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Gutes zu bewahren,

braucht Veränderung

Trotz des vielfältigen Leistungsspektrums, das die SWM

den Bürgerinnen und Bürgern Münchens sowie der Region

bieten, hängt unser wirtschaftlicher Erfolg wesentlich von

den Erträgen aus unserem traditionellen Kerngeschäft ab:

der Erzeugung, der Verteilung und dem Vertrieb von Ener-

gie. Doch gerade in diesem hart umkämpften und hoch-

gradig regulierten Markt erodieren die Margen seit Jahren.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Unter anderem liegen

sie auch in der Energiewende – ein Vorhaben, das die

SWM von Beginn an ausdrücklich unterstützt und enga-

giert vorangetrieben haben. Der Umbau der konventionel-

len Energieversorgung hin zu einer Versorgung mit

vorrangig erneuerbaren Energien ist unseres Erachtens

unerlässlich, aber insbesondere in der Übergangsphase

sehr kostenintensiv. Dies betrifft erst recht die Unterneh-

men, die diese historische Transformation aktiv gestalten

und dabei ihre Erzeugungsinfrastruktur umbauen – so wie

die SWM. Einerseits investieren wir in neue Anlagen, die

die Energie erneuerbar gewinnen, damit wir auch im zu-

künftigen Energiemarkt eine starke Rolle spielen können.

Andererseits können wir aus Gründen der Versorgungs­

sicherheit alte Anlagen nicht einfach vom Netz nehmen,

sodass hier auch Erhaltungs- und zum Teil Ersatzinvesti­

tionen notwendig sind. Hinzu kamen in der jüngeren Ver-

gangenheit hohe Sonderbelastungen, beispielsweise aus

unserer Beteiligung am Kernkraftwerk Isar 2.

Dank vorausschauenden Handelns und mutiger Entscheidungen stehen

die SWM in einer für Energieversorgungsunternehmen sehr kritischen Zeit

besser da als viele Wettbewerber. Allerdings sind die aktuellen Veränderungen

für deutsche Stadtwerke so fundamental und nachhaltig, dass wir nach dem

erfolgreichen Kostensenkungsprogramm „Nachhaltig fit“ im Herbst 2016 ein

weiteres ambitioniertes Projekt aufgelegt haben: SWM22 – ein konzernweites

Transformationsprojekt. Bereichs- und hierarchieübergreifend erarbeiten wir

eine Strategie, mit der die SWM langfristig erfolgreich bleiben.

Und die Veränderungen und Herausforderungen nehmen

weiter zu. Denn die allgemeine Nachfrage nach Wärme

wird aufgrund des Klimawandels und politischer Initiativen,

wie beispielsweise dem 2016 in Deutschland verabschie-

deten Klimaschutzplan 2050, langfristig zurückgehen.

Zudem dürfte sich der Ölpreis, faktisch immer noch der

Energiereferenzpreis, auch künftig volatil entwickeln und

somit unsere Ertragsentwicklung beeinträchtigen. Und

auch in den Bereichen Verkehr und Telekommunikation

stehen weiterhin Investitionsverpflichtungen in Milliarden-

höhe an, damit München ein lebenswerter und prosperie-

render Standort bleibt.

Viele dieser Entwicklungen waren bzw. sind absehbar.

Schon frühzeitig haben wir deshalb begonnen, uns neue

stabile Ertragsquellen zu erschließen, beispielsweise im

Bereich der erneuerbaren Energien. Parallel haben wir

mehrere Programme zur Verbesserung unserer Kosten­

position realisiert. Zwar tragen diese Bemühungen Früchte,

die sich auch in unserem erfreulichen operativen Betriebs-

ergebnis in 2016 zeigen. Sie werden jedoch nach unseren

Analysen nicht ausreichen, den absehbaren negativen

Ergebnistrend nachhaltig zu stoppen, und erst recht nicht

gewährleisten, dass die SWM ihre ambitionierten Vorhaben

auch in Zukunft aus eigener Kraft realisieren können.

DIE SWM: GARANT FÜR ENERGIE UND TRINKWASSER,

MOBILITÄT UND KOMMUNIKATION IN MÜNCHEN

UND DER REGION

GESCHÄFTSBERICHT 2016

STADTWERKE MÜNCHEN

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Unsere Strategie