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GESCHÄFTSBERICHT 2016

STADTWERKE MÜNCHEN

Konzernlagebericht

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3. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

Prognosebericht

In ihrem Bericht vom Herbst 2016 prognostiziert die „Pro-

jektgruppe Gemeinschaftsdiagnose“ für 2017, dass sich das

Wirtschaftswachstum in Deutschland gegenüber 2016 leicht

auf 1,4% abschwächt. Ein wesentlicher Grund für die nied-

rigere Zuwachsrate ist die geringere Zahl an Arbeitstagen.

Für die Inflationsrate wird aufgrund der zuletzt erholten Öl-

und sonstigen Energiepreise ein Anstieg auf 1,4% erwartet.

Die konjunkturelle Entwicklung hat aufgrund der großen

industriellen Basis in Deutschland erheblichen Einfluss auf

den Energie- und Verkehrsbedarf. Daher gehen die SWM

für 2017 von einer konstanten Nachfrage nach Strom und

Erdgas aus. In der Metropolregion München sollte die

ÖPNV-Nachfrage aufgrund des Bevölkerungswachstums

weiter steigen.

Wesentliche Umsatztreiber für 2017 werden die erneuer­

baren Energien und die Upstream-Aktivitäten in der Nord-

see sein. Mit Sandbank wird ein weiterer Offshore-Wind-

park in Betrieb gehen und zusätzliche Stromumsätze

generieren. Der Bayerngas Norge AS Teilkonzern plant für

2017 aus dem Produktionsanlauf der Felder Cygnus und Ivar

Aasen steigende Produktionsmengen.

Sowohl die fortgeführten Einsparanstrengungen bei den

Explorations- und Förderkosten des Bayerngas Norge

AS Teilkonzerns als auch die spürbaren Wirkungen des

Ergebnisverbesserungsprogramms Nachhaltig fit werden zur

Stabilisierung der Erträge beitragen.

Mit dem im Herbst 2016 gestarteten Projekt SWM22

wollen die SWM rechtzeitig die Weichen stellen, um auch in

Zukunft ein erfolgreiches Unternehmen zu bleiben.

Die SWM erwarten unter diesen Voraussetzungen auf dem

Niveau von 2016 aufbauende Umsätze. Das EBIT erwarten

die SWM auf dem durchschnittlichen Niveau der Vorjahre.

Das Ergebnis nach Steuern wird 2017 voraussichtlich positiv

sein. Daneben verfolgen die SWM auch weiterhin intensiv

die für sie relevanten Energie- und Finanzmärkte.

Um künftig den Frauenanteil in Führungspositionen bei

den SWM auszubauen, haben die Aufsichtsräte und

Geschäftsführungen der Stadtwerke München GmbH, der

SWM Services und der MVG im Jahr 2015 entsprechende

Festlegungen getroffen. Dabei wurden die Zielgrößen

sowohl für die Besetzung von Aufsichtsratsmandaten und

Geschäftsführungspositionen als auch der ersten beiden

Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführungen fixiert

und terminiert.

Risikobericht

Risikomanagementsystem

Zielsetzung des Risikomanagements der SWM ist es, den

Unternehmenserfolg durch eine kontinuierliche Über­

wachung und Steuerung der wesentlichen Risiken langfristig

zu sichern.

Die Risikoberichterstattung an das Risikokomitee und

die Geschäftsführung erfolgt durch das Risikocontrolling

halbjährlich im Rahmen systematischer Risikoinventuren.

Für Risiken aus den Aktivitäten der SWM an den Energie-

und Finanzmärkten erfolgt eine tägliche Überwachung der

Positionen, Gewinne und Verluste, Risikokennzahlen und

VaR-Limite (Value at Risk) in den Handelssystemen. Es exis-

tieren darüber hinaus detaillierte Berichtswege an fachspe­

zifische Risikogremien.

Im Treasury und im Energiehandel kommen ausschließlich

Produkte zum Einsatz, die von den Risikogremien zugelassen

wurden. Details zu den im Jahr 2016 getätigten und abge-

sicherten Geschäften im Finanzbereich und Energiehandel

sowie den eingesetzten Derivaten bzw. Bewertungseinheiten

sind im Anhang ausgewiesen.

Kreditrisiken werden erst nach einer Analyse der Bonität der

Geschäftspartner eingegangen und täglich überwacht. Die

Steuerung der Kreditrisiken im Treasury und im Energiehan-

del erfolgt über Limite und insbesondere im Energiehandel

über Rahmenverträge.

Die Konzernrevision untersucht prozessunabhängig die

Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagement-

systems.

Risikolage

Konjunkturelle Risiken:

Die Risiken resultieren hauptsächlich

aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld.

Vor allem politischer Natur sind die von Europa ausgehen-

den Risiken. Im Zuge des Brexit-Prozesses könnten mit hart

verlaufenden Austrittsverhandlungen erhebliche Ver-

schlechterungen der wirtschaftlichen Beziehungen einher-

gehen. Infolgedessen könnten sich deutsche Exporte und

auch die inländische Investitionsnachfrage reduzieren. Bei

ungünstigem Verlauf könnten aus der anstehenden Wahl

in Frankreich ähnliche Risiken für die deutsche Wirtschaft

entstehen.

Unsicherheit besteht auch über den künftigen wirtschafts-

politischen Kurs der USA. Einerseits könnten protektio-

nistische Tendenzen zu globalen Handelsbeschränkungen

führen. Länder wie China und Mexiko, aber auch Deutsch-

land, wären hier besonders betroffen. Andererseits könnten

die für die USA offensichtlich geplanten konjunkturellen