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Die SWM setzen auf die

erneuerbaren Energien!

Sowohl im Strom- wie auch

im Wärmebereich.

Waldsterben und Atomkraft

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts beein-

flussten nationale Energieprobleme

sowie globale Krisen das Planen und

Handeln der SWM. In den 1950er-/

60er-Jahren war Kohle mal knapp und

teuer, dann wieder im Überfluss ver-

fügbar und am Weltmarkt günstig.

Das machte wirtschaftliches Kalku-

lieren schwer, zumal die Bundesre-

gierung die Städte während der Koh-

lekrise zur Abnahme des heimischen

Brennstoffs verpflichtete, um den

deutschen Bergbau zu stützen. Dann

erforderte der Umstieg auf Erdöl und

Erdgas ein Umdenken in der städti-

schen Energiepolitik, die in den 70er-

und 80er-Jahren durch Ölkrisen er­

schüttert wurde. Zugleich trat der

Umweltschutz ins öffentliche Be-

wusstsein.

Seit den60er-Jahrenwar auchAtom-

kraft ein Thema. Obwohl es schon

damals Proteste gegen diese neue Art

der Energiegewinnung gab, wurde sie in

Politik, Fachwelt und Gesellschaft

Wasserkraftwerke wie das Isar-

werk 2 von 1923 bedeuteten

Unabhängigkeit.

Mit Kochkursen und

Heizplatten in die Moderne

Auch mit ganz einfachen Dingen war die öffentliche Versorgung in

München stets ein Wegbereiter der Moderne. Ein paar Beispiele: In

den 1920er-Jahren luden die Elektrizitäts- und die Gaswerke die

Bürger ein, sich das Leben zu erleichtern. Sie hielten Vorträge vor

Hausfrauen, machten Hausbesuche und veranstalteten Koch- und

Backkurse. Die E-Werke vermieteten und verkauften Lampen,

Bügeleisen und Heizplatten, die Gas-Werke mit Gas betriebene

Öfen und Herde. Beide verlegten Strom- und Gasleitungen in Häu-

sern und Wohnungen. Nach Protesten von Elektrohändlern und

Installateuren gegen die städtische Konkurrenz gründeten die

kommerziellen und kommunalen Anbieter 1933 eine „Elektro-Gemeinschaft“, um den Absatz moderner Geräte gemeinsam vor-

anzutreiben. In den 60er-Jahren warben die Stadtwerke München

für Erdgas und Fernwärme sowie das Speichern von Nachtstrom. In

Zeiten der Energiekrisen in den 80ern boten sie Energiesparbera-

tungen unter dem Motto „Strom verwenden, nicht verschwen-

den“ an. Heute, in Zeiten der Energiewende, heißt Service bei den

SWM

auch, Privatleuten dabei zu helfen, eigenen Ökostrom und

eigene Ökowärme zu erzeugen.

Reklame von 1913: Kochen mit Gas war der

Trend, ein Gasherd für die moderne Haus-

frau musste her!

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Werke im Wandel

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