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Gemeinsam mit den beiden kommunalen norwegischen

Energieversorgern Eidsiva Energi und Gudbrandsdal Energi

werden wir bis Anfang 2019 etwa 200 Kilometer nordöst-

lich von Oslo 31 Windturbinen mit einer Leistung von ins-

gesamt 112 Megawatt errichten. Unser Anteil am Park

beträgt 60 Prozent und wird ausreichen, um den Bedarf

von etwa 84.000 Münchner Haushalten zu decken.

Leistungen entlang der Wertschöpfungskette

Zusätzlich zur Errichtung neuer Windparks in Deutschland

und Skandinavien steht vor allem der Aufbau einer eigenen

Betriebsführungskompetenz entlang der kompletten Wert-

schöpfungskette im Fokus. Mit dieser neuen Ausrichtung

verbinden wir auch ein neues Rollenverständnis: vom stra-

tegischen Investor hin zur aktiven Betriebsführung, bei der

wir Leistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette

erbringen.

Bei der Photovoltaik werden wir mögliche Chancen nutzen:

Wenn sich wirtschaftlich attraktive Möglichkeiten für die

Entwicklung, den Betrieb und die Vermarktung von Frei­

flächenanlagen in Bayern ergeben, werden wir diese wahr-

nehmen. Mit dem neuen Angebot M-Solar Plus ermöglichen

wir zudem Hausbesitzern, günstig eigenen Sonnenstrom zu

erzeugen und auf diese Weise ihre ganz persönliche Ener-

giewende auf dem eigenen Dach zu realisieren. Dabei

übernehmen wir in Kooperation mit speziell geschulten

regionalen Fachhandwerkspartnern die komplette tech­

nische und administrative Abwicklung.

Ganzheitliche Energiewende: 100% Ökowärme

Für die Energiewende ist der Wärmemarkt von besonderer

Bedeutung. Unsere Vision hier: Wir wollen München bis

zum Jahr 2040 zur ersten deutschen Großstadt machen,

in der Fernwärme vollständig aus erneuerbaren Energien

gewonnen wird. Auch an dieser Ambition halten wir fest.

Den wesentlichen Beitrag für die Ökowärme wird Geo­

thermie liefern. Denn in Form eines Heißwasservorkommens

liegt München tief unter der Erde – quasi von der Natur

geschenkt – eine nahezu unerschöpfliche emissionsfreie

Energiequelle zu Füßen.

Seit Herbst 2016 deckt die Geothermieanlage Freiham die

Grundlast des Wärmebedarfs des neuentstehenden Stadt-

teils Freiham sowie benachbarter Gebiete im Münchner

Westen ab. Ab 2018 wird eine weitere Geothermieanlage

beim Heizkraftwerk Süd entstehen, die bereits Ende 2019

in Betrieb gehen soll. Bis 2025 wollen wir darüber hinaus

noch drei weitere Geothermieanlagen bauen. Mit einer

umfangreichen Seismik-Messkampagne haben wir deshalb

seit November 2015 den Münchner Untergrund analysiert,

um die am besten geeigneten Standorte zu ermitteln.

Künftig wollen wir im Bereich der Geothermie verstärkt

Projekte außerhalb Münchens übernehmen. Zudem haben

wir im Berichtsjahr zwei bereits in Betrieb befindliche Geo-

thermieanlagen in Dürrnhaar und Kirchstockach im Süden

Münchens erworben, in denen wir Ökostrom für mehr als

32.000 Haushalte erzeugen.

Großes Potenzial sehen wir weiterhin im Ausbau unseres

Geschäftsfelds Fernkälte. Vor allem im Innenstadtbereich

wollen wir unsere Erzeugungskapazitäten systematisch

ausbauen. Fernkälte ermöglicht es, Gebäude umwelt-

freundlich zu klimatisieren. Kaltes Wasser wird dabei in der

Münchner Innenstadt über isolierte geschlossene Kälte­

netze in die Immobilien der Kunden geleitet, wo es die

Wärme aus der Gebäudeklimatisierung aufnimmt. Beson-

ders umweltfreundlich wird die Erzeugung des kalten

Wassers durch die Einbindung des unterirdischen Stadt-

bachs als natürlicher Kältequelle.

Unsere Strategie im Bereich der konventionellen Energie­

erzeugung sieht vor, unsere bestehenden Kraft-Wärme-

Kopplungs-Anlagen unter bestmöglicher Nutzung staat­

licher Förderungen zu modernisieren. Das ermöglicht uns,

die bis in die 2030er-Jahre erforderlichen gasbasierten

Erzeugungskapazitäten wirtschaftlich bereitstellen zu

WO WIRTSCHAFTLICH MÖGLICH, WERDEN DIE SWM PV-ANLAGEN

ENTWICKELN UND BETREIBEN.

EINSATZ FÜR ENERGIEWENDE ZUM

WIEDERHOLTEN MALE AUSGEZEICHNET

Für die erfolgreiche Umsetzung unserer Ausbauoffensive

Erneuerbare Energien wurden wir im Oktober 2016 mit dem

renommierten Energy Award in der Kategorie „Utilities &

Stadtwerke“ ausgezeichnet. Die Energy Awards zeichnen

herausragende Projekte im Kontext der Energiewende aus. Ini-

tiatoren sind das Handelsblatt und General Electric. Eine hoch-

karätige Jury mit Vertretern aus Energiewirtschaft, Medien und

Politik kürte in Berlin Konzepte in insgesamt fünf Kategorien.

GESCHÄFTSBERICHT 2016

STADTWERKE MÜNCHEN

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Unsere Strategie