit, egal, von welchem Anbieter der Verbraucher seinen Strom bezieht.

Erneuerbare Energien fördern die Sauberkeit des Stromsees

Wer Strom aus erneuerbaren Energien erhalten möchte, wechselt er zu einem Ökostrom-Anbieter. Er erhält dann zwar weiterhin dieselbe Energie aus dem Stromsee, der nicht nur aus sauberem Ökostrom besteht, aber er beeinflusst aktiv das Mischungsverhältnis des Sees. Denn je mehr Kunden Strom aus regenerativen Quellen beziehen und damit den Bau von regenerativen Erzeugungsanlagen fördern, desto mehr Ökostrom wird erzeugt und in den See eingespeist. Jede regenerativ erzeugte Kilowattstunde macht also den europäischen See sauberer. 

Ziel der SWM ist es, ab 2025 so viel Ökostrom in den See einzuspeisen, wie München entnimmt. 

Infos zum Ausbau der Erneuerbaren Energien

Film: Was ist der Stromsee?

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