Generell gilt, dass Blei aus alten Wasserleitungen der Hausinstallation in das Trinkwasser gelangen kann. Allerdings werden Bleileitungen seit über 70 Jahren in München nicht mehr verwendet. Akute Vergiftungen durch Blei aus Trinkwasserleitungen traten z. B. in Leipzig in den 30er-Jahren auf. Damals wurden nach Änderungen der Wasserqualität durch aggressiveres Wasser größere Mengen von Blei, das normalerweise durch eine Schutzschicht im Leitungsnetz immobilisiert war, herausgespült. München hingegen wurde und wird mit Wasser von gleich bleibender Qualität versorgt.
Neben Bleirohren kann in der Hausinstallation eine Bleiabgabe auch durch nicht normgerechte Verzinkung und die Verwendung von Rotgussarmaturen, die auch geringe Anteile Blei enthalten können, verursacht werden. In Kupferinstallationen können nicht zugelassene bleihaltige Lote angewendet worden sein.
Blei (Pb) kann bei täglicher Aufnahme von wenigen Mikrogramm bei Kindern chronische Vergiftungen mit Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Nervosität und Störungen der geistigen Entwicklung verursachen. Höhere Konzentrationen führen zu akuter "Bleivergiftung" mit Übelkeit, Erbrechen, Koliken, Nierenversagen, Leberschäden und "Bleisaum" an den Zähnen.
Durch unsere ausgewogene, relativ harte Wasserqualität, die sich im Zustand der so genannten Calcitsättigung befindet, ist eine Lösung von Blei im Normalfall nicht zu erwarten.